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Leopold-Medaille für Brigitte Rieger-Jähner

Stolze Preisträgerin: Brigitte Rieger-Jähner mit Christian Zens vom Rotary Club Frankfurts die Urkunde und Medaille an Frau Prof. Dr. Rieger-Jaehner.
Stolze Preisträgerin: Brigitte Rieger-Jähner mit Christian Zens vom Rotary Club Frankfurts die Urkunde und Medaille an Frau Prof. Dr. Rieger-Jaehner. © Foto: Winfried Mausolf
Wiebke Stelzer / 30.04.2014, 03:18 Uhr
Frankfurt (MOZ) Professorin Brigitte Rieger-Jähner ist am Montag mit der Leopold-Medaille ausgezeichnet worden. Seit 2002 ehrt der Rotary Club jedes Jahr einen Menschen, der sich in besonderem Maße für die Stadt Frankfurt engagiert.

Die Entscheidung, der Direktorin des Museums Junge Kunst diese Medaille zu verleihen, begründete Christian Zens, Vorsitzender des Rotary Clubs Frankfurt, in erster Linie damit, dass sie die Stadt durch die Kunstausstellungen überregional bekannt gemacht hat. Außerdem sei die 64-Jährige seit nun fast 40 Jahren, in denen sie in Frankfurt lebt und arbeitet, immer eine "Fürsprecherin" für Kunst und Kultur gewesen und habe deren Bedeutung für das Allgemeinwesen hervorgehoben.

"Ausgaben für Kunst und Kultur stehen immer unter einem gewissen Rechtfertigungsgrund", sagt Christian Zens. Schnell werde auf knappe Haushaltskassen und vermeintlich dringlichere Finanzierungen verwiesen. Doch Brigitte Rieger-Jähner habe immer ihre Netzwerke und ihre Persönlichkeit eingesetzt, um mit Neuerwerbungen und Werken aus Nachlässen Sammlungslücken zu schließen und regelmäßig neue Ausstellungen ins Museum Junge Kunst zu holen. Dadurch wurden immer wieder zahlreiche Besucher nach Frankfurt gelockt, die sich sonst vielleicht nicht hierher verirrt hätten. Die ständigen Ausstellungen abzuschaffen, war eine der ersten Amtshandlungen der Kunsthistorikerin, nachdem sie kurz nach der Wende die Leitung der Einrichtung übernahm. Mit Hartnäckigkeit und Leidenschaft hat es Brigitte Rieger-Jähner geschafft, das Museum in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern weiterzuentwickeln.

Für Brigitte Rieger-Jähner brachte der Abend gleich "zwei Freuden", wie sie sagte. Zum einen die Auszeichnung und zum anderen die Laudatio von Sabine Kunst (parteilos). In ihrer Rede erklärte die brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, was es heißt, die Bedeutung von Kunst und Kultur im Allgemeinwesen zu stärken. Die ständig wechselnden Ausstellungen trügen dazu bei, dass Kunst immer wieder zu neuen Gesprächen anregt und Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenführt.

Brigitte Rieger-Jähner erzählte in ihrer Dankesrede, wie schön es sei, immer wieder junge Studenten für Kunst zu begeistern. An der Viadrina hat sie eine Honorarprofessur. Sie nutzte den Abend auch, um einen Herzenswunsch zu äußern. Ihren Posten als Museumsdirektorin wird sie im Oktober abgeben, da sie in den Ruhestand geht. Ab Mai kann die Stelle wieder neu besetzt werden. Sie wünsche sich dafür einen jungen Menschen. "Jung heißt bis 40", ergänzte sie, was viele Zuhörer zum Schmunzeln brachte. Und die Person müsse sagen: "ich kann und ich will." Brigitte Rieger-Jähner versprach auch, der oder dem Neuen freie Hand für ein eigenes Konzept zu lassen. Eines sollte die Person aber unbedingt mitbringen: einen Abschluss in Kunstgeschichte.

Brigitte Rieger-Jähner ist in Berlin-Köpenick aufgewachsen und ging schon als kleines Mädchen mit ihrem Vater, ebenfalls Kunsthistoriker, in Ateliers und Museen. Bald zog die Familie nach Dresden, wo die Tochter nach dem Abitur ein Volontariat bei der Staatlichen Kunstsammlung absolvierte. Für ihr Studium der Kunstgeschichte und Archäologie zog sie wieder nach Berlin. 1975 fing sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums Junge Kunst an, das sie seit 1991 leitet.

Die originale Leopold-Medaille ist im Museum Viadrina ausgestellt, wo auch die feierliche Verleihung mit musikalischer Untermalung des Pianisten Christian Seibert stattfand. Die Medaille erinnert an den preußischen Offizier Prinz Leopold von Braunschweig, der 1785 bei dem Versuch, vom Oderhochwasser eingeschlossene Menschen zu retten, selbst tragisch ums Leben kam.

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