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Gewässerschau mit Beifang

Joachim Eggers / 20.06.2016, 19:45 Uhr
Erkner/Fürstenwalde (MOZ) Nächste Woche soll eine grundlegende Entkrautung der Müggelspree beginnen, vom Bretterschen Graben in Erkner bis zur Großen Tränke. Das wurde am Montag bei der regulären Gewässerschau bekannt, die gleichsam als Beifang Merkwürdigkeiten zutage förderte.

An 13 sogenannten Krautungspunkten, sagte Thorsten Weidner, der Geschäftsführer des Wasser- und Landschaftspflegeverbands Untere Spree (WLV), wird das Kraut eingefangen, mit Baggern herausgefischt und entsorgt. "Ende Juli wollen wir mit der Müggelspree zum ersten Mal richtig durch sein", sagte Weidner. Der Geschäftsführer gehörte zu dem etwa 15 Behörden-Mitarbeiter umfassenden Tross, der sich gegen 14 Uhr am ehemaligen Schöpfwerk im Neu Zittauer Ortsteil Steinfurt einfand; zuvor hatte die Gewässerschau in Hangelsberg und Mönchwinkel Station gemacht.

Zu den Problemen auf dem Flusslauf zählt Wolfgang Haas, Bereichs-Ingenieur des Landesumweltamts, immer noch Bäume, die infolge des Hochwassers von 2010 auf dem Fluss treiben oder am Rand stehen und besser gefällt werden. Unterhalb von Hartmannsdorf habe der WLV deshalb im Auftrag des Landes eine Engstelle beseitigt, an der der Wasser-Abfluss eingeschränkt war. Die Aufträge würden je nach Haushaltslage ausgelöst, sagte Haas, und räumte ein: "Wir schaffen nicht alles so schnell, wie wir es gerne hätten."

In Steinfurt, wo kein Anwohner mehr dabei war, sahen die Behörden-Vertreter etwas, was zwar in Bezug auf die Gewässerfragen nicht so problematisch ist, aber illegal. Auf dem Grundstück des ehemaligen Schöpfwerks, das dem Land gehört, hat sich jemand häuslich eingerichtet und fängt dort auch Fische in einem Tümpel, ohne Genehmigung. Ein kleines Häuschen mit Stromanschluss enthält unter anderem eine stattliche Sammlung von Angeln. Wer der Nutzer ist, wusste niemand der Anwesenden. Eine Staustufe, die verhindert, dass das Wasser aus dem Tümpel entweicht, wird zunächst nicht beseitigt; dazu gibt es aus Sicht von Annerose Trippens keine Notwendigkeit. Die Leiterin des Kreisumweltamtes führte den Tross an.

Ein Problem für die Fischerei stellt nach übereinstimmender Aussage mehrerer Teilnehmer ein Grundstück in Schönschornstein dar, zwischen Neu Zittau und Erkner. Dessen Eigentümer hat eine Reihe alter Boote in der Spree versenkt. Die Runde beschloss, vor dem Abschluss-Termin in Neu Zittau das Grundstück aufzusuchen. Der Ortstermin dort dauerte aber nicht lange. Der Eigentümer, ein weitgehend zahnloser Mann mit nacktem Oberkörper, der augenscheinlich in einer Baracke haust, kam zum Zaun und verweigerte den Teilnehmern den Zutritt zu seinem Privatgelände. Der Zutritt hätte zwar von den Behörden-Vertretern im öffentlichen Auftrag mit Hilfe der Polizei erzwungen werden können. Darauf verzichtete Annerose Trippens jedoch.

Die Gewässerschau sollte laut Ankündigung bis Erkner und der Landesgrenze Berlin reichen. Die Stadtverwaltung von Erkner hat auf eine Teilnahme verzichtet, wie Kristina Althaus, die stellvertretende Bürgermeisterin und Geschäftsbereichsleiterin für Ordnung und Umwelt mitteilte. "Wir haben seit Jahren bei diesen Terminen immer wieder auf den Eisstau an der Spreemündung hingewiesen und darum gebeten, dass dort etwas geschieht", sagte sie frustriert. Die Forderung, die Mündung auszukoffern oder im Winter bei Überflutungen im Spreeeck einen Eisbrecher einzusetzen, sei aber nie gehört worden.

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