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Doppelstadt setzt Zeichen für Vielfalt

Thomas Gutke / 02.09.2016, 18:51 Uhr - Aktualisiert 03.09.2016, 10:14
Frankfurt (Oder) (MOZ) Frankfurt und Slubice rufen in einer Erklärung die Bürger beider Städte dazu auf, an diesem Sonnabend, 14 Uhr, an der Slubicer Straße, Ecke Karl-Marx-Straße ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt zu setzen. Die Kundgebung richtet sich gegen die eine Stunde später geplante fremdenfeindliche Demonstration an der Stadtbrücke, hinter der die rechtsgerichtete Gruppe "Frankfurt (Oder) wehrt sich" steht und der sich auch Ultranationalisten aus Polen anschließen könnten. Die Gegenproteste werden vom Bündnis "Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)" koordiniert. Bereits ab 13 Uhr soll zudem am Bahnhof eine "antifaschistische Streetparade" starten. Die Demonstrationen führen zu einigen Verkehrseinschränkungen. So ist von 12-19 Uhr unter anderem die Stadtbrücke für Autos und Busse gesperrt.

Den gemeinsamen Aufruf der Doppelstadt haben neben den Bürgermeistern Martin Wilke und Tomasz Ciszewicz, auch die Vorsitzenden der beiden kommunalen Volksvertretungen, Wolfgang Neumann und Mariusz Olejniczak, unterzeichnet. Ebenso der Viadrina-Präsident Alexander Wöll sowie der Direktor des Collegium Polonicum, Krzysztof Wojciechowski. In dem mit "Europa, das sind wir! Europa, to my!" überschriebenen Aufruf wenden sich die Unterzeichner "gegen jede Form von sozialer und kultureller Ausgrenzung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unseren Städten. Nicht Herkunft, Nationalität oder Ethnie dürfen über die Entwicklungschancen von Menschen entscheiden, sondern einzig deren Persönlichkeit, berufliche Fähigkeiten und die Bereitschaft, sich auch in einer fremden Kultur zu integrieren und hier nach besten Möglichkeiten zu einem festen Bestandteil der Gesellschaft zu werden", heißt es. Fremdenfeindliche Initiativen wie die geplante hingegen "führen in die Sackgasse und schaden dem Ansehen und der Entwicklung unserer Städte".

Zur Teilnahme an der Gegenkundgebung hat auch Martin Patzelt, CDU-Bundestagsmitglied und früherer Frankfurter Oberbürgermeister aufgerufen. Auch wenn er wegen seiner Teilnahme am Brandenburg-Tag in Hoppegarten nicht dabei sei könne, "unterstütze ich das Bekenntnis der Menschen von Slubice und Frankfurt zu einer toleranten und offenen Doppelstadt aus ganzem Herzen", erklärte der Politiker in einer Pressemitteilung. Menschenverachtende Einstellungen und Hass seien "keine Privatsache mehr". Mit demonstrativer Ablehnung solcher Gesinnungen und Handlungen "stehen wir den Menschen zur Seite, die in Bedrängnis oder Gefahr kommen - gerade angesichts der rassistisch motivierten Übergriffe in unserer Stadt".

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