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Woltersdorf: Neujahrsempfang im Rathaus / Eintrag ins Ehrenbuch für Vorsitzende des Verschönerungsvereins

Neujahrsempfang
"Oscar" für Gisela Schuldt

Woltersdorfs Geehrte
Woltersdorfs Geehrte © Foto: MOZ/Martin Stralau
Martin Stralau / 11.01.2018, 20:49 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Neun Woltersdorfer, acht Frauen und ein Mann, sind am Mittwochabend beim Neujahrsempfang der Gemeinde für ihre ehrenamtliche Arbeit mit Urkunden und Blumen ausgezeichnet worden. Gisela Schuldt durfte sich außerdem ins Ehrenbuch der Gemeinde eintragen.

Die ansonsten gelöste Stimmung auf dem Neujahrsempfang wich am Anfang der Veranstaltung einem kurzen Moment der Stille. Bürgermeisterin Margitta Decker hatte die fast 150 anwesenden Gäste im Ratssaal gebeten, sich in Andenken an die kurz vor Jahresende unerwartet verstorbene Monika Viktor von ihren Stühlen zu erheben. "Als langjährige Geschäftsführerin der Woltersdorfer Straßenbahn hat sie unermüdlich und mit großer Disziplin und Einsatzbereitschaft immer wieder dafür gesorgt, dass unsere liebenswürdige alte Straßenbahn Tag für Tag zuverlässig und pünktlich ihren Dienst verrichtet", würdigte sie das Engagement von Monika Viktor.

In ihrem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr zeigte sich Margitta Decker vor allem damit zufrieden, dass sich viele Bürger mit ihren Ideen und Anregungen aktiv in die Gestaltung eines Entwicklungskonzeptes "Woltersdorf in zehn Jahren" eingebracht haben. "Wir sind noch nicht dazu gekommen, allen zu antworten, werden das aber nachholen", sagte sie. Zufriedenheit ließ sie darüber durchblicken, dass die vom Land geplante Kreisgebietsreform "glücklicherweise fürs Erste gekippt wurde". Der vorliegende Landesentwicklungsplan hingegen verheiße nichts Gutes, "denn unsere Entwicklung soll damit praktisch eingefroren werden", sagte sie.

Positiv äußerte sich die Bürgermeisterin über die 2017 angestoßenen Bauvorhaben, von denen der Schulneubau, der im Herbst 2018 beendet sein soll, das größte ist. "Wir liegen überall im Plan", erklärte sie. Das sei in Brandenburg schließlich nicht ganz selbstverständlich und liege an der guten Begleitung der Projekte durch die Fachämter, aber auch die Gemeindevertretung. Das Beispiel Schule diente Margitta Decker aber auch als Beleg dafür, dass in der Vergangenheit im Ort eine langfristige Planung eben nicht immer oberste Priorität genossen hat. "Wenn wir die Schule drei Jahre früher gebaut hätten, hätten wir uns die teuren Container sparen können." Doch nicht nur im Bereich Bauen soll langfristig geplant werden, stärker in den Fokus will die Gemeinde in diesem Jahr nun auch das Thema Wirtschaftsförderung und Tourismusentwicklung nehmen. Vorgesehen sei, es bei den anstehenden personellen Veränderungen im Rathaus "fest zu installieren und direkt an eine Planstelle zu binden", sagte Margitta Decker.

Am Ende ihrer Rede folgte traditionell die Ehrung von Woltersdorfern, die sich seit Jahren auf vielfältigste Art und Weise für den Ort und seine Einwohner engagieren (siehe Kasten). Allen voran Gisela Schuldt, die nicht nur Blumen und eine Ehrenurkunde bekam, wie alle weiteren Ausgezeichneten, sondern sich auch noch in das Ehrenbuch der Gemeinde eintragen durfte: ein Vorgang, den Margitta Decker als "Woltersdorfer Oscar" unter den Ehrungen titulierte. Die Spuren der Ur-Woltersdorferin Gisela Schuldt seien im ganzen Ort zu finden, sagte die Verwaltungschefin und nannte als Beleg einige markante Projekte: den Aussichtsturm auf dem Kranichsberg, die in neuem Glanz wieder entstandene alte Schule mit dem darin integrierten Heimatmuseum und "das durch ein Relief von Fidus für unseren Ort bedeutsame und nunmehr restaurierte Mahnmal in der Schleusenstraße".

Dass das Mahnmal restauriert werden konnte, daran hatte Gisela Schuldt jahrelang hart gearbeitet und war dabei bis auf Ministeriumsebene gegangen. "Ohne meine Mitstreiter vom Verschönerungsverein, ohne die Gemeinde, die Sparkasse und die vielen Spenden von Bürgern hätte ich das nicht geschafft", sagte sie. "Die Eintragung ins Ehrenbuch ist eine große Freude und eine echte Überraschung für mich."

Die Geehrten


■ Christine Elßner: engagiert sich als NABU-Mitglied und im Naturpflegeaktiv; hat bei Baumaßnahmen ein waches Auge auf Naturschutz-Sicherung
■ Klaus Herzog: Seit über 20 Jahren in der Rheuma-Liga, Arbeitsgemeinschaft Woltersdorf, aktiv; viele Jahre Schatzmeister der Landesgruppe
■ Helga Schulze: Vorstandsmitglied in der Ortsgruppe der Volkssolidarität; sehr aktiv bei der Betreuung älterer und kranker Menschen
■ Antje Berthold-Riedel: seit vielen Jahren gesellschaftlich aktiv: im Sozialausschuss, als Mitglied bei der Volkssolidarität und im Seniorenbeirat
■ Gisela Felte: Seit mehr als 30 Jahren Mitglied im Gemeindekirchenrat; kümmerte sich um Ersatz für alten Pfarrer, kämpfte für Erhalt der christlichen Kita
■ Antje Flemming: 7 Jahre stellvertretende Vorstandsvorsitzende Verein Kulturhaus Alte Schule; Mitbegründerin des Trägervereins christliche Kita
■ Anny Przylenk: Flüchtlingsaktiv Kulturhaus Alte Schule; betreut vier Flüchtlinge aus Eritrea, backt Kuchen für das Mittwochscafé, unterstützt Bildungsprojekte und Feste
■ Mandy Wolf: ehrenamtliche Trainerin der Tanzgruppe "Mi Danza" des SV 1919 Woltersdorf; 2017 Qualifikation zur Teilnahme an WM der International Dance Organization
■ Gisela Schuldt: Vorsitzende des Woltersdorfer Verschönerungsvereins; unter anderem Einsatz für Restaurierung Fidus-Mahnmal in der Schleusenstraße, Bau des Aussichtsturms auf dem Kranichsberg; Sie durfte sich ins Ehrenbuch der Gemeinde eintragen.

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