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Die Treptower Tastenteufel spielen beim Musikfest in der Kulturgießerei Werke von Piazzolla bis Rimski-Korsakow

Musikfest
Mephistophelische Töne aus dem Akkordeon

Fröhliche Gruppe: Die Treptower Tastenteufel spielen beim Schöneicher Musikfest. In dem Ensemble wirken ehemalige Mitglieder des Akkordeonorchesters der Musikschule mit.
Fröhliche Gruppe: Die Treptower Tastenteufel spielen beim Schöneicher Musikfest. In dem Ensemble wirken ehemalige Mitglieder des Akkordeonorchesters der Musikschule mit. © Foto: privat
Martin Stralau / 02.05.2018, 07:00 Uhr
Schöneiche (MOZ) Ein besonderer Höhepunkt, auf den sich viele Gäste freuen dürfen, ist der Auftritt des Akkordeonorchesters Treptower Tastenteufel von 18 bis 19 Uhr in der Kulturgießerei. Denn nach der Auflösung des Akkordeonorchesters der Schöneicher Musikschule hatte ein solches Ensemble beim Musikfest zuletzt gefehlt.

Die Treptower Tastenteufel sind zweierlei: eine mobile Musikschule und besagtes Akkordeonorchester. Beide werden von Bernd Kersten aus Storkow geleitet. Mit der mobilen Musikschule, die ihren Sitz in Berlin hat, besucht er Schulen und unterrichtet Kinder nach der Schule im Hortbereich.  Das gleichnamige Akkordeonorchester ist davon abgetrennt. Dessen Mitglieder sind größtenteils ehemalige Musikschüler von Bernd Kersten – ein Kern von etwa 20 Spielern. Mit ihnen hat der 62-Jährige zahlreiche öffentliche Auftritte im Jahr, darunter auch immer eine größere Konzertreise. „Auf der letzten haben wir zehn Konzerte in acht Tagen gehabt, das war schon eine Herausforderung“, erzählt Bernd Kersten.

Er war früher Orchestermusiker an der Staatsoper in Berlin, absolvierte danach eine Ausbildung zum Musiktherapeuten. Den therapeutischen Ansatz macht er sich auch in seiner Arbeit zunutze, wenn er versucht, seinen Schülern und seinem Publikum Musik mit Märchen und Literatur zu erklären. So kommt es schon mal vor, dass er auf der Bühne den Mephisto aus Goethes Faust zitiert: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft!“ Für Kersten ein Kerngedanke seiner Musikschule und seines Orchesters. Man müsse beim Spielen auch Wut, Aggression und Fehler zulassen – das Böse –, damit Musik funktioniert, also etwas Gutes geschaffen wird. Je mehr Fehler unterbunden werden, so ist Bernd Kerstens Erfahrung, desto verkrampfter werden die Spieler. Je mehr Fehler zugelassen werden, desto weniger passieren sie.

Bezüge zu Faust und Mephisto stecken nicht nur im Orchesternamen, sondern auch im neuen Programm der Tastenteufel mit dem Titel „FAUSTdick – von piano bis forte“, mit dem das Ensemble seinen ersten Auftritt beim Musikfest bestreitet. Zu hören sind klassische und moderne Werke, mal leise, mal laut, mal besinnlich, mal beschwingt, sagt Kersten. Werke von Ravel, Piazzolla, Khatschaturian, Rimski-Korsakow bis hin zu Songs der Filmmusik. Das Akkordeon sei dafür wie gemacht. „In ihm steckt mehr als nur der alte Ruf von Omas Quetschkommode oder Opas Schifferklavier“, sagt Bernd Kersten.

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