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Vereinsmitglieder organisieren Familienfest „90 Jahre elektrisch nach Erkner“ am kommenden Wochenende

Familienfest
Auch der „Urgroßvater“ ist dabei

Iris Stoff / 28.05.2018, 06:00 Uhr
Erkner „90 Jahre elektrisch nach Erkner“ ist das Motto des Familienfestes im S-Bahn-Werk Erkner am Wochenende. Der Verein Historische S-Bahn und die S-Bahn Berlin laden dazu ein.

Genau vor 90 Jahren wurde die Dampflock abgelöst und die Kleinstadt Erkner elektrisch an den S-Bahn-Verkehr nach  Berlin angebunden. Ab der ersten Fahrt wurden hier die Züge der Bauart Stadtbahn eingesetzt. Ein solches Fahrzeug dieser Reihe, die 1997  ausgemustert wurde, befindet sich noch auf dem Gelände des S-Bahn-Werkes. Gepflegt von Mitgliedern des Vereins Historische S-Bahn e.V., der sich die Instandsetzung und Erhaltung historischer S-Bahn-Züge auf die Fahnen geschrieben hat.

Walied Schön (46), der stellvertretende Vereinsvorsitzende, der bei der S-Bahn als Ausbilder und Prüfer für Triebfahrzeugführer arbeitet, ist die rot-gelben S-Bahnen noch selbst gefahren. „Ich steige hier immer voller Demut ein“, gesteht er.  „Diese Bahn ist ein bisschen wie der eigene Urgroßvater. Und wir sorgen heute dafür, dass die historischen Fahrzeuge uns noch überleben werden.“

Der Verein hat sein Domizil im S-Bahn-Werk Erkner. Von den fünf Gleisen können zwei für den historischen Fuhrpark genutzt werden. Nach Angaben von Schön gibt es  derzeit 170 Mitglieder, davon 20 aktive. Diese kommen aus ganz unterschiedlichen Berufs- und Altersgruppen, bringen sich ihren Fähigkeiten entsprechend ein. Zum Beispiel Matthias Dürr (50). Der Entwicklungsingenieur für Elektronik hat vor einigen Jahren bei einer Museumsfahrt Kontakt zum Verein bekommen. Mittlerweile ist er der Instandsetzungs-Verantwortliche, hat für die Arbeiten ein spezielles Programm erstellt. Aktuell geht es um die Aufarbeitung von vier Wagen des S-Bahnzuges der Baureihe ET/EB 167 mit dem Ziel, damit wieder Sonderfahrten anzubieten.

All das und noch viel mehr über die Vereinsarbeit und  die Berliner S-Bahn-Geschichte können die Besucher am Wochenende erfahren. Nicht jedem ist heute zum Beispiel noch bekannt, dass es früher S-Bahn-Abteile zweiter und dritter Klasse gab oder Raucherwaggons. Neben den Traditionsfahrzeugen werden aber auch Fahrzeuge der aktiven Baureihe zu besichtigen sein, einige Züge laden zu einer Schnupperfahrt auf dem Gelände ein.

Wer also Lust hat, mal in einer S-Bahn zu sitzen, mit der schon seine Vorfahren unterwegs waren, kann das tun. „Bei so manchem werden da wieder Erinnerungen wach“, weiß  Schön. „Und viele werden beim Mitfahren den typischen Sound wiedererkennen.“ Insgesamt werden zum Tag der offenen Tür in der Halle und dem Außengelände rund 20 Wagen gezeigt. „Wir wollen dem Jubiläum dadurch gerecht werden, dass wir fast alle Fahrzeugtypen, die in den 90 Jahren gefahren sind, hier haben“, kündigt er an. Ein Wagen der 167er Reihe werde in der Kranhalle hochgehoben. „Dort können die Besucher dann zuschauen, wie  Arbeiten am Unterboden gemacht werden und sich alles erklären lassen“, lädt Matthias Dürr ein.

Das ist aber noch längst nicht alles: Im Panorama-Wagen werden Filme gezeigt, das S-Bahn-Museum aus Berlin Lichtenberg ist vor Ort und eine S-Bahn-Modellanlage kann bestaunt werden. Auf drei Aktionsflächen gibt es Musik, Comedy- und Zauberer-Auftritte.  Mit  Zirkuszelt,  Spiel-S-Bahn und  Hüpfburg werden auch Kinder ihren Spaß haben. Fürs leibliche Wohl ist gesorgt.

Das Familienfest im S-Bahn-Werk Erkner findet am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 18 Uhr im statt. Der Eintritt kostet 2 Euro, Kinder zahlen 1 Euro.

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