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Nachwuchs
Mini-Feuerwehr im Löscheinsatz

Manja Wilde / 31.05.2018, 20:50 Uhr - Aktualisiert 01.06.2018, 15:06
Gosen (MOZ) Wie finde ich einen Unterflur-Hydranten bei Schnee? Welcher Schlauch gehört an welches Rohr? 21 Kinder lernen das bei den Löschzwergen der Feuerwehr Gosen-Neu Zittau. Beim Dorffest müssen sie ein Haus löschen – in neuen Uniformen.

Feuerwache Neu Zittau, 17 Uhr, die Sonne brennt auf Häuser und Wiesen: Felix, Lucas, Maya und die anderen Löschzwerge der Mini-Feuerwehr setzen ihre Helme auf, ziehen Warnwesten über und klettern in die Fahrzeuge. Kinder-Feuerwehrwart Thomas Kölling aus Gosen und Maik Decker, stellvertretender Ortswehrführer Neu Zittau, fahren die Truppe zum Einsatz. An einer Wiese stoppen die Autos.

Die Kinder stellen sich in Doppelreihe auf. „Was braucht man zum Löschangriff?“, ruft Kölling. „Strahlrohr, Hydranten-Schlüssel, Schläuche“, rufen die Kleinen. „Wo kriegen wir Wasser her?“, fragt Kölling. „Unterflur-Hydrant“, antwortet Paul. Metalldeckel auf dem Boden zeigen, wo sie sind. Würde Schnee sie bedecken, könnten sich die Kinder an einem weißen Schild mit rotem Rand orientieren. Die Zahlen darauf verraten ihnen, wie viele Schritte sie in welche Richtung laufen müssen.

Seit 2010 gibt es die Gruppe. Mädchen und Jungen ab fünf Jahren, in Ausnahmefällen ab vier, dürfen mitmachen. Zweimal im Monat treffen sie sich – mal in Neu Zittau, mal in Gosen. Das gemeinsame Training wirkt sich auf die erwachsenen Feuerwehrleute aus. „In allen Klassen ist die Zusammenarbeit besser geworden“, sagt Decker. Gerade hat sich die Mini-Truppe wieder dezimiert. Acht Kinder wechselten zur Jugend.

Am Einsatzort ist jetzt der Deckel des Hydranten geöffnet. Decker schließt das Standrohr an. Paul versucht den Schlauch anzukuppeln, doch die Metallringe wollen sich nicht verbinden lassen. „Du hast es versucht“, sagt Kölling anerkennend. Er hilft. Wenig später stecken dünne Schläuche auch am Verteiler – die Kinder halten erwartungsvoll Spritzen. Wasser fließt nicht. „Ihr müsst das Kommando geben“, erinnert Köllling. „Wasser marsch!“, ruft Lilly und reißt den Arm hoch. Wasser spritzt.

„Beim Dorffest muss das schneller gehen, da wollen wir ein Häuschen löschen“, sagt Kölling. Nach einer Trinkpause lässt er die Kleinen wieder antreten. „Da hinten brennt ein Haus“, ruft er dann. Und wieder flitzen die Kleinen los. „Das macht Spaß und ist gut für die Erfahrung“, sagt Lilly nach getaner Arbeit. „Wenn wirklich Einsatz ist, muss man schnell zur Feuerwehr rennen und alles anziehen“, ergänzt Melanie. „24-Stunden-Einsätze machen am meisten Spaß“, fügt sie an, „da muss man viele Aufgaben erfüllen“.

Für heute ist Schluss. An der Feuerwache verteilt ein Vater Stieleis. Die Kinder setzen ihre Helme ab. Uniformen haben sie nicht. Noch nicht. Seit 27. April sammelt die Feuerwehr Spenden. 30 Helme, Jacken, Hosen und Handschuhe sollen gekauft werden. 5700 Euro kostet das. „Beim Training haben die eigenen Sachen manchmal gelitten“, sagt Peter Schwuchow, stellvertretender Jugendwart von Neu Zittau. Außerdem wollen sich die Kinder „eben auch wie richtige Feuerwehr-Männer fühlen“, ergänzt er.

Das Geld ging schneller ein als gedacht. „Ziel war das Dorffest im September“, sagt Schwuchow, „aber jetzt haben wir fast alles zusammen.“ Für die Uniform müssen die Eltern Pfand zahlen. Sonst ist das Training kostenlos. Die Gemeinde und das Amt Spreenhagen finanzieren die Feuerwehr.

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