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Woltersdorf: Planer erarbeiten Sanierungskonzept für Straßen / Reparatur dauert mindestens 20 Jahre

Bauen
Verkehrskonzept bis 2020 geplant

Kaputt: Zwei von täglich Hunderten Radfahrern auf dem verschlissenen Gehweg an der Rosenbergstraße.
Kaputt: Zwei von täglich Hunderten Radfahrern auf dem verschlissenen Gehweg an der Rosenbergstraße. © Foto: Kerstin Bunge
Kerstin Bunge / 12.06.2018, 06:00 Uhr
Woltersdorf Allein die Zahlen sprechen Bände. In Woltersdorf gibt es 44 Kilometer Anliegerstraßen. 22 Kilometer davon sind unbefestigt. Bei den Rad- und Gehwegen sieht es ähnlich aus. 37,7 Kilometer Rad- und Gehwege hat der Ort. „Der Zustand ist sehr unbefriedigend. Man kann sagen, zehn Kilometer der Rad- und Gehwege sind so gut wie gar nicht vorhanden“, sagt Bauamtsleiterin Kerstin Marsand. Von den zwölf Kilometern Hauptverkehrsstraßen sind 9,5 Kilometer in gutem Zustand.

Den Ausbau eines großen Teils der Straßen, Geh- und Radwege hat die Gemeinde in den 1990er-Jahren unter dem damaligen Bürgermeister Wolfgang Höhne schlichtweg verschlafen. Keine Gemeinde im Umkreis hat heute noch derart schlechte Anliegerstraßen. Nach der Wende gab es noch großzügig Fördermittel für den Straßenausbau. Jetzt zahlen die Anlieger – und die Gemeinde übernimmt nur einen Teil der Kosten.

Doch es soll sich etwas tun.  In den nächsten drei Jahren wird ein Planungsbüro in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ein Verkehrsentwicklungskonzept erstellen. Bauingenieur Frank Holm vom Ingenieurbüro für Bauplanung in Eggersdorf hat den Bauausschuss über die derzeit laufende Bestandsaufnahme informiert. „Wir haben zunächst die Straßen erfasst und sie in drei Kategorien eingeteilt: in Hauptstraßen, Anliegerstraßen und Durchgangsstraßen. Dadurch wird eine Abrechnungsgrundlage für die Verwaltung und für die Grundstückseigentümer geschaffen.“

Das Planungsbüro hat Woltersdorf außerdem in sechs Quartiere eingeteilt: Quartier 1 umfasst den Ortskern mit dem Rathaus, der Schule und Einrichtungen für das öffentliche Leben. Die Quartiere 2 und 3 betreffen den touristischen Bereich an den Seen und im Schleusengebiet.  Die Quartiere 4, 5 und 6 sind vom Planungsbüro als „Wohnen und Leben“ bezeichnet worden. Darüber hinaus wird das Büro den Zustand der Straßen mit Punkten bewerten. „Die Straßen mit der höchsten Punktzahl sind am dringendsten zu sanieren“, so  Frank Holm.

Schließlich soll eingeteilt werden, in welchem Jahr welche Straße gemacht werden soll. Der Planer geht davon aus, dass es mindestens bis 2037 dauern werde, um alle Straßen zu sanieren. „2037 ist eine sportliche Zahl. Die Umsetzung wird am fehlenden Geld scheitern“, gab Jens Mehlitz vom Woltersdorfer Bürgerform zu bedenken. Stefan Bley (CDU/SPD) möchte mehr Tempo in die Planung bringen. „Bei den Anliegerstraßen drückt der Schuh“, sagte er.

Ulf Brümmel von der Fraktion Linke/Grüne mahnte an, man dürfe die Planungen nicht abwarten, sondern müsse parallel anfangen, die Straßen zu machen. Wie soll es zeitlich weitergehen? „Ziel ist, bis zum November die Bestandsaufnahme fertig zu haben und dann deren Ergebnisse den Ausschüssen vorzulegen. Der Entwurf des Verkehrskonzeptes könnte dann voraussichtlich  in der ersten Jahreshälfte 2019 öffentlich ausgelegt werden“, sagte Bauamtsleiterin Kerstin Marsand.(kkl)

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