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Chemie-Freunde besuchen früheres Teerwerk
Ausflug ins Industriegebiet

Jan-Henrik Hnida / 12.06.2018, 20:53 Uhr
Erkner (MOZ) Im Zuge von Krieg, Produktion, Entsorgung und Abwässern sind im ehemaligen Teerwerk so einige Schadstoffe in Boden und Grundwasser gelangt. Um zu zeigen, wie diese Altlasten saniert wurden, laden die Chemie-Freunde Erkner am Donnerstagmittag zu einer öffentlichen Exkursion an die Anlage der Harbauer Umwelttechnik ein.

Nach der Stilllegung der Teerfabrik schaute sich die Stadt nach alternativen Nutzungen des Geländes um. Bei der sogenannten „Flächenrevitalisierung“ wurden Bereiche wie die Benzollagerung, die Karbolfabrik und das Maschinenhaus saniert. Mit der Mehrzweckhalle für Freizeit und Sport, als Busbahnhof und als Parkplatz entstanden neue Nutzungen.

Um ein Versickern der Schadstoffe zu verhindern, wurden die restlichen Flächen mit einer speziellen Folie (KDB) versiegelt. Da direkt nebenan das Flakenfließ entlang läuft, hatten die Verantwortlichen Sorge, dass das Gewässer verunreinigt werden könnte. Also wurde nach mehreren Untersuchungen eine Aufbereitungsanlage installiert, damit kein verschmutztes Grundwasser in das Flakenfließ gelangen konnte.

Durch die Entnahme von Grundwasser über Sicherungsbrunnen wird der Grundwasserabstrom zum Fließ eingeschränkt. In einem dreistufigen Verfahren behandelt die Anlage das teerbelastete Grundwasser, bevor es ins Gewässer gelangt.

In der ersten Stufe – der „Hochlastfestbettbiologie“ – wird das Wasser mit Hilfe von Mikroorganismen teilweise gereinigt. In einer zweiten Stufe wird Wasserstoffperoxid hinzugegeben, um die noch nicht biologisch abgebauten Schadstoffe reagieren zu lassen. Abschließend wird mit Aktivkohle filtriert, damit die Giftstoffkonzentration so niedrig ist, dass sie unter die behördlich vorgegebenen Grenzwerte fällt. Dann kann das gereinigte Wasser wieder in das Flakenfließ eingeleitet werden. Durch diese Anlage werden monatlich zirka 22 000 Kubikmeter Grundwasser gesäubert und ins Gewässer geleitet. Dabei sammeln sich 700 Kilogramm Schadstoffreste an.

Der Treffpunkt zur öffentlichen Exkursion ist vor der Anlage unterhalb der Baekeland-Brücke, um 13 Uhr. Bei der einstündigen Führung halten Frank Retzlaff von den Chemie-Freunden und Frank Segbert von Harbauer Umwelttechnik Berlin Vorträge.

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