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Demokratiefest
Gemeinsam für eine menschliche und offene Gesellschaft

Julia Reinhardt / 17.06.2018, 21:16 Uhr
Erkner/Schöneiche Rund 20 Menschen trafen sich am Sonnabend auf dem Kirchvorplatz in Erkner, um gemeinsam ein Zeichen für Demokratie und eine offene Gesellschaft zu setzen. In Schöneiche feierten sogar rund 150 Menschen den Tag der „offenen Gesellschaft“ im Schlosspark.

In vielen Orten Deutschlands wurden am Samstagabend einfach Stühle und Tische auf die Straßen getragen, um mit Freunden, Nachbarn oder Fremden zusammen zu essen, zu reden und zu feiern – und um damit ein Zeichen für Demokratie und Vielfalt zu setzen. So auch in Erkner, wo sich ab 18 Uhr rund 20 Personen, darunter auch Bürgermeister Henryk Pilz, auf dem Kirchvorplatz in der Friedrichstraße trafen.

Bei schönstem Sommerwetter und allerlei mitgebrachten Speisen und Getränken wollten die Teilnehmer zeigen, dass es in Deutschland viele Stimmen für eine offene, liberale und vielfältige Gesellschaft gibt, und dass diejenigen, die am rechten Rand stünden, zwar sehr oft laut, aber eben doch nur in der Minderheit seien.

Hintergrund der Aktion, zu der die Initiative „Offene Gesellschaft“ eingeladen hat: „Vieles, was eine offene Gesellschaft ausmacht, ist auch in Europa nicht mehr selbstverständlich. Etwa Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, die Presse- und Glaubensfreiheit sowie das friedliche Miteinander.“ Daher sei es an der Zeit, neu für diese Werte zu werben, heißt es auf der Homepage der Initiative.

2017 wurde der „Tag der offenen Gesellschaft“ zum ersten Mal gefeiert. Damals nahmen bundesweit über 20 000 Menschen an rund 450 Orten teil. Bereits zum zweiten Mal hat Erdmute Scheufele die Idee auch in Erkner realisiert. „Mir geht es darum, das Gemeinsame, das uns Verbindende zu feiern“, sagt die hier lebende Psychologin. „Mal nicht nur seinen Unmut rauszulassen, nicht nur gegen etwas zu sein, sondern zu zeigen, wofür man steht: für Demokratie, für ein friedliches Miteinander über Zugehörigkeiten hinweg, für eine menschenfreundliche und offene Gesellschaft.“

Zu oft würde anderen Stimmen eine zu starke Aufmerksamkeit zuteil – sei es den Abgeordneten der AfD oder den Urhebern der hasserfüllten Kommentare im Internet. Wichtig sei, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Denn alles Fremde könne einem schnell Angst bereiten. Daher müsse man offen sein, um erkennen zu können, dass man mit seinem Gegenüber eventuell auch viel gemeinsam habe.

Dem stimmt auch Doris Müller zu. Die Rentnerin, die seit 37 Jahren in Erkner lebt, hatte von der Veranstaltung in der MOZ gelesen. „Da habe ich mir gedacht, dass ist doch eine tolle Gelegenheit, um mit ganz unterschiedlichen Menschen hier im Ort ins Gespräch zu kommen“, sagt sie.

Im Schöneicher Schlosspark feierten rund 150 Kinder, Frauen und Männer den „Tag der offenen Gesellschaft“ mit einem „Zuckerfest der Demokratie“, teilte Anna Kruse vom Schöneicher Bündnis für Demokratie und Toleranz mit. Da der Fastenmonat Ramadan zu Ende gegangen ist, konnten alle zusammen essen und trinken. Kuchen und Obst, Salate, Gemüse und Fleisch für den Grill brachten die Gäste mit. Mitarbeiter der Kulurgießerei hatten Tische und Bänke in den Park gestellt. „Die Verwaltung hatte alle notwendigen Genehmigungen unbürokratisch erteilt“, ist Anna Kruse dankbar. „So konnten Alt- und Neuschöneicher ein schönes Fest feiern, zu dem auch immer wieder zufällig vorbeikommende Spaziergänger eingeladen wurden“, lautete ihr positives Fazit.

Im nächsten Jahr wird sie wieder die Gelegenheit zu solchen Treffen geben, denn der Tag der „offenen Gesellschaft“ soll künftig bundesweit immer am dritten Samstag im Juni gefeiert werden.

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