Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kulturgießerei verzichtet wegen Umweltschutz auf Kunststoff / Vereinbarung mit Mietern angestrebt

Umwelt
Feiern ohne Plaste

Glas statt Plastik: Christof Rose, Mitarbeiter der Kulturgießerei, will seine Gäste dazu animieren, keine Sachen mehr aus Plastik mitzubringen. Statt in Plastikbechern sollen Getränke nur noch in Gläsern ausgeschenkt werden.
Glas statt Plastik: Christof Rose, Mitarbeiter der Kulturgießerei, will seine Gäste dazu animieren, keine Sachen mehr aus Plastik mitzubringen. Statt in Plastikbechern sollen Getränke nur noch in Gläsern ausgeschenkt werden. © Foto: Jan-Henrik Hnida
Jan-Henrik Hnida / 09.07.2018, 20:27 Uhr - Aktualisiert 10.07.2018, 15:27
Schöneiche (MOZ) Rund 40 Kilogramm Verpackungsmüll aus Plastik produziert durchschnittlich jeder Deutsche im Jahr. Um etwas dagegen zu tun, verzichtet die Kulturgießerei nun auf Plastik jeglicher Art. Neben dem Personal sollen auch die Gäste darauf achten.

Weiße Plastikbecher, Pappteller mit Folie und  Plastikmesser – all das soll möglichst nicht mehr im Gelben Sack der Kulturgießerei landen. „Das hat nichts mit Lifestyle zu tun“, sagt Leiterin Beate Simmerl zu dem Beschluss, Veranstaltungen möglichst ohne Kunststoff zu gestalten. Es gehe schlicht und einfach darum, etwas für die Umwelt zu tun. Insbesondere bei Veranstaltungen wie beim Puppentheater  fielen „riesige Berge an Verpackungsmüll an.“ Beate Simmerl und ihre Mitarbeiter wollen mit gutem Beispiel voran gehen: In der Mittagspause gibt es nicht mehr den eingeschweißten Salat vom Supermarkt nebenan. Selbst zubereiten ist die Devise.

Im Foyer liegen noch „Abi“-Luftballons, Girlanden und Konfettikanonen vom Vorabend auf dem Tisch. „Das ist schon in Ordnung“, sagt Christof Rose. Der Technik-Mitarbeiter  – und Musiker – schaut sich kurz die Dekorationen der Abitur-Abschlussfeier an. Natürlich ist fast alles aus Plastik. Aber die Ex-Schüler nutzten das hauseigene Porzellan-Geschirr – ein Schritt in die richtige Richtung. „Mit der Moralkeule erreichen wir nichts“, sagt er. Eher will Rose für einen verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt, Natur und Tieren sensibilisieren. Deshalb weist seid Ende Juni ein „Plastefreie Zone“-Bild auf der Internetseite auf den Verzicht hin. Dass dies nicht zu hundert Prozent möglich sein wird, gibt der Nachsatz „Wir vermeiden, was wir können“ zu verstehen. Doch mit der hauseigenen Nutzung von Porzellan-Geschirr, Metall-Besteck und der Gläser sei schon einiges gewonnen.

Plastik ist ein praktischer und günstiger Stoff. Doch bis beispielsweise eine Plastiktüte zersetzt ist, vergehen 150 Jahre. Bei Plastikflaschen dauert das 400 Jahre. „Als am Ostseestrand der Wal mit Plastik im Bauch angeschwemmt wurde, habe ich mich gefragt, was wir machen können“, erzählt Rose. Privat achtet er seid fünf Jahren auf den Plastikmüll: Zahnpasta ohne Mikroplastik, Holzspielzeug für seine Kinder – und eine regionale Gemüsekiste für den täglichen Vitaminbedarf. Ein Lieferant vom Hof „Apfeltraum“ bringt ihm wöchentlich eine Kiste vorbei. „Damit vermeiden wir den Verpackungsmüll der Supermärkte“, sagt der Familienvater. Angefangen über seinen Müll nachzudenken hat er, als er die fünf Gelben Säcke der Nachbarn draußen stehen sah – bei drei Personen.

In der Kulturgießerei ist der Gelbe Sack hinter der Theke zur Hälfte gefüllt – nach zwei Wochen. Wie kommt die Idee einer „Plastefreien Zone“ denn auch wirklich bei jedem an?  „Wir wollen mit den Mietern unserer Räumlichkeiten zukünftig eine Vereinbarung zum Plastikverzicht schließen“, erläutert Rose. Das gelte für jeden, der die Türschwelle übertrete – vom Koch für die Schauspieler bis zum Veranstalter einer Silberhochzeit.

Immer mehr scheint ein Umdenken stattzufinden: Ob das Verbot kostenloser Plastiktüten, Bio-Einweggeschirr oder Bananen ohne Verpackung im Supermarkt, „jeder kann etwas beitragen“, ist Rose überzeugt. Ein nächster Schritt wäre für ihn, dass frische Ware von umliegenden Bio-Anbauern bestellt, in der Kulturgießerei zwischengelagert und dann von Schöneichern gekauft und abgeholt wird.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG