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Platzmangel
Freie Schule plant Neubau

Joachim Eggers / 02.10.2018, 06:00 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Seit zehn Jahren gibt es die Freie Schule in der Woltersdorfer Blumenstraße. Die reformpädagogische Einrichtung ist von Anfang an überlaufen. Der Trägerverein will mittelfristig einen Neubau errichten und mehr Plätze schaffen.

Es ist 10.45 Uhr, der zweite Unterrichtsblock beginnt. Lehrerin Sandra Höfer versammelt die rund 15 Kinder der Eichhörnchen-Gruppe in dem großen quadratischen Raum in einem Kreis um eine Schale mit Mais, Laubblättern und Früchten. „Welcher Tag ist heute?“ „Mittwoch“, kommt die Antwort aus dem Kreis der Kinder, die alle in den ersten drei Schuljahren sind. Die Lehrerin wiederholt die Frage auf Englisch, ein Mädchen antwortet: „Wednesday“.

Sandra Höfer informiert die Kindern, dass an diesem Nachmittag Theater ausfällt, aber Spanisch stattfindet, und klärt mit den einzelnen, was sie machen wollen. Einige lesen, Ella, Armin, Egon und Maximilian setzen sich in eine Ecke und erarbeiten einen Vortrag über die Rote Liste gefährdeter Tiere. Mit großen Buchstaben schreiben sie ihren Text im Liegen auf eine große Leinwand. „Ganz viele Tiere sind schon bedroht“, weiß Armin.

Selbst erarbeitete Vorträge spielen auch in der zweiten Altersgruppe, der Viert- bis Sechstklässler, eine große Rolle. „Das machen wir am liebsten“, sagen Lina, Lilou und Clara. Ihr aktuelles Thema sind Koala-Bären. Die Informationen beziehen sie aus Büchern oder dem Internet, sagen sie. „Wenn mir langweilig ist, mache ich Englisch“, sagt Lilou.

Im Keller des Altbaus in der Blumenstraße, in dem die älteren Kinder lernen, läuft derweil ein Vortrag über Robben. Gegen Ende greift Reiner Grube, der von Biologe auf Pädagoge umgesattelt hat, kurz ein und erläutert anhand eines Fotos in dem Dia-Vortrag Einzelheiten zu den Pupillen der Robben. Danach läutet er eine kleine Runde Manöverkritik der Mitschüler zu dem Vortrag ein. Es kommt viel Lob, zwischendurch muss Grube kurz für Ruhe sorgen.

Dieses reformpädagogische Konzept lässt sich derzeit für maximal 84 Kinder umsetzen. „Wir könnten jedes Jahr dreimal so viele Kinder aufnehmen“, sagt Andrea Wolter, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Trägervereins und kommissarische Schulleitung. Etwa die Hälfte der Kinder kommt aus Woltersdorf, viele andere aus Schöneiche, außerdem aus Berlin, Erkner und Neuenhagen.

Das verwinkelte alte Wohnhaus in der Blumenstraße ist wenig geeignet für Unterricht. Es gibt andere Widrigkeiten, zum Beispiel fehlt eine Turnhalle. In diesem Schuljahr hat die Schule mal 1,5 Stunden in den Woltersdorfer Sporthallen bekommen, „auch so, wie wir sie brauchen“, sagt Andrea Wolter, die für den Engpass in der kinderreichen Gemeinde Verständnis hat. Der meiste Sport findet jedoch in einem Ausweichraum statt.

Um mehr Kinder aufnehmen zu können und außerdem eine Kita mit 55 Plätzen und dem gleichen Profil wie die Grundschule anzubieten, will der Verein einen Neubau errichten, in Woltersdorf. Andrea Wolter spricht von aussichtsreichen Grundstücksverhandlungen.

Ein Architekt sei schon beauftragt. Zum 1. August 2021, so der große Plan, will die Freie Schule den Neubau beziehen. Zur Finanzierung hofft der Verein auf Fördermittel, außerdem darauf, dass Eltern über Bürgschaften die erforderliche Kreditaufnahme absichern.

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