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Begegnungsfest
Auch Jugendliche machen mit

Kleiner Spiderman: Vanessa Röhming vom Jugendclub schminkt den sechsjährigen Meyar Abdullah. Insgesamt beteiligten sich acht Jugendliche an den Angeboten.
Kleiner Spiderman: Vanessa Röhming vom Jugendclub schminkt den sechsjährigen Meyar Abdullah. Insgesamt beteiligten sich acht Jugendliche an den Angeboten. © Foto: Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 14.01.2019, 06:00 Uhr
Erkner (MOZ) Es wurde gegessen, miteinander gesprochen, gespielt, gebastelt und gelacht: Beim Begegnungsfest des Unterstützerkreises Flüchtlinge in Erkner war der Luthersaal im evangelischen Gemeindezentrum am Sonnabend gut gefüllt.

Am Programm hatten ganz viele ihren Anteil. Besucher aus verschiedensten Ländern brachten Essen mit, Pfarrer Carsten Schwarz stimmte Weihnachtslieder an, Erdmute Scheufele verteilte interreligiöse Kalender, eine Gruppe aus dem Jugendclub Haus am See bastelte mit Kindern und schminkte deren Gesichter.

Das alles kam hervorragend an. „Natürlich singe ich bei den Weihnachtsliedern mit“, sagte Delvin Mohamed. Sie sei zwar keine Christin, trotzdem hätte ihre Familie in ihrer Wohnung in Erkner einen Weihnachtsbaum aufgestellt, berichtete die Syrerin. „Das gehört hier doch einfach dazu.“ Künftig gibt es bei ihr zu Hause auch einen interreligiösen Kalender. Feste zahlreicher Religionen, christliche, muslimische und jüdische, aber auch buddhistische und hinduistische, sind darin verzeichnet.

Während Delvin Mohamed erzählte, ließ sich ihr sechs Jahre alter Sohn Meyar Abdullah von Vanessa Röhming das Gesicht schminken. Die 16-Jährige bereicherte mit sieben weiteren Jugendlichen, die regelmäßig den Jugendclub besuchen, das Begegnungsfest. „Ich habe einfach gefragt, wer Lust hat, hier Angebote für Kinder zu machen, und sofort waren einige dabei“, berichtete Jugendclub-Mitarbeiterin Veronika Schulz.

Pfarrer Schwarz zeigte sich angetan von der Stimmung im Saal. „Hier ist die halbe Welt zusammen. Menschen aus ganz verschiedenen Ländern sind gekommen. Das ist richtig schön“, sagte er. Auch Delvin Mohamed gefiel speziell diese Atmosphäre. „Ich habe kurdische und arabische Freunde. Hier können wir zusammen unsere Freizeit verbringen und einen schönen Tag genießen.“

Zum zweiten Mal fand das Begegnungsfest bei der evangelischen Kirchengemeinde statt. Vorher hatte es ähnliche Veranstaltungen bei der Gesellschaft für Arbeit und Soziales (Gefas) gegeben. „Uns macht das Freude“, sagte Marlis Degenkolb, eine der Organisatorinnen aus dem Unterstützerkreis Flüchtlinge. Dieser hatte sich vor Jahren im Vorfeld der Eröffnung der Gemeinschaftsunterkunft in der Walter-Smolka-Straße gebildet.

Etwa zwölf bis fünfzehn Aktive gebe es derzeit, berichtete Marlis Degenkolb. Seit viele Familien aus der Gemeinschaftsunterkunft in eigene Wohnungen in Erkner gezogen seien, sei es schwieriger geworden, sie zu erreichen. Mit der Resonanz auf das Begegnungsfest zeigte sie sich dennoch zufrieden. Schön wäre es aber gewesen, wenn noch mehr Deutsche gekommen wären, ergänzte sie.

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