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Biberschäden
Dauergast am Klosterteich

Schilder am Klosterteich: Spaziergänger werden auf Biberbesiedlung hingewiesen. Seit 2008 gibt es regelmäßig Schlagzeilen über die Aktivität des Nagatiers am Kloster in Neuzelle.
Schilder am Klosterteich: Spaziergänger werden auf Biberbesiedlung hingewiesen. Seit 2008 gibt es regelmäßig Schlagzeilen über die Aktivität des Nagatiers am Kloster in Neuzelle. © Foto: Gerrit Freitag
Patrizia Czajor / 12.02.2019, 08:30 Uhr
Neuzelle (MOZ) Eher selten bekommt jemand den Biber am Klosterteich zu Gesicht. Nicht zu übersehen sind dagegen die Schäden, die das Nagetier dort Jahr für Jahr hinterlässt. Schon vor einiger Zeit hat die Stiftung Stift Neuzelle um den Klosterteich herum Schilder aufgestellt, um die Spaziergänger auf die Biberbesiedlung hinzuweisen. An dem kleinen Gewässer hat Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der Stiftung, an einem Abend das Nagetier tatsächlich einmal beobachten können. „Anblicke sind jedoch selten“, sagt Kannowsky, der aus diesem Grund auch keine Aussage darüber treffen kann, wie viele Biber dort am Werk sind.

Dass sie hingegen aktiv sind, davon zeugen Bisspuren, gefällte Bäume sowie Löcher. Auf der Insel im Klosterteich sind etwa angenagte Bäume und Stammfüße zu erkennen, wie Norbert Kannowsky berichtet. „Die Spuren sind zum Teil noch frisch.“ Auch entlang des Rundwegs, der zum Eigentum der Gemeinde Neuzelle gehört, gibt es nach Auskunft von Amtsdirektor Hans-Georg Köhler an verschiedenen Punkten deutliche Zeichen dafür, dass der Biber hier einen Lebensraum gefunden habe. Am Uferweg sind sogar Einbrüche zu erkennen, weil das Nagetier einen Gang in den Damm hineingegraben und so den Weg unterhöhlt hat, wie Kannowsky ausführt. „So schafft er sich einen Kessel.“

Aufmerksam macht die Aktivität des Nagetiers die Beteiligten hingegen schon seit längerem. Bereits vor einem Jahr hat die Stiftung Stift Neuzelle die Insel auf dem Klosterteich beräumt, als eine dicke Eisschicht den Teich bedeckte. So konnte das Holz besser abtransportiert werden, dass sich durch gefällte Bäume dort angesammelt hatte. Damals wollte die Stiftung auch in Hinblick auf das Jubiläumsjahr ein bisschen Ordnung schaffen.

Schon in diesem Zusammenhang wurden verschiedene Maßnahmen in die Wege geleitet, um den Biber fernzuhalten. Eine Weide am Ufer ist laut Norbert Kannowsky etwa mit Drahtgeflecht geschützt worden. Um die Biber von den Obstbäumen und den Hainbuchenhecken im Barockgn fernzuhalten, sei dort ebenfalls ein Weidezaun angebracht worden, der impulsartig unter Strom gesetzt wird. „Die Behandlung der Stammfüße der Obstbäume mit einem Schälschutzanstrich war weniger erfolgreich“, so das Résümé von Norbert Kannowsky.

Bei größeren Schäden könnte sich die Stiftung an die Biber-Beauftragten des Landes richten. Ein koordiniertes Bibermonotoring wird in Brandenburg seit Jahren vom Landesamt für Umwelt durchgeführt. Noch hingegen hat sich die Stiftung nicht an einen Biberberater gewandt, der die Möglichkeiten hätte, die Bestandsentwicklung einzuschätzen.(pac)

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