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Fahrbahnschäden
A10 wird zur Baustelle

Annette Herold / 12.06.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 13.06.2019, 09:42
Freienbrink (MOZ) Ab Montag rollen die ersten Baufahrzeuge an. Ihre Aufgabe ist es, zwischen dem Autobahndreieck Spreeau und Freienbrink die Fahrbahn in Richtung Süden so vorzubereiten, dass sie ab 24. Juni auch den Verkehr nach Norden aufnehmen kann. Die Bahn dorthin wird nämlich zur Großbaustelle, wie Andreas Müller, Chef der Autobahnmeister Erkner, ankündigt. Bis in den November soll ein vier Kilometer langer Abschnitt neu asphaltiert werden.

Trasse im Jahr 2000 gebaut

Dass die im Jahr 2000 gebaute Trasse inzwischen schadhaft ist, war Müller zufolge länger bekannt. Nur herrschte zunächst die Überzeugung, dass den durch eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion, im Volksmund Betonkrebs genannt, verursachten Schäden mit Instandhaltungsmaßnahmen beizukommen wäre. Bis sich herausstellte, dass die Fahrbahn massiv angegriffen ist.

Es gibt bereits erste Einbrüche, und so ein Schlagloch kann bei Autobahngeschwindigkeiten noch deutlich gefährlichere Folgen haben als auf einer Landstraße, wie der Chef der Autobahnmeisterei berichtet. Mit Sorge blickt er auf die Betonbröckchen, die sich teils am Fahrbahnrand sammeln.  "Wenn so einer gegen die Windschutzscheibe prallt!" Andreas Müller möchte sich die Folgen gar nicht ausmalen.

Weil die Schäden weit über die rechte Fahrspur hinausreichen, soll nun die ganze Fahrbahn gesperrt werden – auch wenn dann wohl noch nicht gleich gebaut werden kann. Der Grund ist die Baukonjunktur: "Die Firmen warten ja nicht auf uns." Die Ausschreibung läuft jetzt den Angaben zufolge, bis Anfang Juli werden die Angebote der Bauunternehmen erwartet. Zu den geschätzten Kosten will sich der Chef der Autobahnmeister öffentlich nicht äußern, um die Ausschreibung nicht zu beeinflussen. Eins sagt er dann aber doch: "Billig wird das nicht."

Trotzdem ist Andreas Müller angesichts der Straßenzustands überzeugt: "Da wäre Flickerei herausgeworfenes Geld." Von 20 000 bis 25 000 Fahrzeugen wird die Strecke täglich befahren. Mit massiven Staus rechnet er vorerst dennoch nicht, eher mit Behinderungen in den Spitzenzeiten. "Wenn sich alle an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten halten, wird es nicht soviel Stau geben." Die neue Fahrbahn der Autobahn 10, so hofft Andreas Müller, soll wieder zehn bis 15 Jahre halten.

Das Großvorhaben zwischen Dreieck Spreeau und Freienbrink fällt in ein Jahr, in dem im Bereich der Autobahnmeisterei Erkner eigentlich nur kleinere Instandhaltungsarbeiten geplant waren. Größere Vorhaben sind wieder ab dem nächsten Jahr angesetzt, wenn die Fahrbahn zwischen Erkner und Rüdersdorf erneuert werden soll.

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