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24 Viertklässler aus neun Schulen der Region haben in Eisenhüttenstadt den besten Radfahrer ermittelt.

Schulmeisterschaft
Der beste Radfahrer kommt aus Müllrose

Stefan Lötsch / 13.06.2019, 10:15 Uhr - Aktualisiert 13.06.2019, 12:43
Eisenhüttenstadt (MOZ) Sie wolle sich nicht totfahren lassen, ruft die ältere Frau, die mit ihrem Fahrrad verbotenerweise in der Friedrich-Engels-Straße auf dem Gehweg fährt. Manuela Lange vom Bereich Prävention der Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt hatte sie zuvor auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht.

Wie man sich richtig mit dem Fahrrad im Straßenverkehr verhält, das stellten am Mittwoch 24 Schüler aus neun Grundschulen unter Beweis. Die Viertklässler hatten sich zuvor in ihren Schulen – den Grundschulen in Eisenhüttenstadt sowie denen aus Groß Lindow, Fünfeichen, Ziltendorf, Müllrose und Neuzelle – bei schulinternen Ausscheiden gegen ihre Mitschüler durchgesetzt.

Im Verkehrsgarten in Eisenhüttenstadt sind Schüler aus den 4. Klassen der Grundschulen  im Radfahren gegeneinander angetreten. Die Goethe-Grundschule wurde als beste Schule gekürt.
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Schulmeisterschaften im Radfahren

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Die drei Besten durften nun an den Schulmeisterschaften teilnehmen, mussten vier Disziplinen absolvieren. Dazu gehört ein theoretischer Teil, das Fahren im öffentlichen Straßenverkehr, die Absolvierung eines Parcours im Verkehrsgarten an der Erich-Weinert-Grundschule sowie das Langsamfahren, zählt Manuela Lange auf. Gesamtsieger wurde Constantin Mechler von der Grundschule in Müllrose. Schon seit dem zweiten Lebensjahr fährt er Rad, verrät seine Mutter.

Auf die Meisterschaft musste er sich deshalb gar nicht extra vorbereiten. Aber auch die Theorie beherrscht er. Denn im Fahrradquiz belegte er ebenfalls den ersten Platz. In der Gesamtwertung auf dem zweiten Platz folgte Matti Baumann vor Stella Hächen, beide von der Goethe-Grundschule in Fürstenberg. Die Goethe-Grundschule stellte auch die beste Mannschaft – zu der noch Joel Raasch gehörte – und erhielt aus den Händen von Volker Kamolz, Leiter der Grundschule "Erich-Weinert" und gleichsam Gastgeber an diesem Tag, den Pokal.

Manuela Lange beobachtet derweil, dass Schüler in den vergangenen Jahren teilweise unsicherer auf dem Rad unterwegs sind, Schwierigkeiten haben. Eine mögliche Erklärung ist, dass viele Kinder in ihrer Freizeit nicht mehr so oft das Fahrrad nutzen, vermutet Manuela lange. Auch hätten Kinder mehr Schwierigkeiten, sich im Verkehr richtig zu verhalten. Manuela Lange nennt als Beispiel das richtige Einschätzen von Entfernungen. Das kann auch eine Folge davon sein, dass die Kinder von ihren Eltern zur Schule gebracht werden.

Derweil ist Fahrradfahren und das richtige Verhalten im Straßenverkehr fester Bestandteil im Sachkundeunterricht in der 3. und 4. Klasse. Das wird mit der Fahrradprüfung in der 4. Klasse abgeschlossen. Das bestätigt auch Volker Kamolz. Für den theoretischen Teil werde sogar auf ein Computerprogramm zurückgegriffen, sagt der Schulleiter.

Verkehrsgarten gut genutzt

Darüber hinaus wird, so die Beobachtung von Volker Kamolz, der Verkehrsgarten in Nachbarschaft der Grundschule rege genutzt. "Der Verkehrsgarten ist so gut ausgelastet wie noch nie", schätzt der Schulleiter ein. Montag bis freitags ist die Anlage von 8 bis 12 Uhr geöffnet,  sagt der Leiter Ralf Placzek. In dieser Zeit nutzen Schulen, Horte und Kitas den Parcours. Für die Öffentlichkeit ist die Anlage immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Allerdings sollte man sich da vorher telefonisch anmelden. Placzek betont, dass man für die Übungsstunden Fahrräder und Helme ausleihen kann. Manuela Lange appelliert derweil an die Eltern, mit ihren Kindern mehr zu üben.

Wie wichtig es ist, sicher Rad zu fahren, zeigt die Statistik. Im vergangen Jahr ist im Bereich des Polizeireviers Eisenhüttenstadt die Zahl der Radunfälle um zwölf auf 68 Fälle gestiegen. In 36 Fällen waren Radfahrer die Verursacher, 16 mehr als noch 2017. Allerdings kommt es eher selten vor, dass Kinder allgemein in Unfälle verwickelt sind. In zehn Fällen waren 2018 Kinder beteiligt.

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