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Heimatgeschichte
Als Fontane nach Woltersdorf kam

Annette Herold / 18.06.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 18.06.2019, 09:08
Woltersdorf (MOZ) Brandenburgs berühmtester Dichter ließ sich in Woltersdorf einen Schnaps schmecken.

Liebe Frau", beginnt Theodor Fontane einen Brief vom 10. Juli 1887. "Eben komme ich von einem reizenden Spaziergang nach der Woltersdorfer Schleuse zurück, wo ich in dem ,Gasthaus zum Kranichsberg’ einen Gilka und eine Flasche Soda genoss. Beides zusammen kostete 20 Pfennige (...) Dergleichen tat mir wohl. " Gilka ist ein Kümmelschnaps, darüber urteilt Gisela Schuldt nicht, aber darin, dass es sich in Woltersdorf wunderbar spazieren gehen lässt, stimmt die Vorsitzende des Verschönerungsvereins dem märkischen Dichterfürsten zu. Und so war es für die Vereinschefin und ihre Mitstreiter klar, dass an dessen Besuch spätestens im laufenden Fontane-Jahr erinnert werden sollte.

Am Hotel "Kranichsberg" kündet nun eine Tafel von der Einkehr Theodor Fontanes, dessen Geburtstag sich am 30. Dezember zum 200. Mal jährt. Im Foyer gibt es weitere Informationen über ihn. Fontane machte damals in Rüdersdorf Urlaub, hat Kalk- und Flakensee bestaunt. In seinen veröffentlichten Werken ist, soweit Gisela Schuldt weiß, Woltersdorf nicht weiter erwähnt. Im bereits zitierten Brief aber äußert er sich auch weiter lobend: "Auf der Schleuse war ein großes Leben. Überall Vorstadtehepaare mit merkwüdig forschen und hübschen Weibern (...) Sie wirkten ganz glücklich und haben wohl auch Grund dazu."

Interesse an Fontane zeigten Gäste seines Hauses auf jeden Fall, sagt Hotelier Ralf Deutrich. Der vom Verschönerungsverein, dem Verein Alte Schule und dem Kirchenkulturkreis herausgegebene Fontane-Flyer ist regelmäßig schnell vergriffen. Darin wird auch auf die nächsten Veranstaltungen hingewiesen, mit denen in Woltersdorfer an den Dichter erinnert wird. Am 24. August ist das ein literarisch-musikalischer Abend in der Kirche, veranstaltet vom Kirchen-Kultur-Kreis. Am 3. November lädt der Verschönerungsverein zu einem Fontane-Abend ins Hotel "Kranichsberg" ein.

Schau soll erweitert werden

Indes richtet der Verein, der auch den Aussichtsturm auf dem Kranichsberg betreibt, sein Augenmerk schon weiter. Die Ausstellung in der Alten Schule zu Woltersdorfs Geschichte soll erweitert werden – geplant sind mehr Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung von Betrieben im Ort.

Gisela Schuldt und ihre ehrenamtlichen Mitstreiter legen den Schwerpunkt unter anderem auf die Elektromechanischen Werkstätten (EMW) – damals Lötkolbenbude genannt –, den VEB Schiffsreparaturwerft und auf die Elektrizitätswerke. Dazu hat der Verein gerade Material erhalten, das in der Ausstellung im Kulturhaus ebenfalls seinen Platz finden soll.

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