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Fußball
Favorit wankt, fällt aber nicht

Pokalauftakt: Der zehnjährige Lion Milke vom FV Erkner übergibt Tobias Starost den Spielball. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass es ein unerwartet langer Freitagabend werden sollte.
Pokalauftakt: Der zehnjährige Lion Milke vom FV Erkner übergibt Tobias Starost den Spielball. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass es ein unerwartet langer Freitagabend werden sollte. © Foto: Kai Beißer
Kai Beißer / 12.08.2019, 06:15 Uhr
Erkner (MOZ) Nachdem der Freistoß von Niclas Mertins um Zentimeter über das Gästetor rauscht, pfeift Schiedsrichter Tobias Starost ab. Es ist Freitagabend, 20.50 Uhr, die Partie der 1. Runde im Fußball-Landespokal zwischen dem FV Erkner und den drei Klassen höher spielenden Gästen geht in die Verlängerung.

Der Außenseiter aus der Landesliga Süd hat dem Regionalligisten aus der Filmstadt nur ein Tor gestattet, das Angreifer Ahmet Sagat genau 15 Sekunden nach seiner Auswechslung (!) erzielte. Da die Erkneraner aber durch einen Kopfball von Robin Szczegula nach Ecke von Neu-zugang Christopher Dillgen früh in Führung gegangen waren, bedeutete dieser Toregleichstand30 Extra-Minuten.

Starker Marco Schlausch

Der Gastgeber hatte sich diese durch sein couragiertes und taktisch diszipliniertes Auftreten allemal verdient. Natürlich hatten die Babelsberger die größere Zahl von Tormöglichkeiten, aber die Einheimischen "standen hinten top, haben super verschoben", wie Gäste-Trainer Marco Vorbeck nach der Partie hervorhob. Es haperte beim Viertligisten an der Chancenverwertung, und dann stand mit Marco Schlausch ein Schlussmann im Kasten des FVE, der die Kopfbälle von Valentin Rode und Leonard Koch nach Ecke von links und Freistoß von rechts glänzend parierte.

Seine größte Tat vollbrachte der 28-Jährige aber, als er sich gegen Tom Nattermann im Eins-gegen-eins an der Strafraumgrenze in den Ball warf, nachdem der flinke Tobias Dombrowa die Kugel nach einem Erkneraner Einwurf an der gegnerischen Eckfahne (!) über drei Viertel des Feldes getragen hatte (42.).

Zuvor allerdings hätte der FVE nach einer weiteren Dillgen-Ecke sogar 2:0 in Führung gehen können, aber der Kopfball von Maximilian Friedrich verfehlte um einen halben Meter das Ziel (17.).

Fünfer- wird zur Sechserkette

Nach dem Seitenwechsel nahm die gefühlte Überlegenheit der Babelsberger zu. Aber die Fünferkette des Landesligisten – die zeitweise sogar  zur Sechserkette wurde, weil sich Joao Dangla Cortez auf der rechten Seite noch hinter die beiden Sechser zurückfallen ließ – hielt dem Druck stand. Nur einmal geriet die Ordnung etwas durcheinander, als nach der Einwechslung von Sagat wohl die Zuordnung noch nicht stimmte und der 23-Jährige mit einem Schuss ins kurze Eck Schlausch überwinden konnte.

Der Jubel über den Ausgleich nach gut einer Stunde war die pure Erleichterung beim Favoriten. Dem es aber nicht gelang, in der regulären Spielzeit die Entscheidung herbeizuführen. Im Gegenteil, wenn der Mertins-Freistoß ein paar Zentimeter tiefer angesetzt gewesen wäre – Marvin Gladrow im SVB-Tor hätte das Nachsehen gehabt und der Außenseiter in der nächsten Runde gestanden.

So aber erreichte am Ende der ersten Verlängerung ein langer Ball von Nattermann, den Marco Schlausch wohl unterschätzte, am langen Pfosten Yasin Caya, der nur einzunicken brauchte. Trainer Vorbeck atmete durch: "In der Regionalliga werden wir mit unserer jungen Mannschaft gegen den Abstieg spielen. Umso mehr wollen wir im Pokal weit kommen, das hat für den Verein auch einen finanziellen Aspekt."

Sein Erknernaner Kollege Ronald Mersetzky war zurecht stolz: "Die Jungs haben das super gemacht, viel Charakter gezeigt. Dass die Babelsberger am Ende auf Zeit gespielt haben, um den Sieg über die Runden zu bringen, war doch das größte Kompliment", sagte der 35-Jährige. "So einen Einstand kann man sich als Trainer nur wünschen", fügte er hinzu, und: "Das könnte eine richtig geile Saison werden."

FV Erkner: Marco Schlausch – Sebastian Busse (100. Florian Fleck), Robin Neupert, Maximilian Friedrich, Niclas Mertins, Adrian Ebert (53. Leon Kley) – Jakob Kunert, Christopher Dillgen – Joao Dangla Cortez, Enrico Schulz (67. Sven Paprotny), Robert Szczegula (81. Simon Pille)

Schiedsrichter: Tobias Starost (Lehnin) – Zuschauer: 484

Die nächsten Runden

Die Runde der besten 32 im FLB-Landespokal wird bereits am7. September ausgetragen. Das Achtelfinale folgt am 12. Oktober, die Viertelfinals werden am16. November ausgespielt. Im nächsten Jahr folgen dann noch die Halbfinals am 28. März sowie das Endspiel voraussichtlich am 23. Mai.⇥red

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