Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Planer stellen Visionen für das Tor zur Stadt vor.

Stadtentwicklung
Fahrplan für den Bahnhof

Ab auf die Pritsche: Andrej Trube (l.) und Steve Müller vom Fürstenwalder Bauhof entfernen Schrotträder vom Bahnhof.
Ab auf die Pritsche: Andrej Trube (l.) und Steve Müller vom Fürstenwalder Bauhof entfernen Schrotträder vom Bahnhof. © Foto: Ruth Buder
Ruth Buder und Manja Wilde / 14.08.2019, 08:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Genau 15 herrenlose Fahrräder haben Steve Müller und Andrej Trube vom Bauhof am Dienstag von den beiden Parkplätzen am Fürstenwalder Bahnhof abgebaut. Die teilweise verrosteten oder ohne Räder angeschlossenen Drahtesel waren Ende Juli von Mitarbeitern des Ordnungsamtes mit Aufklebern markiert worden. "Darauf haben wir den Eigentümern eine Frist gesetzt, diese zu beräumen", berichten Ronny Köhler und Daniel Henze. Geschah dies nicht, wurde der Trennschleifer angesetzt. Die Räder entweder sofort verschrottet oder zur Abholung 14 Tage auf dem Betriebshof aufbewahrt. Der Abbau ist Teil der Putzaktion, bei der die Stadt alle Fahrradständer rings um den Bahnhof reinigt.

Derzeit gibt es am Bahnhof 399 Fahrrad-Stellplätze. In Zukunft könnte sich die Zahl vervielfachen.  Das sehen die Visionen der Gruppe Planwerk vor. "Drehscheibe Bahnhof", heißt die Konzeption, die die Planer im Auftrag der Stadt erarbeiten. Im Stadtentwicklungsausschuss haben Siegfried Reibetanz, Geschätsführender Gesellschafter, und Annette Hartfiel einen Zwischenstand präsentiert. Ziel des Konzepts ist es, den Bahnhof zum ansprechenden "Tor zur Stadt" werden zu lassen, Engpässe zu beseitigen.

Die gibt es unter anderem bei den Parkplätzen. So stellten die Planer bei einer Kontrolle fest, dass nicht nur die 230 vorhandenen Pkw Stellplätze belegt waren, sondern insgesamt 242 Autos "teilweise sonstwo" standen. Fahrräder zählten sie 364. "In Nord gibt es eine Reserve, in Süd reichen die Plätze nicht aus", sagte Reibetanz. Auch städtebauliche Probleme gelte es zu beheben: Die "Budenbebauung" müsse durch richtige ersetzt, die Nordseite umgeordnet werden, ihr fehle ein Entree.

Die steigenden Pendlerzahlen fließen in die Überlegungen ein – Hartfiel geht bis 2030 von einem Plus von 63 Prozent aus. Durch den 20-Minuten-Takt des RE1 ab 2022 werde die Stadt mehr Menschen aus dem Umland anlocken.

Zwei Szenarien

Ergebnis sind zwei Szenarien. Bei einem natürlichen Pendler-Anstieg brauche Fürstenwalde mindestens 850 Fahrrad- und 1500 Pkw-Stellplätze am Bahnhof. Beim "ökologischen" Szenario, wenn aktiv versucht werde Individualverkehr zu reduzieren, ÖPNV zu stärken, mehr Menschen aufs Rad zu bekommen, brauche man mindestens 2000 Fahrrad- und 500 Pkw-Parkplätze. Um dies zu realisieren, müssten z.B. der Güterbahnhof, weitere Flächen der Bahn sowie das KWU-Gebäude in die Überlegungen einbezogen werden. Die Planer schlagen einen Vier-Stufen-Plan, der binnen zwölf Jahren umgesetzt werden könnte, vor.

Mit Kostenschätzungen sind die Visionen nicht untersetzt. Wenn etwa im nördlichen Bahnhofsumfeld, wo jetzt der P&R-Platz ist, ein neues Quartier entstehen solle, müsse dies durch einen privaten Investor geschehen, der einen zweistelligen Millionenbetrag mitbringt, nannte Christfried Tschepe, der im Rathaus für Stadtentwicklung zuständig ist, eine Größenordnung. Bei dem Druck aus Berlin sei dies "überhaupt nicht abwegig".

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG