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Heimatverein
Wo Storchenschüler mit Brett waschen lernen

Prägen den Heimatverein Schöneiche: die Vorsitzende Gerlinde Krause und das langjährige Vorstandsmitglied Eberhard Meyer.
Prägen den Heimatverein Schöneiche: die Vorsitzende Gerlinde Krause und das langjährige Vorstandsmitglied Eberhard Meyer. © Foto: Annette Herold/MOZ
Annette Herold / 10.09.2019, 07:00 Uhr
Schöneiche (MOZ) Mit 40 Jahren könnte er das Kind vieler seiner Mitglieder sein, und im übertragenen Sinne ist er das auch. Der Schöneicher Heimatverein besteht jetzt seit vier Jahrzehnten, für die Mitglieder ist das Anlass zur Freude, zur Rückschau und zum Blick nach vorn.

Einer, der von Anfang an dabei ist und deshalb besonders gut zurückblicken kann, ist Eberhard Meyer. Der heute 81-Jährige ist seit Kindertagen Schöneicher und mit den Jahren zum Sammler geworden. Irgendwann, das war in den 80er-Jahren, wurde der Platz knapp für die vielen Schöneicher Erinnerungsstücke. So wie auch bei Heinz Biskup; doch für die Männer deutete sich über den Kulturbund eine Lösung an, in der der Heimatverein seinen Ursprung hat: die Rekonstruktion des heutigen Heimathauses, des letzten erhaltenen Schöneicher Doppelstuben-Fachwerkhauses.

Wo Storchenschüler waschen

Der Bau beherbergt ein kleines Museum, bietet Platz für Vereinsaktivitäten und ist der Platz, an dem junge Schöneicher mehr über die Vergangenheit ihres Heimatortes erfahren, wie Gerlinde Krause, seit sieben Jahren Vereiensvorsitzende, erzählt. Da lernen junge Storchenschüler zum Beispiel, wie ihre Urahnen mit Kernseife und Waschbrett ihre Wäsche gereinigt haben. Was damals harte Arbeit war, bereitet heute großen Spaß, ist von der Vereinsvorsitzenden zu erfahren. "Die wollen gar nicht wieder aufhören zu waschen."

Brauchtumspflege und Wissensvermittlung sind nur ein Teil dessen, womit sich die 45 Mitglieder beschäftigen. Sie sind beim Ostermarkt dabei, beim Musik- und Heimatfest. Und – wie gerade wieder – beim Tag des offenen Denkmals, an dem Ehrenamtliche Heimathaus, Rauhfutterspeicher und Schlosskirche öffneten.

Das Engagement um die drei Schöneicher Wahrzeichen hebt Bürgermeister Ralf Steinbrück (SPD) ganz besonders hervor, wenn es um den Heimatverein geht. Die Gemeinde wäre mit hauptamtlichen Mitarbeitern nicht in der Lage zu leisten, was Ehrenamtliche übernehmen, sagt der Rathauschef: das Heimathaus regelmäßig öffnen, Interessierten den Zugang zum Rauhfutterspeicher ermöglichen oder regelmäßig Konzerte in der Schlosskirche veranstalten. "Der Verein ist für Schöneiche extrem wichtig", fasst der Bürgermeister zusammen.

Und ein Blick voraus? Im Gespräch sei manches, berichtet Vereinschefin Gerlinde Krause. Ein Heft über das Gesundheitswesen in der Gemeinde könnte ein interessantes Projekt sein, findet sie. Wünsche haben die Ehrenamtlichen auch, wie den, die Dorfstraße weiter zu pflastern, die an den restaurierten Schlosskirchen-Torpfeilern entlangführt. Aber Gerlinde Krause und ihre Mitstreiter erwarten keine Wunder. "Das hängt schließlich auch am Geld."

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