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Bilanz
WGE-Mieter zahlen weniger als andere Brandenburger

Friedrichstraße/Ecke Seestraße: Hier sind Mieter der Erkneraner Wohnungsgesellschaft zu Hause. Die Mieten liegen unter dem Landesdurchschnitt.
Friedrichstraße/Ecke Seestraße: Hier sind Mieter der Erkneraner Wohnungsgesellschaft zu Hause. Die Mieten liegen unter dem Landesdurchschnitt. © Foto: Gerd Markert
Joachim Eggers / 11.09.2019, 06:00 Uhr
Erkner (MOZ) Gute Zahlen sind die Erkneraner Stadtverordneten von ihrer Wohnungsgesellschaft seit vielen Jahren gewohnt. Die Bilanz, die Geschäftsführerin Susanne Branding dem Ausschuss vorstellte, reiht sich da ein.

Der Leerstand ist minimal, das städtische Unternehmen hat Bauaufträge im Wert von 8,8 Millionen Euro vergeben, davon etwas mehr für Neubau als für Instandhaltung. Dabei sind die Mieten immer noch günstig: die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter lag bei der WGE Ende 2017 bei 4,90 Euro, nach Angaben von Susanne Branding betragen die Vergleichswerte für ganz Brandenburg 5,03 Euro und für das Berliner Umland 5,53 Euro.

Voriges Jahr hat es keine Erhöhung im Bestand gegeben. Bei Neuvermietung verlangte die WGE Ende 2017 im Durchschnitt 5,85 Euro, weniger als im sonstigen Berliner Umland (6,44 Euro), mehr als in ganz Brandenburg (5,61 Euro) – wobei da auch Zahlen aus von Abwanderung geprägten Landstrichen einfließen.

Die Bautätigkeit hat auch Folgen für die Mieter: Besser gedämmte Häuser brauchen weniger Energie, die Nebenkosten sinken. Nicht ohne Stolz zeigte Susanne Branding eine Grafik, auf der der Rückgang der verbrauchten Fernwärme abzulesen war, von 2014 bis 2018 jährlich 60 Megawattstunden, das entspreche 20 Prozent weniger Kosten für die Mieter. Dieses Augenmerk ist auch Ausdruck der Nachhaltigkeits-Orientierung, die Susanne Branding mit einer anspruchsvollen Zertifizierung vorantrieb. 2018 wurde sie erfolgreich erneuert. Greifbar wird sie auch in einem Fahrradhaus in Neu-Buchhorst. 2020 will die Geschäftsführerin das Thema Gemeinschaftsgärten voranbringen, kündigte sie an.

Zur Bilanz gehörte auch ein Blick auf die Schulden: Fremdkapital in Höhe von 23,286 Millionen Euro stehen in der Bilanz, und immer noch Altschulden, politisch festgelegt nach dem Einheitsvertrag, in Höhe von 4,174 Millionen Euro.

Marco Gührke, berufener Bürger von der SPD, sprach die jahrelange Praxis an, die Gewinnrücklage der WGE selbst zu überlassen – was zum Rückgang der Altschulden geführt hat. Mit Blick auf den anstehenden Bau einer Grundschule sprach er Kämmerer Denis Matuszak an, wie er da so denke.

Ausschüttung von 120 000 Euro

Bürgermeister Henryk Pilz schaltete sich ein: Diese Frage möge Gührke doch bitte erst mal an den Gesellschafter richten; das ist er. Pilz erinnerte an das, was vor der Bilanz der WGE im Ausschuss besprochen worden war. Im laufenden Haushalt steht nämlich eine Gewinnausschüttung der Wohnungsgesellschaft in Höhe von 120 000 Euro. Aufgrund einer Frage von CDU-Fraktionschef Erik Nickel erfuhren die Mitglieder, dass diese Ausschüttung versteuert werden muss, und zwar mit rund 24 000 Euro. Pilz’ Schlussfolgerung: "Der Mehrwert für die Stadt wird besser realisiert, wenn die Wohnungsgesellschaft das Geld behält."

Was die Finanzierung einer Grundschule angeht, sagte Kämmerer Matuszak, müsse man erst mal abfragen, ob es Fördermittel gebe; in der Vergangenheit seien es 60 Prozent gewesen.

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