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Nahverkehr
Schöneicher Gemeindevertreter gegen höhere Tram-Preise

Die Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn
Die Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn © Foto: Annette Herold/MOZ
Annette Herold / 07.11.2019, 19:53 Uhr
Schöneiche (MOZ) Ende November entscheidet die Gesellschafterversammlung der Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn (SRS) über den Wirtschaftsplan für das Jahr 2020. Bürgermeister Ralf Steinbrück (SPD) soll als Vertreter der Gemeinde Schöneiche, mit 15 Prozent an der SRS beteiligt, laut Beschluss der Gemeindevertretung dagegen stimmen – wenn Straßenbahnfahrkarten damit zum 1. Januar teurer werden.

Antrag der Linken

Der Mittwochabend gefasste Beschluss geht auf einen Antrag der Linken zurück. Zuvor hatte Fraktionschef Fritz Viertel dem Bürgermeister eine Anfrage zum Thema gestellt. Mit Steinbrücks Antwort wurde nun öffentlich, dass die SRS zum Jahreswechsel ihren Haustarif erhöhen will. Ermäßigte Einzelfahrscheine der für die Fahrt innerhalb einer Gemeinde geltenden Preisstufe 1 sollen 10 Cent teurer werden und damit einen Euro kosten, reguläre der Preisstufe 3 (SRS-Gesamtstrecke) künftig zwei statt bisher 1,90 Euro. Zehner-Karten der Preisstufe 1 sollen 50 Cent teurer werden und damit 11 Euro kosten, ermäßigte neun statt acht Euro. Für ermäßigte Zehnerkarten der Preisstufe 2 (zwei Gemeinden) ist eine Erhöhung um 50 Cent auf elf Euro geplant und für Zehnerkarten der Preisstufe 3 eine Verteuerung von 17 auf 18 Euro.

Wie in Schöneiche formiert sich auch in Rüdersdorf Widerstand gegen diese Pläne: Die dortige Linksfraktion will das Thema auch noch vor der für den 28. November geplanten Gesellschafterversammlung in der Hauptausschusssitzung am nächsten Donnerstag zur Sprache bringen.

In Schöneiche machte Fritz Viertel, nach eigenen Worten im Nebenberuf Straßenbahnfahrer bei der SRS, deutlich, er halte eine Preiserhöhung für das falsche Signal. Für Berlin-Pendler verteuere sich die Nutzung von Bus und Bahn zum neuen Jahr ohnehin, weil der VBB die Fahrpreise erhöhen will. Mit einer weiteren Erhöhung würden Menschen mit schmalem Budget massiv belastet. "Es gibt auch Menschen, die müssen jeden Euro umdrehen", sagte er. Zudem sei eine Preiserhöhung angesichts der angestrebten Verkehrswende das Falsche.

800 Euro Mehreinnahmen

Die SRS rechnet durch die Erhöhung mit jährlichen Mehreinnahmen von 800 Euro. Philip Zeschmann brachte das zu der Aussage: "Wollen wir uns wirklich um 800 Euro streiten? Wenn jeder Gemeindevertreter 34,78 Euro gibt, haben wir das Geld zusammen. Wenn es um 80 000 Euro ginge ..." Mathias Papendieck (SPD) erinnerte wie der Bürgermeister daran, dass es unter anderem mit der angestrebten Takterhöhung im Berufsverkehr auch um ein besseres Angebot gehe. Für Martin Berlin (Schöneicher Liste) hat die Preiserhöhung vor allem negative psychologische Effekte. Beate Simmerl (Linke) sagte: "Die Gemeinde zahlt der SRS über 170 000 Euro im Jahr. Es ist peinlich, dass die Gesellschaft jetzt um 800 Euro feilscht."

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