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In Woltersdorf ist das erste stationäre Hospiz in Oder-Spree und Märkisch-Oderland eröffnet worden.

Soziales
Woltersdorfer Hospiz eröffnet - mit Sonne und Blick ins Grüne

Der Tisch lässt sich gut ans Bett rücken: Krankenschwester Heike Hötscher hat Evelin Funke, Beate Korn und Cornelia Heine vom Hospiz-Förderverein durch das neue Haus geführt.
Der Tisch lässt sich gut ans Bett rücken: Krankenschwester Heike Hötscher hat Evelin Funke, Beate Korn und Cornelia Heine vom Hospiz-Förderverein durch das neue Haus geführt. © Foto: Annette Herold/MOZ
Annette Herold / 08.11.2019, 20:00 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Am Montag werden die ersten beiden Gäste, wie im Hospiz die Bewohner auf Zeit genannt werden, erwartet. Wer in der Woltersdorfer Schleusenstraße 46 einzieht, hat sehr wahrscheinlich nicht mehr allzu lange zu leben. Dennoch soll kein Ort des Todes sein, was da in den vergangenen zwölf Monaten entstanden ist. Geschäftsführerin Angelika Behm spricht ohnehin lieber von einem Ort des Lebens, einem, an dem schwerstkranke und sterbende Menschen Zuwendung, Trost, Liebe und auch Freude erfahren und dabei die Pflege erhalten, die sie benötigen.

Mit dem Krankenhaus Märkisch-Oderland, dem Woltersdorfer Krankenhaus Gottesfriede und der Diakonie Hospiz Wannsee GmbH hat das Hospiz kommunale wie kirchliche Träger. Es soll ein allen offenstehendes Haus sein, wie Pflegedienstleiterin Stefanie Micklitza sagt. Die 14 Plätze sind nicht Gläubigen vorbehalten, seelsorgerische Betreuung ist auf Wunsch aber möglich. Nötig für einen Platz im Hospiz ist die Einweisung durch einen Arzt.

Krankenschwester Heike Hötscher gehört zum Pflegepersonal des neuen Hauses und freut sich aus mehreren Gründen darüber, nicht zuletzt, weil sie in Woltersdorf zu Hause ist. Vor allem aber liebt sie nach fünf Jahren Hospiz-Erfahrung diese Arbeit. "Man erfährt so viele Lebensgeschichten, spürt so viel Weisheit", berichtet sie von ihrer bisherigen Arbeit in einem Berliner Hospiz. Ganz gewiss sei diese Tätigkeit nicht immer einfach, "aber man kriegt so viel zurück." Und Heike Hötscher hat sehr zu schätzen gelernt, dass sich Pflegende in einem Hospiz deutlich mehr Zeit nehmen können, als es etwa in einem Krankenhaus der Fall ist.

Zum Eröffnungstag am Freitag führt die Krankenschwester durch das Haus mit seinen 14 Gästezimmern. Alle sind ebenerdig, jedes hat eine Terrasse vor dem Fenster, durch das an klaren Tagen zumindest zeitweise Sonne scheint. Durch die Tür ins Freie passt auch das Pflegebett. Schrank und Fernseher gehören zur Ausstattung aller Zimmer – und ein besonderer Tisch, auf den Angelika Behm aufmerksam macht. Er hat drei Beine, ist nicht fest montiert und an einer Seite abgeflacht. "So lässt er sich ans Bett rücken, und Angehörige können mit dem Gast eine Tischgemeinschaft bilden", ist der Geschäftsführerin wichtig zu erwähnen.

Mancher Kampf liegt hinter den Bauherrn, wie mancher Redner beim Eröffnungsfestakt anklingen lässt. Am Ende aber überwiegt die Freude darüber, innerhalb der vorgesehenen Bauzeit und innerhalb des geplanten Budgets von 3,189 Millionen Euro fertig geworden zu sein. Und über viel Unterstützung unter anderem finanzieller Natur: vom Verein Polarsterne zum Beispiel, dem Hospiz-Förderverein. Eine Abordnung hat – auch im Namen der erkrankten Vereinschefin Daniela Wraske – zur Eröffnung einen Scheck über 10 000 Euro mitgebracht, zusammengekommen aus Spenden und durch den Erlös von Benefiz-Aktionen.

Förderverein sucht Unterstützer

Die sollen (und müssen, weil sich Hospize zu einem Teil aus Spenden finanzieren) fortgesetzt werden, wie Gründungsmitglied Evelin Funke sagt. Dafür sucht der Verein Unterstützung mit Geld, aber auch mit ehrenamtlichem Engagement. Bei vielen öffentlichen Anlässen in der Region ist der Verein mit seinen Informations- und Verkaufsständen vertreten, so wie im September beim Woltersdorfer Sommerfest.

Informationenund Adressen

Das Hospiz befindet sich in der Woltersdorfer Schleusenstraße 46. Kontakt ist schon möglich über die Internetseite www.diakonie-hospiz-woltersdorf.de

Der Förderverein hat seinen Sitz in Neuenhagen, will seine Versammlungen aber künftig im Hospiz abhalten. Erreichbar ist er unter Telefon 03342 200597 und über die E-Mail-Adresse hospiz-polarstern@gmx.de.

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