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Bei der elften Auflage des Lichterfestes in Erkner strömen die Menschen wieder in Scharen. Die Zukunft ist jedoch offen.

Advent in Erkner
Lichterfest lässt Friedrichstraße leuchten

Bernhard Schwiete / 02.12.2019, 07:00 Uhr
Erkner (MOZ) Sie sind eine winzige Sekunde zu spät dran. Als Erkners Bürgermeister Henryk Pilz, Wohnungsgesellschaft-Geschäftsführerin Susanne Branding und die beiden Engel Melanie und Leonie am Sonnabend um 16.25 Uhr auf der Bühne auf dem Kirchvorplatz auf den rein symbolischen Knopf drücken, ist die Weihnachtsbeleuchtung in der Friedrichstraße bereits einen kurzen Moment zuvor eingeschaltet worden. Doch daran stört sich in diesem Moment niemand. Beifall ertönt, die Menschen staunen. Dann setzt der Ansturm nach vorne in Richtung Bühne ein. Bäckermeister Frank Vetter hat dort seine aus sechs Teilen bestehende, insgesamt 4,80 Meter lange Riesenstolle angeschnitten, und es sind viele, die ein Stück davon abbekommen wollen.

Das Lichteinschalten und der Stollenanschnitt sind zwei der ritualisierten Traditionen beim Erkneraner Lichterfest, das in diesem Jahr seine elfte Auflage erlebt. Auch diesmal wieder finden sie enormen Anklang. Der Kirchvorplatz, das Zentrum des Geschehens, ist am späten Sonnabend-Nachmittag rappelvoll. Auf der Friedrichstraße, wo sich zwischen Kirchvorplatz und Kreuzung Seestraße Bude an Bude reiht, flanieren so viele Menschen, dass diese zeitweise nur im Schneckentempo vorankommen.

Punkten kann das Lichterfest vor allem wieder mit seinen Angeboten für Kinder. Ob Basteln, Entenangeln und andere kleine Spiele, eine Eisenbahn zum Mitfahren, ein Marionettentheater mit sich mehrfach wiederholenden Märchen-Aufführungen oder ein Mini-Riesenrad – dank der Sponsoren der Veranstaltung ist alles kostenlos. Wer sich beim Eisstockschießen ausprobieren will, muss etwas Wartezeit mitbringen, bis er an der Reihe ist. Auch am Sonntag, dem zweiten Veranstaltungstag, strömen gleich zum Beginn um 13 Uhr wieder die ersten Menschen herbei.

Das elfte Lichterfest bringt aber auch Neues, in Form einer Erweiterung. Vor dem Eiscafé Bürgerle ist eine zweite, etwas kleinere Bühne aufgebaut. Dort tritt am Sonnabend unter anderem eine Gruppe der Kita Wasserwichtel auf. Mit Liedern und Gedichten erfreuen sie ihre Fangemeinde, die vor allem aus Eltern und Großeltern besteht. Auf der Hauptbühne singt der Gemischte Chor Strausberg und musizieren die Fürstenwalder Stadtmusikanten. Nicht immer entsteht durch das Programm eine besinnliche Atmosphäre, zum Beispiel bei den Rhythmen der Tanzschule Fit and Dance aus Woltersdorf und Schöneiche. "Wir feiern hier auch keinen Weihnachtsmarkt, sondern das Lichterfest", erläutert Pilz. Idee der beiden Tage am ersten Adventswochenende sei vor allem, wegzukommen von nur kommerziellen Angeboten – daher das Kostenlos-Programm für Familien und Kinder, ergänzt Susanne Branding, die mit der Wohnungsgesellschaft das Fest als Hauptsponsor unterstützt.

Kleine Organisatoren-Gruppe

Ihren Auftritt auf der Bühne nutzt die Geschäftsführerin zu einem Appell an die Besucher. Der Verein Lichterfest Erkner, der Veranstalter des Spektakels, brauche dringend Mitstreiter. Organisations-Leiterin Annette Beck geht ins Detail. "Wir sind nur noch eine Gruppe von fünf bis sechs Leuten", sagt sie. Schon seit Mai seien sie mit den Vorbereitungen beschäftigt gewesen. Auf Dauer sei dies mit einem so kleinen Personenkreis nicht mehr leistbar. Man müsse dann zumindest die Dimensionen der Veranstaltung überdenken.

Pilz wird noch deutlicher. "Die Gefahr, dass dies das letzte Lichterfest ist, ist da", sagt er. Dieses Jahr habe man im Vorfeld andere Erkneraner Vereine kontaktiert und um Unterstützung gebeten, darauf aber nicht die erhoffte Resonanz bekommen. "Wenn das Fest vorbei ist, werden wir uns zusammensetzen", kündigt der Bürgermeister am Sonnabend an, kurz bevor die Lichter angehen.

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