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Die Gemeindevertreter machen den Weg frei für die Windparkerweiterung. Pillgramer fordern Geschwindigkeitsbeschränkung.

Windkraft
Fünf Stimmen für weitere elf Mühlen in Jacobsdorf

Windkraftanlagen
Windkraftanlagen © Foto: Andreas Arnold/dpa
Uwe Stemmler / 08.12.2019, 06:00 Uhr
Jacobsdorf (MOZ) Ich hoffe, dass wir uns mit diesem Thema nie wieder beschäftigen müssen", sagte Jacobsdorf Bürgermeister, Peter Stumm, in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend nach den Abstimmungen zum B-Plan "Windpark Jacobsdorf II". Der Satzungsbeschluss wurde mit der Mehrheit der Stimmen gefasst. Für diese Mehrheit reichten allerdings fünf Befürworter unter den elf anwesenden Gemeindevertretern. Es gab nur eine Gegenstimme, alle anderen enthielten sich.

Die Vertreter der Investoren MLK und Energiekontor blickten zufrieden. Bis zu elf weitere, 244 Meter hohe Mühlen können sie auf den Flurstücken zwischen Sieversdorf, Peterdorf, Jacobsdorf und Pillgram errichten.  Dort stehen bereits 36. Der nun beendete Streit um die Windpark-Erweiterung zog sich lange hin. Das Ergebnis macht nicht viele Anwohner glücklich. Fakt ist: Das Amt Odervorland wird als Lieferant von erneuerbarer Energie noch bedeutender. Nach der Erweiterung des Windparks Jacobsdorf werden dort also 47 Mühlen stehen. Im Süden schließt sich das Windenergie-Feld bei Biegen mit derzeit neun Anlagen an, für weitere 16 läuft längst die Planung. Zudem lässt MLK bei Pillgram ein sehr großes Biomassekraftwerk errichten, das jährlich sechs Millionen Tonnen Biogas erzeugen soll. Auch bei Solarenergie wird jetzt zugelegt. Die Gemeindevertretung beschloss einen Nutzungsvertrag mit der Firma Green City AG. Zwischen Autobahn und Expo-Park will sie Photovoltaik-Ablagen installieren.

Ein wenig versüßt wird den Anwohnern die ganze Sache. Ab nächstes Jahr müssen Betreiber in Brandenburg den Windkraft-Euro entrichten, für jedes neue Windrad 10 000 Euro an die Gemeinde zahlen. Und im Vertrag mit der Green City AG ist festgeschrieben, dass Jacobsdorf ein Nutzungsentgelt erhält, in den ersten zehn Jahren jeweils 2250 Euro, danach steigert es sich. Damit kann die Gemeinde so manches zusätzliche Projekt in Angriff nehmen.

Tempo 30 in Pillgram

Jenen zahlreichen Pillgramer und Jacobsdorfer Einwohnern, die zuletzt für viel Diskussion in den Ortbeiräten sorgten, wird das nicht helfen. Sie wollen Verkehrseinschränkungen. In der Sitzung am Donnerstag wurde ihr Ansinnen zusammengefasst. In Pillgram gehe es, wie Ortsvorsteher Sven Lippold sagte, um Tempo 30 im ganzen Ort – aber zunächst konkret um die Biegener Straße und die Schulstraße, dort auch um eine Tonnagebegrenzung. Holger Lehmann vermutet, dass die Schäden am 500 Jahre alten Vorlaubenhaus auch auf den Verkehr, der übers Pflaster rollt, zurückzuführen seien.

Das Problem an der Sache machte Odervorlands Bauamtsleiter Ron Gollin klar: Zuständig ist das Straßenverkehrsamt in Beeskow, und dessen Ziel bestehe darin, einen zügigen Verkehr zu gewährleisten. Das Amt Odervorland werde aber vermitteln und alle aufgezeigten Probleme dabei in die Waagschale werfen. Anders ist die Situation in Jacobsdorf. Hier wurde im Wohngebiet um Feldstraße und Lerchenweg vor einiger Zeit ein Tempo-30-Schild umgefahren. Als man es wieder aufstellen wollte, bemerkte die Beeskower Behörde, dass es gar nicht angeordnet war. Also könnte man auf den Straßen, die keine Bürgersteige haben, 50 fahren. Man sei zu dem Konsens gekommen, die Straßen zur 30er-Zone zu machen, ausgenommen der Teil des Wohngebiets, für den eine Verkehrsberuhigte Zone seit langem angeordnet ist, berichtete Ortsvorsteher Eckhard Strobel. Laut Gollin hat das Straßenverkehrsamt mündlich signalisiert, dass das möglich sei, allerdings eine sehr umfangreiche Beschilderung notwendig mache.

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