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Brandschutz
Tausende Wohnungen in Fürstenwalde kriegen Rauchmelder

"Für uns bringt er mehr Sicherheit": Thaddäus Szymela aus Fürstenwalde und seine Frau sind froh, dass sie einen Rauchwarnmelder bekommen haben.
"Für uns bringt er mehr Sicherheit": Thaddäus Szymela aus Fürstenwalde und seine Frau sind froh, dass sie einen Rauchwarnmelder bekommen haben. © Foto: Manja Wilde
Manja Wilde und Conradin Walenciak / 03.03.2020, 20:09 Uhr - Aktualisiert 04.03.2020, 07:05
Fürstenwalde (MOZ) Die Wowi hat knapp 9500 Geräte installiert, auch die Genossenschaft ist auf der Zielgraden. Manche Mieter sträuben sich.

Schön, dass Rauchmelder vom Vermieter eingebaut werden, man sich um nichts kümmern muss", sagt Angelika Szymela. Mit ihrem Mann Thaddäus lebt sie seit 1997 in einer Wohnung der Wohnungswirtschaft Fürstenwalde GmbH (Wowi). Bereits 2018 brachte eine Firma die kleinen Geräte in Wohnstube, Korridor, Schlaf- und Kinderzimmer an. "Bei uns sind sie noch nicht losgegangen, aber wenn der Unternachbar kocht, passiert das schon mal", sagt die 66-Jährige. Die beiden fragen sich was geschieht, wenn der Rauchwarnmelder einen Fehlalarm hat, während sie im Urlaub sind. "Die Dinger hören ja gar nicht auf und werden immer lauter", weiß Thaddäus Szymela.

Bis Ende des Jahres müssen Wohnungseigentümer Rauchwarnmelder installiert haben. Das schreibt die Brandenburgische Bauordnung vor. In Aufenthaltsräumen, ausgenommen Küche und Bad, sind sie Pflicht. Für Neubauten gilt das schon länger.

Die Wowi hat 9435 Melder eingebaut, sagt Simone Paetsch aus dem Bereich Technik. "Wir haben vor anderthalb Jahren damit begonnen", ergänzt Geschäftsführer Thomas Buhl. Der Einbau sei, bis auf einzelne Nachzügler, abgeschlossen. Die Melder werden einmal im Jahr per Funk gewartet – nur diese Kosten auf die Mieter umgelegt. Den Fall, dass ein Gerät piepte, während ein Mieter im Urlaub war, "hatten wir noch nicht", sagt Anke Thieme aus der Vermietung. Würde es dann brenzlig riechen, öffne die Feuerwehr die Tür. Die Wowi habe keine Generalschlüssel, um zu prüfen, ob es sich um einen Fehlalarm handelt. "Wer für längere Zeit wegfährt, sollte einen Schlüssel und Kontaktdaten bei einem Nachbar abgeben", rät sie. Notfalls käme aber auch die Gebäudehaftpflichtversicherung für die Reparatur einer aufgebrochenen Tür auf.

Bei der Fürstenwalder Wohnungsbaugenossenschaft ist man auch auf gutem Weg, was den Rauchmelder-Einbau betrifft. Etwa 85 Prozent der 1962 Wohnungen seien ausgestattet, sagt Martina Spremberg, zuständig für Instandhaltung und Betriebskosten. "Wir sind dabei, die restlichen Wohnungen auszurüsten." Allerdings stoße man auch auf Mieter, die dies ablehnen. "Manche finden die Melder hässlich oder lassen die Monteure aus anderen Gründen nicht rein", so Spremberg. Aber es seien rechtliche Vorgaben umzusetzen, weshalb man sich notfalls per Anwalt Zugang verschaffe. Mieter, die eigene Melder haben, könnten diese nun entfernen. "Für uns ist wichtig, dass unsere Wohnungen mit den Geräten ausgestattet sind, die wir ausgesucht haben. Diese werden zentral überwacht." Das erledige die Firma Techem.

Die Anschaffungs- und Wartungskosten werden auf die Miete umgelegt. "Ein Melder kostet den Mieter etwa 6 Euro pro Jahr. Je nachdem wie viele in der Wohnung sind, erhöht sich das." Trotz des Aufwands beim Einbau findet Spremberg die gesetzliche Vorgabe gut. "Wir hatten schon Brände und wissen, was das dann nach sich zieht", sagt sie. Außerdem erhöhe der flächendeckende Einbau das generelle Sicherheitsgefühl.

Alarmsignal an die Mieter

Eine Statistik, wie oft Rauchwarnmelder Auslöser für Feuerwehreinsätze sind, gibt es nicht, sagt Fürstenwaldes Feuerwehrchef Jörn Müller. Anders als bei Brandmeldeanlagen in Kliniken oder öffentlichen Gebäuden, laufe der Alarm nicht gleich bei der Leitstelle auf. "Das Signal soll dem Mieter oder einem Nachbarn signalisieren, dass etwas nicht in Ordnung ist. Vor allem in der Nacht ist das wichtig", erklärt er. Die 112 muss noch gewählt werden. Erst dann alarmiere die Leitstelle die Feuerwehr. "Und beim Löscheinsatz vor Ort fragen die Kameraden nicht ab, ob ein Rauchwarnmelder gepiept hat", sagt Müller. Auch in der Leitstelle gibt es diese Statistik nicht. Seitens des Ministeriums werde zwar überlegt, ein Alarmstichwort "Rauchwarnmelder" einzupflegen, bislang sei dies nicht der Fall, hieß es aus der Leitstelle Oderland.

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