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Handball
Grünheider stecken im Abstiegsstrudel

Da war noch alles gut: Toni Fuchs mit dem Anspiel an den Kreis zu Marc Schmitz. Mit der Nummer 4 der Berliner Pilipp Warnst. Wenig später verletzte sich der Grünheider am Knie.
Da war noch alles gut: Toni Fuchs mit dem Anspiel an den Kreis zu Marc Schmitz. Mit der Nummer 4 der Berliner Pilipp Warnst. Wenig später verletzte sich der Grünheider am Knie. © Foto: Andreas Hoffmann
Kai Beißer / 09.03.2020, 06:30 Uhr
Grünheide (MOZ) Zweieinhalb Minuten waren in der ersten Hälfte noch zu spielen, als Toni Fuchs bei einer Angriffsaktion plötzlich zusammen sank, sich ans Knie griff und mit der anderen Hand beinahe verzweifelt auf den Hallenboden trommelte.

Kurz zuvor hatte der Rückraumspieler des GSV mit seinem zweiten Treffer das 12:12 erzielt, das auch den Halbzeitstand bedeutete. Jetzt musste er unter Schmerzen in die Kabine begleitet werden – es hatte fast schon etwas Tragisches, dass ihn mit Christoph Genilke und Tom Griebsch zwei andere Langzeitverletzte des Gastgebers stützten, beinahe trugen.

Fuchs wurde zur ersten Untersuchung ins Krankenhaus nach Rüdersdorf gebracht, wird heute einen Spezialisten in Berlin aufsuchen. "Das Knie ist stark angeschwollen und er kann das Bein nicht durchstrecken", sagte Co-Trainer Dirk Köhler am Sonntagabend, hoffte dabei immer noch, "dass es vielleicht doch keine ganz so schlimme Verletzung ist."

So oder so ist die Mannschaft von der Löcknitz arg gebeutelt. Und das war in jeder Phase des Spiels gegen die Berliner auch zu spüren. Immer wieder wechselten gute Phasen mit Fehlern, die zum Teil der Verunsicherung zuzuschreiben, manchmal aber auch schlicht unerklärlich waren. Die Körperspannung, die Ausstrahlung war bei den Gästen eine ganz andere als bei den Einheimischen.

Die schienen in der ersten Halbzeit lange Zeit nicht auszugleichen wollen – immer, wenn die Chance da war, verweigerten die Grünheider. Beim 10:10 durch Marcus Schwiderski war es dann aber doch soweit (25.), bis zur Pause blieb die Partie ausge-glichen. Nach dem Wechsel allerdings zogen die Hauptstädter Stück für Stück davon. Der GSV wehrte sich, musste aber zunehmend dem Umstand Tribut zollen, dass nur noch zwei Wechselspieler auf der Bank saßen. "Die Moral ist intakt. Wir haben uns heute nichts vorzuwerfen. Aber wenn einen wieder so ein Schlag trifft, wird es natürlich immer schwerer, nicht den Mut zu verlieren", sagte Köhler angesichts des Ausfalls von Toni Fuchs.

Während sich die Blau-Weißen mit dem 30:25 der letzten Abstiegssorgen entledigt haben, ist die Situation für den Grünheider SV noch prekärer geworden. Schlusslicht VfL Tegel gewann das Hauptstadt-Derby beim VfV Spandau mit 26:25 und hat nach Punkten gleichgezogen. Somit kommt es am Sonnabend in der Berliner Hatzfeldt-Allee zumultimativen Kellerduell – und nur der Sieger dürfte in den dann noch verbleibenden sechs Saisonspielen realistische Chancen auf den Klassenerhalt haben.

Statistik

Grünheider SV: Danny Alpers, Tim Reisener – Konstantin Büttner 1 Tor, David Walaszewski 3, Toni Fuchs 2, Marc Schmitz 3, Sören Klünder,Marcus Schwiderski 4, Moritz Kraft 7/davon 4 Siebenmeter, Marc RobinHiesener 4, Clemens Wetzel 1Schiedsrichter: Jann Tillmann Skroblien, Philipp Tümmel (Schwerin) – Siebenmeter: GSV 5/4 verwandelt, Blau-Weiß 5/4 – Zeitstrafen: GSV 6, Blau-Weiß 1

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