Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fußball/Volleyball/Handball
Spielbetrieb ruht in der Region

Roland Hanke / 13.03.2020, 06:30 Uhr
Schöneiche/Briesen (MOZ) Nun hat es auch die Fußballer erwischt, die die Nachricht meist am Donnerstagabend während des Abschluss-Trainings erreichte. Der Landesverband FLB wird die kommenden beiden Spieltage im gesamten Verbandsgebiet aufgrund der aktuellen Lage zum Corona-Virus absetzen. Zuvor hatten am selben Tag bereits die Dach- und Landesverbände von Volleyball die Saison ab der 2. Bundesliga und darunter ganz beendet beziehungsweise Handball bis in den April hinein ausgesetzt.

"Die Verbände tragen eine große Verantwortung für die Durchführung des Spielbetriebs, für die Vereine, die Aktiven, die Fans und die vielen beteiligten ehrenamtlichen Helfer und ihre Familien. Diese Verantwortung nimmt auch der FLB sehr ernst", erklärte Pressesprecherin Silke Wentingmann-Kovarik am Abend. "Der hierfür eingesetzte Krisenstab des Verbandes hat sich heute kurzfristig zu einer Telefonkonferenz und nach Stellungnahme des Gesundheitsministerium zusammengefunden und nach neuerlicher Bewertung beschlossen, den gesamten Spielbetrieb im Verbandsgebiet auszusetzen." Der Beschluss trage der Dynamik und auch der gesellschaftlichen Verantwortung, die der FLB mittrage, Rechnung und "gilt mit sofortiger Wirkung für alle Spiel- und Altersklassen des Kreis- und Landesspielbetriebs bis einschließlich Sonntag, den 22. März 2020."

Das betreffe auch alle Freundschafts- und Pokalspiele. Ob Vereine ihren Trainingsbetrieb einstellen, bleibe den Verantwortlichen überlassen. Der FLB fordert jedoch alle Vereine auf, weiterhin zu prüfen, ob Spielerinnen und Spieler sowie Funktionäre der einzelnen Mannschaften in den letzten 14 Tagen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind und auf die bekannten Symptome zu achten.

Entwicklungen beobachten

Die Vereine sollten sich weiterhin über aktuelle Entwicklungen bei den zuständigen Behörden informieren und den Handlungsempfehlungen der Gesundheitsämter und des Robert-Koch-Instituts Folge leisten. Eine Neubewertung der Lage für den Spielbetrieb in Brandenburg erfolge durch den FLB fortlaufend.

Im Volleyball wurde bereits am Nachmittag entschieden, die Saison ab der 2. Bundesliga bis hin zur Landesebene sofort zu beenden. Davon betroffen sind auch die Mannschaften der Region. So fallen das für Sonnabend vorgesehene letzte Heimspiel der Männer der TSGL Schöneiche in der Dritten Liga Nord, die Auswärts-Partie der Zweiten in der Regionalliga Nordost sowie das Brandenburgliga-Heimturnier der Frauen des Saarower VSV mit Grün-Weiß Erkner und dem VSB offensiv Eisenhüttenstadt aus – ebenso alle noch ausstehenden Spiele in den Ligen darunter.

Der Deutsche Volleyball-Verband hatte für den Hallen-Spielbetrieb unterhalb der Regionalligen sowie im Beach-Bereich, die im Zuständigkeitsbereich der Landesverbände liegen, eine sofortige Beendigung  empfohlen. Der Vorstand des Brandenburgischen Volleyball Verbandes folgt laut Präsident Dr. Martin Fritzenberg der Empfehlung und "beendet den Spielbetrieb im Erwachsenen-, Senioren- und Jugendbereich mit sofortiger Wirkung".

Entscheidung bis 19. April

Ganz soweit geht es im Handball noch nicht. Da wird der Spielbetrieb erst einmal unterbrochen. "Der Handball-Verband Brandenburg schließt sich der Entscheidung nahezu sämtlicher Landesverbände an. "Mit sofortiger Wirkung setzen wir den gesamten Spielbetrieb im Jugend- und Erwachsenenbereich aus", teilte Vizepräsident Michel Nowak mit.

Nicht notwendige Sichtungsveranstaltungen, Sitzungen, Tagungen, Fortbildungen würden  bis auf weiteres ausgesetzt. "Spätestens zum 19. April wird über eine mögliche Wiedereinsetzung des Spielbetriebs im Jugend- und Erwachsenenbereich entschieden", erklärte Nowak. "Auch wenn wir wollten und könnten. Wir schaffen es nicht mehr aufgrund der unterschiedlichen Entscheidungen auf kommunaler Ebene bzw. der Gesundheitsbehörden vor Ort einen flächendeckenden Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Durch unsere Entscheidung wollen wir nicht nur der Verbreitung des Corona-Virus sondern der Infektion mit Angst entgegenwirken."

Davon betroffen sind unter anderem die Frauen des SSV Rot-Weiß Friedland, die am Sonnabend nach drei Wochen Pause wieder ins Spielgeschehen der Verandsliga Süd mit dem Derby gegen die HSG Schlaubetal-Odervorland. "Schade, dass wir nicht spielen", sagt SSV-Trainer Bernd Klinkisch. "Ich empfinde dieses Maßnahme als übertrieben." Betroffen sind auch die Handballer des Grünheider SV in der Oberliga Ostsee-Spree, mit den Frauen in der Verbandsliga Nord und Männern III in der Landesliga. "Ich weiß bislang nur von der Absage, Einzelheiten sind mir noch nicht bekannt", sagte GSV-Oberliga-Trainer Frank Morawetz.

Auch der Boxverband hat die Landesmeisterschafts-Kämpfe für dieses und nächstes Wochenende in Eisenhüttenstadt abgeblasen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG