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Corona
Ordnungsamt kontrolliert Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen in Erkner

Klinkentest: Kontrolleur Rayk Menschel am vorerst wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Restaurant Bechsteins in Erkner.
Klinkentest: Kontrolleur Rayk Menschel am vorerst wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Restaurant Bechsteins in Erkner. © Foto: Annette Herold
Annette Herold / 18.03.2020, 20:37 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 13:55
Erkner (MOZ) Beim zweiten Besuch Mittwochmittag ist Laura Schulze zufrieden. Gerade hat die Mitarbeiterin des Erkneraner Ordnungsamts im asiatischen Imbiss an der Frontseite des City-Centers gemeinsam mit ihrem Kollegen Rayk Menschel noch einmal nach dem Rechten gesehen.

Die Tische seien nun ein Stück weiter auseinandergerückt, sagt eine Mitarbeiterin. Eineinhalb Meter Abstand zwischen den Gästen ist das Ziel. Die Kontrolleure vom Amt prüfen, ob die seit dem Morgen geltenden Regeln zur Schließung vieler Geschäfte und zu Einschränkungen in der Gastronomie eingehalten werden.

Ohne Zollstock

Dass die Tische im Imbiss nun weniger dicht beieinander stehen, stellen sie auch ohne Zollstock fest. Und sie sehen ohnehin, dass sich in dem Imbiss weniger Menschen ihr Essen schmecken lassen als sonst. Wenig Betrieb herrscht auch im zweiten Imbiss im Center, wie Laura Schulze wenig später feststellen wird. Die Kontrolleure belassen es auch dort bei einem prüfenden Blick und gehen weiter. Kontrolliert werde mit Augenmaß, sagt Rayk Menschel, stellt aber auch klar, dass die weitere Ausbreitung des hochansteckenden Virus verhindert werden müsse.

Deshalb sind sie unterwegs und deshalb monieren sie in der im Gegensatz zu den meisten Läden in der Passage geöffneten Mäc-Geiz-Filiale: Das Geschäft müsse geschlossen werden, sagen sie den Mitarbeitern. Die zeigen ein Schreiben ihrer Leitung mit dem Verweis auf das Lebensmittel- und Drogeriesortiment der Filiale. Dessen Größe überzeugt die Kontrolleure nicht, die Schließung wollen sie aber erst nach Rücksprache mit dem Kreis anordnen. "Wir kommen wieder", kündigt Laura Schulze an.

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Sofort schließen sollen dagegen die beiden Blumenläden in der Friedrichstraße. Die Händler akzeptieren das ohne Diskussion, wohl wissend, dass sie ihre Schnittblumen damit nicht mehr für Geld an den Kunden bringen können. Die Händlerin in der Friedrichstraße 3 verschenkt ihre Sträuße kurzerhand. Mancher Passant nimmt soviele mit, dass er sie kaum tragen kann.

Abdullah Demir muss seinen Antalya-Grill in der Friedrichstraße 22a nicht schließen – aber Sicherheitsvorkehrungen treffen. Ab 18 Uhr darf er nur noch außer Haus verkaufen oder liefern. Die Tische vor der Fensterluke können stehen bleiben, wie er mit dem Ordnungsamt bespricht. Er wird sie zum Abend noch weiter auseinanderrücken. Für die Maßnahmen hat der Gastronom volles Verständnis, wie er sagt. "Das Geschäft ist jetzt zweitrangig. Gesundheit geht vor." In der Öffentlichkeit wünscht er sich mehr Möglichkeiten zur Hand-Desinfektion. "Das sollte die Stadt auch kontrollieren."

Ein paar Meter weiter, im Restaurant Bechsteins, bleibt für die Ordnungsamtsmitarbeiter gar nichts zu tun. Die Gaststätte, die ebenfalls bis 18 Uhr geöffnet sein könnte, hat komplett geschlossen – vorerst bis Ende März, wie auf einem Aushang in der Glastür zu lesen steht. Dass es so bald weitergehen wird, bezweifelt Rayk Menschel. Aber er sagt auch: "Je besser sich jetzt alle daran halten, desto eher sind die Einschränkungen vorbei."

Erste Hilfsangebote

Was diese Art Räson angeht, kann Bürgermeister Ralf Steinbrück (SPD) aus Schöneiche nur Gutes berichten. Es habe am Mittwoch keine zielgerichteten Kontrollen zur Schließung von Geschäften in Schöneiche gegeben, sagt er, aber auch keine einzige entsprechende Meldung. "Die Leute reagieren sehr vernünftig. Das macht uns allen die Arbeit leichter." Es habe auch erste Angebote zur Einkaufshilfe für besonders gefährdete Schöneicher gegeben, freut sich der Bürgermeister.

Das Hilfe-Telefon im Schöneicher Rathaus ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr unter 030 643304230 erreichbar.

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