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Corona
Lokale Nachbarschaftshilfe in Woltersdorf läuft an

Proben fürs koordinierte Hilfsangebot: Die Woltersdorferinnen Jana Barche (l.) und Hannah Scheibner wollen Leute auf ihr ehrenamtliches Nachbarschaftsnetzwerk "Initiative Woltersdorf zusammen und zuversichtlich gegen Corona" aufmerksam machen.
Proben fürs koordinierte Hilfsangebot: Die Woltersdorferinnen Jana Barche (l.) und Hannah Scheibner wollen Leute auf ihr ehrenamtliches Nachbarschaftsnetzwerk "Initiative Woltersdorf zusammen und zuversichtlich gegen Corona" aufmerksam machen. © Foto: Kerstin Ewald
Kerstin Ewald / 24.03.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 13:53
Erkner/Schöneiche/Woltersdorf (MOZ) Hannah Scheibner und Jana Barche sind gerade dabei, eine Unterstützungsgruppe aufzubauen. "Initiative Woltersdorf zusammen und zuversichtlich gegen Corona" haben sie sie genannt.

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Praktisch dafür war, dass sie beide bereits mit vielen anderen über das Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de in Kontakt stehen. Die Plattform ist eine von vielen, besonders an ihr ist allerdings: Hier werden nur Leute zusammengebracht, die nahe beieinander wohnen. Anonymität ist hier nicht angesagt. Wer sich anmeldet ist mit Name und ungefährem Wohnort vertreten.

60 Mitglieder bei Corona-Hilfe in Woltersdorf

Bei nebenan.de haben sich die beiden Woltersdorferinnen vor wenigen Jahren kennengelernt, als Jana Barche Deko-Material für ihre damals bevorstehende Hochzeit suchte. Hannah Scheibner meldete sich., später traf man sich für gemeinsame Spaziergänge und freundete sich an. Jetzt ziehen sie mit ihrer aktuellen Initiative zu Corona an einem Strang. An die 60 Woltersdorfer Mitglieder haben sich schon angemeldet, die meisten von ihnen sind bereit, Unterstützung zu leisten. Die Arbeit läuft gerade an. Auch die Gemeinde hat zugesichert, bei der Vermittlung zwischen Helfenden und Helfern zu unterstützen.

Dabei orientiert sich die Woltersdorfer Gruppe am Schöneicher Angebot. Im Nachbarort hatte Bürgermeister Ralf Steinbrück schon früh Initiative für eine zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle von Hilfesuchenden und freiwilligen Helfern ergriffen. Derzeit empfängt Gemeindemitarbeiterin Regina Flikschuh wochentags von 9 bis 12 Uhr die Anrufer am Telefon. "Ein Großteil derer, die Hilfe brauchen, bewegt sich nicht im Internet", so Steinbrücks Gedanke. Sven Majewski, Schöneicher Wehrführer,  koordiniert die nachgefragten Einkäufe, ihm stehen viele freiwillige Helfer zur Seite.

"Ich bin begeistert vom großartigen Krisenmanagement in Schöneiche und finde es toll, wie sich Bürgermeister Steinbrück Gedanken macht, was Leute gerade brachen", lobt Anna Kruse von der Ortsgruppe der Grünen. Sie selbst ist in vielen Gruppen und Initiativen aktiv und würde aktuell gerne in der Nachbarschaftshilfe mit anpacken. Doch als Asthmatikerin gehört sie zu einer Risikogruppe, die sich nicht mit Corona anstecken sollte. "Ich versuche mich, an den Gedanken zu gewöhnen, auch mal auf Hilfe angewiesen zu sein", verrät Anna Kruse. So bringt ihr im Moment eine Nachbarin Lebensmittel aus dem Supermarkt mit.

Hilfe in Erkner noch zögerlich nachgefragt

So ähnlich mag es vielen Menschen gehen. Solange man mobil ist, hat man keine Lust, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein – selbst wenn man – gemäß den Empfehlungen von Ärzten – eigentlich gerade nicht selbst einkaufen gehen sollte. Das bestätigt Hannelore Buhl, Vorsitzende des Seniorenbeirats in Erkner: "Es ist noch ein gutes Stück Arbeit, unsere Älteren hier davon zu überzeugen, dass sie zur Risikogruppe gehören", erklärt sie. Auch für Erkner würden gerade ehrenamtliche Unterstützungsangebote entwickelt.

Lokale Hilfe in Zeiten von Corona: Woltersdorf: woltersdorf.hilft@mailbox.org Gemeinde Schöneiche: Mo bis Fr von 9 bis 12 Uhr unter Tel. 030 643304230 Erkner: Pfarramtstelefon, täglich 10 bis 13 Uhr, 03362 3335; Gefas – Mobile Tafel, Mobiler Mittagstisch und Alltagshilfen: wochentags 7.30 Uhr bis 16 Uhr, Tel. 03362 500812

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