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Corona-Kirche
Erkneraner Pfarrer als Multimedia-Star

Sinnbild für die Lebensquelle: Der Erkneraner Pfarrer Carsten Schwarz im Internet­video mit Saft und Trichter.
Sinnbild für die Lebensquelle: Der Erkneraner Pfarrer Carsten Schwarz im Internet­video mit Saft und Trichter. © Foto: Screenshot: MOZ
Kerstin Ewald / 19.05.2020, 22:02 Uhr - Aktualisiert 20.05.2020, 10:29
Erkner (MOZ) Ein Video zeigt Pfarrer Schwarz, evangelischer Pfarrer in Erkner, mit einem Gartenschlauch, in den er mit einem Trichter Milch, Saft und Cola füllt. Dann dreht er den Wasserhahn auf. Das Wasser spritzt die Mixtur in den Garten. "Genau wie ein Gartenschlauch am Wasserhahn lebt ein Christ aus der Quelle mit Anschluss an Gott", so lautet die Botschaft des Videogrußes.

Das Zehn-Minuten-Filmchen war das erste seiner Art. Entwickelt hat Pfarrer Schwarz die Idee der Videogrüße, die er auch bei der Online-Plattform Youtube hochlädt, als es mit dem Coronaschutz losging. (Die Szene stammt aus diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=fqsxBV5kW9o) In einem anderen Beitrag zeigt er eine Gruppe Jugendlicher, die in einem gut gemachten Video-Clip einen R´n´B-Song interpretieren. Sie singen, tanzen, loben Gott und Liebe und schimpfen auf Hass, Lästerei, Missbrauch sowie Rassismus. Eine der Sängerinnen ist die Pfarrerstochter – Schwarz erzählt von ihrer Liebe zu Musik und zu Gott.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.

Feuerwerk von Formaten

Predigt und Talks in einem sind die Clips, persönlich, kreativ und recht unkonventionell. Pfarrer Schwarz zeigt sich telegen darin und kein bisschen kamerascheu, liefert Anknüpfungspunkte für alt und jung.  Den Videoschnitt macht Kirchen-Jugendreferent  Colins Labatt und er macht das wie ein professioneller Cutter oder Mediendesigner. Die Videogrüße sind aber nur eine Variante eines regelrechten Feuerwerks von Formaten, die im Pfarrsprengel für die Corona-Zeit entwickelt wurden. Einen gelben Flyer fanden Gemeindemitglieder in ihren Briefkästen mit Morgens-, Mittags- und Abendgebeten,  parallel dazu werden aktuell dreimal am Tag die Glocken geläutet.

Pfarrer Jens Mruczek aus Rüdersdorf erstellte für den ganzen Kirchenkreis Faltblätter mit Gottesdienstprogrammen, die an Haushalte verteilt wurden. Mit der Vorlage feierte er Gottesdienste per Videokonferenz. Der Grünheider Pfarrer  Steffen Madloch spezialisierte sich eher auf das Format des kurzen Videogottesdienst. Pfarrer Schwarz bespielte einen Anrufbeantworter mit Andachten.

An Himmelfahrt, am Donnerstag also, wird der Sprengel einen Gottesdienst On-Line feiern. Vor der Genezareth-Kirche Erkner werden Gottesdienst-Heftchen zum Abpflücken an der Wäscheleine hängen. Gleichzeitig laden lokale Gemeinden zur Radtour zu den Nachbarkirchen ein. Neben der geistlichen Arbeit im neuen Kleid bieten Gemeinden – wie viele Gruppen in Corona-Zeiten – ihre praktische Hilfe an und sind telefonisch ansprechbar.

Eine, die sich von Tausendsassa Carsten Schwarz wieder ab und zu zum  Gottesdienst locken lässt, ist Kathrin Jadwizak aus Erkner. Sie hat alle Videogrüße angeschaut. "Der spielt das nicht nur, der lebt das und bringt die Kirche zu den Leuten", findet Kathrin Jadwizak, von Haus aus eher kirchenfern.

Plumpe Mitgliederwerbung?

Wollen die Pfarrer die Corona-Zeit nutzen, um mit ihren schier überschäumenden multimedialen Angeboten Kirchenferne oder Nicht-Gläubige zu missionieren oder gar überrumpeln? "Nein", sagt Pfarrer Schwarz, "die Idee ist, die Liebe Gottes so in die Welt zu senden, dass Menschen sie für sich entdecken können. "Natürlich möchte ich, dass Menschen zum Glauben kommen, vereinnahmen oder zwingen das entspricht nicht meiner Vorstellung von missionieren".

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Wie dürfen Kirchen jetzt genutzt werden?

Die ersten Gottesdienste wurden in vielen Kirchen des Landkreises wieder gefeiert – mit 1,5 oder 2 Metern Abstand. In Brandenburg dürfen wegen der Corona-Beschränkungen derzeit nur Veranstaltungen mit bis zu 50  Personen stattfinden.

Maximale Sitzplätze mit Abstand:Erkner: 50 statt 450Woltersdorf: 34 statt 160Dom Fürstenwalde: 50 statt 500Kirche Hangelsberg: 25 statt 90

Kontaktvermeidung: Kein Händeschütteln, kein Friedensgruß (Sitznachbarn die Hand geben), kein Abendmahl, in Ausnahmen ohne GemeinschaftskelchIn Listen werden für jeden Gottesdienst Name, Adresse und Telefonnummer von Besuchern aufgeschrieben. Aufbewahrungszeit: vier WochenMund- und Nasenschutz wird während des Gottesdienstes dringend empfohlen.Gemeinsames Singen erhöht das AnsteckungsrisikoKollekte: keine herumgereichten Körbe

Die Regeln der ev. Kirche Berlin-Brandenburg und die des kath. Erzbistums Berlin sind nahezu identisch.

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