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Brand
Grundschule in Neuzelle öffnet nach Stromausfall wieder

Janet Neiser / 09.06.2020, 16:52 Uhr - Aktualisiert 09.06.2020, 17:09
Neuzelle (MOZ) Schule und Hort in Neuzelle können nach dem folgenschweren Brand eines Stromkastens am Mittwoch wieder öffnen.

Das Gebäude der Grundschule am Fasanenwald sowie der dazugehörige Hort in Neuzelle blieben am Dienstag komplett geschlossen. Diesmal war aber nicht das Coronavirus schuld, sondern ein kompletter Stromausfall. Doch schon gegen Dienstagmittag war klar: Am Mittwoch kann der Unterricht wieder stattfinden. Schule und Hort können wieder öffnen. Aufatmen in der eh schon verrückten Corona-Zeit!  "Vormittags erfolgte die Reparatur des Kabelverteilerkastens durch die Edis-Vertragsfirma Spie, die in den Mittagsstunden abgeschlossen werden konnte. Insofern ist nunmehr auch die Grundschule sowie der dazugehörige Schulhort vollständig wiederversorgt", erklärte Danilo Fox von der Kommunikationsabteilung von Edis in Fürstenwalde. Die Reparatur war nicht ohne. Denn der Stromkasten war am Vortag komplett abgebrannt. Was war passiert?

Gegen 16 Uhr war ein Autofahrer, dem es offensichtlich plötzlich gesundheitlich schlecht ging, gegen den noch neuen Verteilerkasten in unmittelbarer Nähe des Hortgebäudes an der Kirchstraße gefahren. In diesem muss es durch die Erschütterung einen Kurzschluss gegeben haben, sodass ein Brand entfacht wurde. Und dann ging alles ganz schnell: Die Feuerwehren aus Neuzelle, Wellmitz, Schwerzko/Streichwitz, Möbiskruge, Lawitz und der Drehleiterwagen aus Eisenhüttenstadt rückten mit 33 Einsatzkräften an.

Ein Rettungswagen kam an, um nach dem Autofahrer zu schauen, der vor Ort behandelt wurde, aber nach Angaben der Rettungskräfte nicht mit ins Krankenhaus musste.  Und auch die Polizei sicherte den Brandort mit ab. "Der Neuzeller Bürgermeister, der durch Zufall dort hinten war, rief mich gleich an und fragte, was denn da los sei", erzählt Amtsdirektor Hans-Georg Köhler am Mittwoch.

Stromkasten kontrolliert abgebrannt

"Die Zusammenarbeit mit der Polizei hat super funktioniert", betont David Schulz, Wehrleiter in Neuzelle. Natürlich war auch die Edis von der Leitstelle informiert worden, die dann den Strom abstellte. Der Stromkasten brannte derweil kontrolliert ab. "Wir haben uns darauf konzentriert, das Hortgebäude zu schützen und eine Riegelstellung aufgebaut." Zunächst wurden natürlich die noch verbliebenen Personen im Hort evakuiert. "Viele waren es nicht mehr", beruhigt der Feuerwehrchef. Und dann wurden mehrere Strahlrohre auf das Gebäude gerichtet, falls das Feuer doch noch übergreifen sollte. "Aus diesem Grund hatte ich auch das Drehleiterfahrzeug gerufen", sagt David Schulz.

Vom Stromkasten blieben letztlich nur verschmorte Reste übrig. Auch die Kabel brannten bis in den Boden hinein. Weil der Strom abgestellt war, konnte die Feuerwehr, den Bodenbereich schließlich fluten, um eine unterirdische Verbreitung des Brandes und noch größeren Schaden zu verhindern. Doch der Brand hatte zur Folge, dass der Strom wegblieb: und zwar nicht nur im Hort und in der Schule. "Gegen 19.15.Uhr waren mit Ausnahme der Schule und des dazugehörigen Horts alle betroffenen Netzkunden wiederversorgt", erklärt Danilo Fox.

Sicherheit ging vor

Die Eltern der Grundschüler hingegen wurden am Dienstagabend von Lehrern und Klassensprechern darüber darüber informiert, dass am Dienstag kein Unterricht stattfinden kann und auch auch der Hort geschlossen bleibt. Vom Unterrichtsausfall waren die ersten und zweiten Klassenstufen betroffen, die aufgrund der Corona-Einschränkungen bis zum Schuljahresende jeweils am Montag und Dienstag in die Schule gehen. Sylvia Mazur, die Schulleiterin, war zum Zeitpunkt des Unglücks selbst im Schulgebäude und nach eigenen Aussagen alles andere als erfreut über den erneuten plötzlichen Unterrichtsausfall. Aber das sei nicht anders gegangen.

Noch am Abend habe sie E-Mails erhalten, warum denn die Schule wegen eines Stromausfalls geschlossen bleibe, berichtet sie. "Wir haben die Verantwortung für die Kinder. Und beispielsweise die Flure bei uns sind wirklich dunkel", betont sie. Unfälle seien da nicht auszuschließen. Zudem habe das Telefon nicht funktioniert. Was, wenn es einen Notfall gegeben hätte? Auch auf den Toiletten laufe vieles nur mit Strom. Genau wie beim Brandschutz.

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