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Volleyball
Saison der Mädchen des VSV Grün-Weiß Erkner bleibt ungekrönt

Gruppenbild mit Trainer: der Volleyball-Nachwuchs der U 13 und U 14 des VSV Grün-Weiß Erkner um Katrin (2. von links) und Alex Hein
Gruppenbild mit Trainer: der Volleyball-Nachwuchs der U 13 und U 14 des VSV Grün-Weiß Erkner um Katrin (2. von links) und Alex Hein © Foto: VSV Grün-Weiß Erkner
Kai Beißer / 18.06.2020, 05:30 Uhr - Aktualisiert 18.06.2020, 10:36
Am 23 (MOZ) Am 23. März sollte der große Wurf gelingen. In Zepernick hätten die besten sechs der 27 gemeldeten Mannschaften den Landesmeister der Altersklasse U 13 ermitteln sollen, und die Erkneraner Mädchen waren der klare Favorit, hatten sie im Laufe der vier Saisonturniere in einem Dutzend Spielen doch nur einen einzigen Satz abgegeben. Aber der ganz große Erfolg blieb dem von Katrin und Alex Hein trainierten Quartett versagt, weil die Finalrunde aufgrund der einsetzenden Corona-bedingten Einschränkungen abgesetzt werden musste.

"Das war natürlich sehr, sehr schade", bedauert die Trainerin. Immerhin blieb der Pokal, den die jungen Randberlinerinnen bereits im Dezember durch ein 2:1 (22:25, 25:18, 15:12) im Finale gegen Gastgeber Einheit Zepernick gewonnen hatten. Insgesamt zählt die Gruppe elf Mädchen, "und die U 13 wäre nicht so stark geworden, wenn sie nicht mit der U 14 zusammen trainieren würde." Die Älteren wurden Zweite im Pokal – im Endspiel hieß es 10:25, 20:25 gegen den übermächtigen SC Potsdam I –  und Dritte der (abgeschlossenen) Landesmeisterschaft. Zudem tritt ein Teil von ihnen als mit Abstand jüngste Mannschaft in der Kreisunion an, wurde Sechster des Achterfeldes. "Da sammeln sie Spielpraxis gegen gestandene Volleyballerinnen", betont die Trainerin, die ihre Schützlinge in der Zwangspause mit einem selbstgezeichneten Comic fürs "Training@home" überrascht hatte.

Die 37-Jährige, die es als Turnerin beim Berliner TSC einst bis zur EM-Teilnahme gebracht hatte, fand 2016 über ihre Tochter zum Volleyball und zum VSV Grün-Weiß: Pauline war in der 3. Klasse von Trainer Jürgen Treppner gesichtet worden. Die Eltern engagierten sich von Beginn an, Katrin Hein übernahm gar das Athletiktraining, wobei ihr natürlich ihre sportliche Vergangenheit zu Gute kam.

Nach Treppners Abschied stellte sich die Frage: Was wird aus der Mannschaft? Den Schritt, komplett die Verantwortung zu übernehmen, hat sich das Paar nicht leicht gemacht. "Wir sind da reingewachsen, es war Learning by Doing", sagt Alex Hein. "Viele im Verein haben uns das auch nicht zugetraut", ergänzt seine Frau, die mittlerweile als Jugend-Koordinatorin Mitglied im Vorstand ist. "Auch die Akzeptanz der anderen Eltern mussten wir uns erst mühsam erarbeiten."

Das war im ersten Jahr, als es fast ausschließlich Niederlagen gab, natürlich besonders schwer. Mittlerweile aber haben sich Mannschaft und Trainer-Duo für ihre Mühen belohnt – auch wenn die Krönung ausbleiben musste. In der neuen Saison geht es in der U 16 weiter, wird dann auch 6 gegen 6 gespielt. "Wir machen uns keine Illusionen, da geht es gegen physisch viel stärkere Konkurrenz, wir werden wieder viele Spiele verlieren. Da ist eine Menge psychologische Arbeit gefragt", weiß die Trainerin. "Die Mädels müssen dies als Lernprozess begreifen. Aber sind viel selbstbewusster geworden und werden daran wachsen."

Heute wird erstmals wieder in der Erkneraner Stadthalle trainiert, "aber nur Athletik. Alles andere hat wegen der Hygienevorschriften keinen Sinn." Für die letzte Ferienwoche ist dann ein Trainingslager im Erholungszentrum Frauensee geplant. "Wir hoffen, dass nach der langen Pause genug Motivation da ist, die jungen Damen sich nicht zu sehr an den Chill-Modus gewöhnt haben." Ach ja, und personelle Verstärkung sei natürlich jederzeit gern gesehen.

Besonderheiten imMädchen-Volleyball

Die Felder sind verkleinert, die Netze niedriger. In der Altersklasse U 13 wird 3 gegen 3, in der U 14 4 gegen 4 gespielt. Das Ganze positionsbezogen, d. h. es gibt kein "Läufersystem", also keine taktischen Positionswechsel. Beim Aufschlag gilt die sogenannte Portugal-Regel: Erzielt eine Mannschaft bei eigener Aufgabe zwei Punkte in Folge, rotiert sie um eine Posi-tion, behält aber das Aufschlagrecht.In der AK U 12 wird derweil sogar nur 2 gegen 2 gespielt, zudem gibt es ein Pflichtabspiel, das heißt, es muss mindestens einmal gepasst, der Ball darf nicht sofort wieder übers Netz geschlagen werden. ⇥kb

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