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Corona
Endlich wieder Feuerwehr-Schulung am Berliner Rand

Schaummittel nachfüllen: Christoph Lindemann (l.) und Nico Zimmermann engagieren sich bei der Woltersdorfer Feuerwehr. Endlich ist es wieder möglich, dass sie und ihre Kameraden und Kameradinnen geschult werden können.
Schaummittel nachfüllen: Christoph Lindemann (l.) und Nico Zimmermann engagieren sich bei der Woltersdorfer Feuerwehr. Endlich ist es wieder möglich, dass sie und ihre Kameraden und Kameradinnen geschult werden können. © Foto: Annette Herold
Annette Herold / 25.06.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 25.06.2020, 10:21
Woltersdorf (MOZ) Endlich wieder Feuerwehr!  Christoph Lindemann und Nico Zimmermann sind froh, sich nach der Zwangspause wieder in Gemeinschaft ihrem Ehrenamt widmen zu können. Die beiden Männer, einer Maschinist, einer Kraftfahrer, sind seit mehr als 20 Jahren dabei und das wie ihre Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr mit ganzem Herzen.

Aber Enthusiasmus allein genügt nicht. "Wir machen das ehrenamtlich, neben unserer Arbeit, und haben deshalb nicht die Routine von Berufsfeuerwehrleuten", sagt Christoph Lindemann. Deshalb sei es wichtig, dass wieder regelmäßig Ausbildung stattfindet – wenn auch unter Pandemie-Bedingungen. "Wir üben in kleineren Gruppen mit je 15 Kameraden", berichtet die stellvertretende Wehrführerin Caroline Lange. Auch die werden noch in je fünf Mann unterteilt. Die einen sind in der Fahrzeughalle, die nächsten auf dem Außengelände und die dritten im Schulungsraum. Um alle Einsatzkräfte berücksichtigen zu können, gibt es derzeit statt regulär einem zwei Ausbildungsabende in der Woche, mittwochs und freitags von 18 bis 20 Uhr.

Abstand zu halten sei dennoch schwierig, sagt Caroline Lange. "Wir geben uns die größte Mühe, aber es ist nicht einfach und auch nicht hundertprozentig einzuhalten. Im Einsatz geht es schon gar nicht."

Weil dieser Fakt den Wehrführungen präsent ist, wird genau koordiniert, wer da mit wem zusammen üben darf. "Wir müssen unsere Einsatzbereitschaft auch für den Fall sicherstellen, dass für Kameraden Quarantäne angeordnet wird. Wir könnten sonst möglicherweise zu keinem Einsatz mehr fahren", sagt der Schöneicher Wehrführer Sven Majewski zur Begründung. In Schöneiche findet seit drei Wochen wieder Ausbildung statt, auch an mehr Tagen als üblich, aber in geringerer Mannschaftsstärke. Geschult werden im Moment vor allem Jüngere, die noch weniger Erfahrung haben als ihre älteren Kameraden. Viele hätten darauf gewartet, dass es endlich wieder losgeht. "Die Jüngeren sind natürlich alle noch richtig feuerwehrverrückt", sagt der Wehrführer. Was ihm nur recht ist, weil die Ausbildung neben der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten eben auch dem Zusammenhalt diene.

"Ausbildung in dem Rahmen wie früher ist zurzeit nicht möglich", sagt der Erkneraner Wehrführer Frank Mey. "Wir müssen uns ja auch schützen." Also wird auch in Erkner mit Abstand geübt, bevorzugt geht es um spezielle Themen, die den auch zulassen. Um den Einsatz als Drehleiter- oder Löschfahrzeugmaschinist zum Beispiel oder als Bootsführer, wie er aufzählt. Funkausbildung sei ebenfalls gut möglich. Aber  es gehe bei der Wehr eben auch um Kameradschaft, und dafür sei Kontakt wichtig.

Feuerwehr als Teamarbeit

"Feuerwehr ist und bleibt Teamarbeit", sagt der Fürstenwalder Feuerwehrchef Jörn Müller. Im Einsatz müsse sich einer auf den anderen verlassen können. Es sei wichtig, dass alle den selben Ausbildungsstand haben. Auch in Fürstenwalde setzt man deshalb vor allem auf die Schulung der jüngeren, nicht so erfahrenen Feuerwehrleute. Was sich Müller wünscht, ist Verstärkung für die Freiwilligen. "Feuerwehr macht Spaß", lockt er. "Ich weiß das."

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