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Gigafactory
Tesla verlegt Firmensitz von Brandenburg/Havel nach Grünheide

Auf dem Gelände von Tesla in Grünheide bei Berlin wird rege gebaut. Jetzt verlegt die Firma ihren Sitz von Bandenburg an der Havel nach Grünheide.
Auf dem Gelände von Tesla in Grünheide bei Berlin wird rege gebaut. Jetzt verlegt die Firma ihren Sitz von Bandenburg an der Havel nach Grünheide. © Foto: Patrick Pleul/dpa
Anke Beißer / 26.06.2020, 15:10 Uhr - Aktualisiert 26.06.2020, 17:03
Grünheide (MOZ) Die Gemeindevertreter von Grünheide (Oder-Spree) haben den beiden Trassen, die von der Landesstraße in Freienbrink ins Baugebiet des US-amerikanischen Automobilbauers führen, den Namen Tesla gegeben. Zuvor hatte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD), der überraschend an der Sitzung am Donnerstagabend teilnahm, erklärt, dass damit der Umzug des Firmensitzes von Brandenburg (Havel) nach Grünheide, Tesla Straße 1, einhergehen werde "und damit auch die Zahlung der Gewerbesteuer geregelt" sei. Ab wann damit zu rechnen ist und in welcher Höhe Steuern fließen, ist unbekannt.

Steinbach hatte sich eine gute Stunde lang den Fragen der Einwohner gestellt und sich zum Stand des Projektes geäußert. Die Befürchtungen, dass die Grünheider Ortsteile ihren dörflichen Charakter verlieren werden, konnte er nicht ausräumen. Jedoch ermutigte er dazu, die Veränderung als Chance zu verstehen. Die Ansiedlung bezeichnete er als Jackpot für die Region und versicherte, das Land werde bei der Entwicklung helfen. "Wir müssen uns Gedanken machen, dass es gelingt."

Zum laufenden Verfahren erklärte er, dass die Änderungsunterlagen noch geprüft werden, bevor sie, wie schon der erste Antrag, öffentlich ausgelegt werden. Beide Runden würden dann in einem Anhörungstermin, voraussichtlich Ende September, behandelt. Mit einer abschließenden Genehmigung, von der er ausgehe, rechne er frühestens im Oktober. "Das ist in anderen Bundesländern bei Großprojekten ebenso üblich." Teilgenehmigungen würden in jedem Fall nur dann erteilt, wenn alle beteiligten Behörden eine positive Prognose für die Genehmigungsfähigkeit geben. Das sei bei dem Vorhaben bisher der Fall.

Der Wirtschaftsminister räumte zudem ein, dass er sich bei seiner Ankündigung, die Lackiererei werde aus der Gigafactory ausgelagert, geirrt habe. "Es handelt sich vielmehr um die Fertigung von Plastikteilen." Auf deren Standort habe das Land aber keinen Einfluss.

Tesla will ab 2021 in Grünheide nahe Berlin in seiner ersten Fabrik in Europa rund 500.000 Elektroautos im Jahr bauen.

Anwohner und Umweltschützer befürchten, dass die Fabrik im Wasserschutzgebiet negative Folgen haben könnte wie einen hohen Wasserverbrauch oder das Bauen mit Pfählen, das derzeit getestet wird.

Zunächst sollen in der Fabrik nach einem Strategiepapier rund 12.000 Menschen arbeiten, mit 10.000 Zuzüglern rechnet der Landkreis Oder-Spree in der Region. Neue Wohnungen sollen gebaut, die Verkehrsanbindung soll verbessert werden.

Die komplette umweltrechtliche Genehmigung des Landes für die Fabrik von Tesla steht bisher aus. Das Unternehmen bereitet den Bau über vorläufige Genehmigungen vor. Bisher waren mehr als 370 Einwände gegen das Projekt beim Land Brandenburg eingetroffen. Der Termin für die Diskussion darüber wurde wegen der Corona-Pandemie verschoben, er soll nachgeholt werden. Tesla hat einen geänderten Antrag für die Genehmigung vorgelegt. Darin soll zum Beispiel der Wasserverbrauch laut Wirtschaftsminister um ein Drittel geringer angegeben sein. Die neuen Unterlagen sollen veröffentlicht werden. (mit dpa) 

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