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54 Sicherheitspartner unterstützen die Polizei in Oder-Spree und Frankfurt (Oder) / Zum Erfahrungsaustausch trafen sie sich in Schöneiche

Wenn Bürger auf Streife gehen

Neuer Ausweis, neue Urkunde: Günther Mickan, Vorsitzender der Woltersdorfer Solidargemeinschaft zum Schutz vor Kriminalität, überreicht Wolf-Roger Kuczera seine Dokumente.
Neuer Ausweis, neue Urkunde: Günther Mickan, Vorsitzender der Woltersdorfer Solidargemeinschaft zum Schutz vor Kriminalität, überreicht Wolf-Roger Kuczera seine Dokumente. © Foto: MOZ/Manja Wilde
Manja Wilde / 23.05.2012, 07:05 Uhr
Schöneiche (MOZ) Sie wachen vor Geschäften, melden verdächtige Fahrzeuge, laufen Streife und informieren Mitbürger - Sicherheitspartner der Polizei. In dieser Woche erhielten sie in Schöneiche ihre neuen Ausweise. Die Polizei informierte über die Möglichkeiten künstlicher DNA.

Wenn Manfred Dummann auf Streife geht, haben Einbrecher und Diebe wenig zu lachen. Der 72-Jährige erwischte schon den Mann, der auf dem Schöneicher Friedhof die Goldbuchstaben von den Grabsteinen stahl. Auf seinem eigenen Grundstück brachte er mit Schäferhund Billi zwei Ganoven zur Strecke, die sein Haus ausräumen wollten. Er übergab sie der Polizei. Auch das ist einige Jahre her. Auf Streife geht der bullige Rentner noch immer. Seit 1994 gehört er dem Schöneicher Verein für Sicherheitspartnerschaft an.

Am Montagabend saß Dummann mit gut 50 Sicherheitspartnern aus dem Landkreis Oder-Spree, der Stadt Frankfurt (Oder) und Polizisten im Schöneicher Feuerwehrhaus. Hans-Jürgen Willuga, Leiter der Polizeidirektion Ost, und Jürgen Huber, Leiter der Polizeidirektion, überreichten den Vorsitzenden der Vereine die neuen Ausweise und Urkunden für die Mitglieder. "Wir sind froh, dass sich so viele Leute für ihre Nachbarn einsetzen", sagt Willuga.

54 Sicherheitspartner hat die Polizei im Landkreis und in der Stadt Frankfurt (Oder). In vier Vereinen sind sie organisiert. Vorreiter war die Solidargemeinschaft zum Schutz vor Kriminalität in Woltersdorf. Ende 1993 wurde sie gegründet, als "übelmeinende Banden uns terrorisierten", erinnert sich Vorsitzender Günther Mickan. Über mehrere Jahre sei es dann ruhiger geworden. Auch jetzt hätte die Zahl der Delikte noch nicht das Ausmaß von damals erreicht, sagt Mickan. 16 Mitglieder hat sein Verein derzeit.

Die Schöneicher Kollegen sind mit 17 Mitgliedern der größte Verein der Region. 1994 gründete er sich mit Hilfe der Woltersdorfer, sagt Vorsitzender Arnold Düring. Die Mitglieder haben sich die Gemeinde in verschiedene Gebiete aufgeteilt, die sie bestreifen. In der dunklen Jahreszeit, besonders vor Weihnachten, postieren sie sich vor Geschäften, um Verkäufer zu schützen. Auf Festen und mit Flyern werden die Bürger informiert. Es gibt Absprachen mit Polizei und Ordnungsamt.

In Storkow unterstützen neun Sicherheitspartner die Polizei. Uwe Striegler leitet den Verein. Einmal im Monat gibt es Treffen mit der Polizei.

In Frankfurt (Oder) leitet Heidemarie Pommer den Lotsen-, Hilfs- und Sicherheitsdienst. "Der Weg zur Sicherheitspartnerschaft war steinig, weil wir als Autobahn-Rambos verschrien waren", sagt sie, "weil wir uns darum kümmerten, Trucker unter den niedrigen Frankfurter Brücken durch zu lotsen. Heute funktioniert die Zusammenarbeit mit der Polizei.

Daran ist beiden Seiten gelegen. Die Polizei bietet Schulungen an, stellt Infomaterial oder codieren Fahrräder. Beim Treffen stellte Polizeihauptkommissar Ulrich Jobst z.B. künstliche DNA vor. Die Flüssigkeit kann auf Objekte oder Autoteile aufgebracht werden. Sie leuchtet ultraviolett und enthält einen Zahlencode, mit dem sich der Besitzer der Dinge binnen kürzester Zeit ermitteln lässt. Zudem sollen entsprechende Hinweise potenzielle Diebe abschrecken.

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