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Sicherheitspartner für Polizei und Bürger

Nächtlicher Streifgang: Heidemarie Pommer ist mit ihrem Verein im Auftrag des Landes Brandenburg Sicherheitspartnerin der Frankfurter Revierpolizei. Erwischt sie einen Dieb, informiert sie die Polizei. Sie hat keine hoheitlichen Befugnisse und darf keine
Nächtlicher Streifgang: Heidemarie Pommer ist mit ihrem Verein im Auftrag des Landes Brandenburg Sicherheitspartnerin der Frankfurter Revierpolizei. Erwischt sie einen Dieb, informiert sie die Polizei. Sie hat keine hoheitlichen Befugnisse und darf keine © Foto: FOTO Michael Benk
Martin Stralau / 04.03.2014, 20:01 Uhr
Frankfurt (MOZ) Seit 1998 steht der Frankfurter Lotsen-, Hilfs- und Sicherungsdienst (LHSD) der Polizei in der Stadt als so genannter Sicherheitspartner zur Seite. Der Verein hilft bei der Kriminalitätsvorbeugung, Absicherung von Veranstaltungen und der Schulwegsicherung und würde sich über neue Mitglieder freuen.

"Eigentlich gehe ich jedes Mal auf Streife, wenn ich meine Wohnung verlasse", sagt Heidemarie Pommer, Chefin des LHSD. Auch wenn sie nur den Müll herunterbringe. Nach so vielen Jahren als Sicherheitspartner der Polizei schaue sie die Menschen anders, aufmerksamer an. "Auch tagsüber, denn da wird am meisten eingebrochen", sagt Heidemarie Pommer.

Seit 1998 ist ihr Verein im Auftrag des Brandenburger Innenministeriums offizieller Sicherheitspartner der Frankfurter Revierpolizei, die mit der Betreuung des LHSD beauftragt ist. Zehn der 25 Vereinsmitglieder dürfen sich Sicherheitspartner nennen. Von der Polizeidirektion erhalten sie dafür eine kleine monatliche Aufwandsentschädigung. Zu ihren Aufgaben gehören neben der Absicherung von Veranstaltungen wie dem Stadtfest Bunter Hering unter anderem auch die Schulwegsicherung, Präventionsveranstaltungen zum Eigentumsschutz mit künstlicher DNA und Streifengänge in der Stadt. "Einmal im Monat setzen wir uns mit der Polizei zusammen, schauen wo neuralgische Punkte sind und wo es Sinn macht, Objekte oder Gegenden zu observieren", erzählt Heidemarie Pommer.

Im vergangenen Jahr seien die Sicherheitspartner beispielsweise verstärkt im Buschmühlenweg gelaufen, wo eine Einbruchserie die Anwohner in Atem hielt. Bei ihren Einsätzen gilt das Jedermannsrecht. Sicherheitspartner sind unbewaffnet und haben keine hoheitlichen Befugnisse. "Ich kann also jemanden festhalten bis die Polizei kommt, wenn er aber wegläuft, habe ich Pech gehabt", bringt es Heidemarie Pommer auf den Punkt. Der größte Teil der LHSD-Mitglieder gehe arbeiten. "Jeder läuft deshalb auch im Rahmen seiner Möglichkeiten Streife. Wichtig ist, dass dabei immer zwei Leute unterwegs sind", erklärt sie.

Auf frischer Tat haben die Frankfurter Sicherheitspartner noch niemanden ertappt, allerdings bei der Festsetzung von Kabeldieben am Anfang der Zusammenarbeit mit der Polizei den entscheidenden Tipp geliefert. Für das Innenministerium spielen solche Erfolgsbilanzen aber auch nur eine untergeordnete Rolle. "Die Sicherheitspartner in Frankfurt sind eine feste Institution", sagt Ministeriumssprecher Ingo Decker. Sie seien ein Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern und leisteten durch bürgerschaftliches Engagement für Sicherheit und Ordnung "unabhängig von Erfolgsstatistiken" einen wichtigen Beitrag im Rahmen der gesamtgesellschaftlichen Präventionsverantwortung.

Heidemarie Pommer hofft, dass die Sicherheitspartnerschaft, die bis 2015 befristet ist, verlängert wird und dass sich wieder mehr, vor allem jüngere Mitglieder für diese Arbeit finden. "Wir wollen gerne präsenter sein, dafür brauchen wir Nachwuchs." Voraussetzung: man muss mindestens 18 Jahre alt sein, ein sauberes Führungszeugnis vorweisen können und absolut zuverlässig sein. Heidemarie Pommer sieht in der Arbeit auch einen Weg, junge Menschen in die richtige Bahn zu lenken. "Durch eine Mitarbeit können wir ihnen zeigen, dass es auch sinnvollere Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung gibt als Dummheiten zu machen."

Für die Zusammenarbeit mit der Polizei findet Heidemarie Pommer trotz der Strukturreform und damit einhergehendem Personalabbau nur lobende Worte. "Die Polizei ist nach wie vor sehr präsent und schnell da, wenn wir sie anrufen."

Anders sehe das Zusammenspiel mit der Stadt aus. "Ich verstehe nicht, warum wir trotz unserer jahrelangen Erfahrungen in der Kriminalitätsbekämpfung nicht an den Beratungen des kommunalen Sicherheits- und Präventionsrates beteiligt sind", kritisiert Heidemarie Pommer. "Dadurch könnten wir effektiver arbeiten."

Wer Sicherheitspartner werden möchte, kann sich dafür im Internet unter www.lhsd.de anmelden oder an die E-Mail-Adresse heipom@gmx.net schreiben

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Frankfurter Bürger 05.03.2014 - 08:27:08

So etwas gab's in der DDR auch schon...

Die damaligen Unterstützer der Volkspolizei waren die sog. "Freiwilligen Helfer der Volkspolizei", welche gemeinsam mit der VP, dem ABV oder selbständig auf Streife gingen. Hauptziel war damals auch die Sicherheit der Bürger und die weitesgehende Verhinderung von Diebstählen. Darüberhinaus gab es in Frankfurt (Oder) und auch in anderen Städten der DDR sog. "Stadtinspektoren", welche ehrenamtlich tätig waren und sich um die Durchsetzung der Stadtordnung kümmerten. Diese Stadtinspektoren konnten sogar bei Verstößen gegen die Stadtordnung Kraft ihres Amtes Ordnungsgelder gegen die Bürger verhängen.

Frank 04.03.2014 - 20:49:10

...

In anderen Ländern nennt man sowas Bürgerwehr.

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