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Knapp elf Millionen Fahrgäste

annette herold / 12.01.2010, 20:20 Uhr
Rund 10,8 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr in Frankfurt mit Stadtbus oder Straßenbahn gefahren. Die Fahrgastzahlen seien damit seit zehn Jahren trotz des Bevölkerungsrückgangs stabil, sagte Michael Ebermann, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft SVF. In diesem Jahr beteiligt sich die SVF nach seinen Worten an einem Projekt zur Entwicklung elektronischer Fahrscheine. Für eine grenzüberschreitende Nahverkehrsverbindung bedürfe es einer politischen Entscheidung.

Der Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft sieht den öffentlichen Nahverkehr in Frankfurt auf einem guten Wege. Trotz zurückgehender Einwohnerzahlen sei die Zahl der Fahrgäste in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben, sagte Michael Ebermann gestern. Zudem schneide die SVF in Sachen Kundenzufriedenheit überdurchschnittlich gut ab: Bei einer Befragung innerhalb des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg lag die Zahl der Kunden, die mit der Pünktlichkeit des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden waren, bei 81 Prozent - in Frankfurt betrug dieser Wert 97 Prozent. Auch beim Sicherheitsempfinden, dem Umgang mit Beschwerden oder dem Fahrplanangebot bewerteten überdurchschnittlich viele Befragte das Angebot als gut.

Damit sehe sich die Gesellschaft in ihrer Strategie bestätigt, am Markt als umweltorientierter Dienstleister aufzutreten. Es gehe darum, möglichst viele Frankfurter davon zu überzeugen, anstelle des Autos Bahn oder Bus zu nutzen. Solle dieses Zahl erreicht werden, bestünden bei der SVF keine gravierenden Einsparmöglichkeiten mehr, ohne dass das Angebot in Mitleidenschaft gezogen würde. Wirtschaftliches und sparsames Arbeiten sei ohnehin oberste Maxime des Unternehmens. Der Geschäftsführer verwies darauf, dass die SVF zum Jahreswechsel 2008/09 erstmals den im zuschussbedürftigen ÖPNV als hoch geltenden Kostendeckungsgrad von über 60 Prozent erreichte. Die mit städtischen Haushaltssicherungskonzept vorgesehene Zuschusskürzung von 500 000 Euro halte er jedoch für nicht realisierbar - Einsparungen von 70 000 Euro seien nach derzeitigen Berechnungen möglich. Bei einer deutlichen Reduzierung des Angebotes stehe zu befürchten, dass die Fahrgastzahlen sinken, damit die Erlöse aus dem Fahrscheinverkauf und - weil an die Kundenzahlen gekoppelt - in der Folge die Landeszuschüsse für Frankfurts Nahverkehr zurückgefahren werden.

Für das neue Jahr kündigte Michael Ebermann weitere Investitionen in das Frankfurter ÖPNV-Netz an. 2009 sind nach seinen Worten rund 900 000 Euro in den ersten Bauabschnitt der Zentrumswendeschleife an der Bachgasse, die Gleiserneuerung in der Heilbronner/Ecke Ernst-Thälmann-Straße, den Ausbau der Haltestelle Marken-Siedlung sowie die Erneuerung des Straßenbahn-Fahrdrahts zwischen Bertha-von Suttner-Straße und Fuchsweg geflossen. 2010 sollen die Fahrleitung bis Conergy ausgetauscht und die Sanierung der Zentrumswendeschleife abgeschlossen an, wie der Geschäftsführer weiter berichtete. Geplant sei außerdem, weitere elf Frankfurter Haltestellen mit Fahrgastinformationssäulen wie auf dem Bahnhofsvorplatz auszustatten. Vorgesehen sei dies etwa am SMC, dem Klinikum und am Oderturm. Zudem werde sich die SVF an einem Pilotprojekt zur Entwicklung elektronischer Fahrscheine, dem sogenannten e-Ticket beteiligen, dessen Ziel bundesweit einheitliche Ticketsysteme sind.

Zur von der SVF gewünschten Netzerweiterung soll nach Worten von Michael Ebermann in den nächsten Wochen der Auftrag für eine Machbarkeitsstudie erteilt werden. Mit Ergebnissen sei zur Jahresmitte zu rechnen. Wenn dann belastbare Zahlen zu Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit vorlägen, könne eine politische Entscheidung über die Umsetzung des Projekts gefällt werden, skizzierte der Geschäftsführer den weiteren Fahrplan.

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