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Die Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt kostet seit Oktober 2017 mindestens 100 Euro

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Thomas Sabin / 30.11.2017, 19:54 Uhr - Aktualisiert 01.12.2017, 08:11
Beeskow (MOZ) Wie viele Verkehrsunfälle durch die Nutzung des Handys verursacht werden, kann nur schwer bestimmt werden. Doch es gibt sie. Der Polizei gehen immer wieder Handysünder ins Netz - trotz der hohen Strafen.

Sich mit dem Handy am Steuer erwischen zu lassen - Luxus. Der Griff ins Portemonnaie tut seit Oktober richtig weh. 100 Euro werden einkassiert, dazu gibt es einen Punkt in Flensburg. "Den Punkt gibt es seit 2014, das Bußgeld wurde damals von 40 auf 60 Euro angehoben", erklärt Bernd Böttcher, Sprecher der Polizeiinspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder). Er weiß auch, dass das niemanden abschreckt, "auch die 100 Euro nicht."

Doch bei 100 Euro und dem Punkt in Flensburg bleibt es nicht immer. Die Strafzahlung kann weiter in die Höhe gehen. Zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot gibt es für den, der durch die Nutzung eines Mobiltelefons beim Fahren einen Unfall verursacht, Sachwerte von besonderer Bedeutung beschädigt oder sogar Personen verletzt oder gefährdet. Gerät jemand durch die Ablenkung in den Gegenverkehr, oder Menschen am Zebrastreifen müssen wegspringen, werden 150 Euro veranschlagt, zwei Punkte auf dem Konto vermerkt und ein Monat Fahrverbot verordnet. Je nach Schwere der Tat kann die monetäre Strafe höher ausfallen.

Rechnen wir mal durch: Wird man viermal dabei erwischt, wie man durch die Handynutzung am Steuer andere Personen oder Verkehrsteilnehmer gefährdet, ist man mindestens 600 Euro ärmer, darf vier Monate kein Auto fahren und hat insgesamt acht Punkte in der drittgrößten Stadt Schleswig-Holsteins gesammelt. Bedeutet unterm Strich: Der Führerschein ist weg. Muss man das Handy im Auto unbedingt nutzen, geht das nur, wenn das Fahrzeug steht und der Motor aus ist, "sogar an roten Ampeln", sagt Bernd Böttcher, der das aber nicht empfiehlt. "Man verträumt schnell mal die Ampelphase, behindert den Verkehr und ist unkonzentriert."

Doch was ist mit Essen? Während der Fahrt eine Banane, einen Apfel oder Brötchen zum Beispiel? "Das kann während der Fahrt gemacht werden", so Böttcher. "Dagegen gibt es kein Gesetz." Die Nutzung von Handynavigationssystemen hingegen ist verboten, sofern sie während der Fahrt bedient werden. Genauso das Lesen von SMS. Der Polizeisprecher empfiehlt grundsätzlich alles, was vom aufmerksamen Fahren abhält, zu unterlassen. "Es ist einfach zu gefährlich."

Wer wiederholt von der Polizei mit dem Handy erwischt wird, kann im schlimmsten Fall mit einem Fahrverbot bestraft werden - noch bevor man acht Punkte auf dem Fahr-Konto hat. "Das liegt dann im Ermessen der Straßenverkehrsämter oder der Bußgeldstellen", erklärt Böttcher. "Hier muss nicht unbedingt ein Unfall oder eine Gefährdung vorliegen." Jeder, der nicht mehr wisse, was im Straßenverkehr alles zu beachten sei, soll sich erkundigen, meint Böttcher. Seien es Verkehrsteilnehmerschulungen oder schlicht und einfach das Internet. "Man kann alles nachlesen, wenn man etwas nicht weiß, schützt das niemanden vor Strafe", versichert er und gibt zu bedenken: "Ermittelt die Polizei, dass bei einem Unfall die Nutzung eines Mobiltelefons die Ursache war, bleibt der Fahrer auf allen Kosten sitzen, das zahlt dann keine Versicherung mehr." Ganz schnell wird das Handy am Steuer zum Ungeheuer, manchmal tödlich und ganz sicher immer teuer.

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