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Gemeinde Grünheide lässt das Objekt für eine Million Euro herrichten / Saal, Restaurant und Biergarten bieten Platz für 280 Gäste

Sanierung
Hotel am Peetzsee verliert Hotel-Status

Manja Wilde / 19.12.2017, 07:06 Uhr
Grünheide (MOZ) Sanierung, Anbau von Terrasse und Aufzug, Gestaltung des Biergartens - die Neueröffnung des "Hotel am Peetzsee" ist das größte Projekt der Gemeinde Grünheide für 2018. Geschätzte Kosten: eine Million Euro. Jürgen Apitz stellte die Pläne vor. Weil die Bettenzahl reduziert wird, verliert das Haus den Hotel-Status.

Der Keller habe ihn anfangs vor ein Rätsel gestellt, gesteht Jürgen Apitz von der Procon Architektur- und Ingenieurbüro GmbH. "Entweder die eine Wand ist sehr, sehr dick oder es stehen dort zwei Wände nebeneinander", schilderte er jüngst in der Sondersitzung von Bauausschuss und Ortsbeirat. "Es muss dort mal ein altes Gebäude gegeben haben, das deutlich vor 1900 entstand", weiß er nun. Das wurde abgerissen. Die Gewölbekeller blieben erhalten, wurden überbaut. "Das Hotel ist in mindestens drei Etappen errichtet worden", lautet Apitz' Fazit.

Das ist der Grund, dass das Hotel mit Saal und Gästezimmern im Innern ziemlich verschachtelt ist, es zwischen den Räumen kleine Treppen und Absätze gibt, Fenster unterschiedlich hoch sind. Für Planer ist es eine Herausforderung - zum Beispiel in punkto Barrierefreiheit.

Um Rollstuhlfahrern möglichst viele Bereiche des Gebäudes zu erschließen, erhält das Haus jetzt auf der Seeseite einen Aufzug. Von ihm aus lassen sich die ebenfalls neu zu errichtende Terrasse mit Ballustrade und Glasdach sowie der große Saal erreichen. Zudem gibt es einen Anbau für barrierefreie Toiletten, die von außen zugänglich sind. "Es ist doch Behinderten nicht zuzumuten, dass sie erst wieder nach draußen müssen, um auf Toilette zu gehen", merkte Lothar Runge (Bürgerbündis) an. Der Weg lasse sich überdachen, sagte Kämmerin Kerstin Lang. "Das ist eine nette Anregung, die nehmen wir gerne auf", erklärte Apitz am Montag gegenüber der MOZ.

Wesentlich aufwändiger ist es, die Brandschutzprobleme in dem Ensemble in den Griff zu bekommen. Von Vorteil sei, dass das Gebäude nach aktueller Vermessung flacher als sieben Meter sei, sagte Apitz. Zur Zeit gibt es allerdings mehr als zwölf Gästebetten, damit sei die Kategorie "Hotel" erfüllt, für die strengere Auflagen gelten. Vorgesehen ist nun, die Bettenzahl auf zwölf zu reduzieren und das Dachgeschoss ungenutzt zu lassen. Dafür erhalten die Zimmer ganz unterschiedliche Größen, soll es sogar ein Hochzeitszimmer geben. Weitere Neuerungen sind: eigener Eingang für das Küchenpersonal, Ausgabe-Luke für den Sommergarten-Verkauf, "Verrücken" des Tresens im Erdgeschoss - wodurch Platz für ein Vereinszimmer entsteht.

Planerin Antje Böhler, die bereits den benachbarten Bürgerpark gestaltete, setzt dessen Konzept am Hotel fort. Das helle Pflaster der Wege zieht sich durch, die Platten am Ufer, das Geländer. Zudem werden die Stege erneuert, sind Strahler zur Illumination der Bäume geplant. Rund 140 Sitzplätze wird es im Garten geben, genauso viele werden es auch im Gebäude sein.

Die Gesamtkosten liegen bei rund einer Million Euro. "Uns liegt jetzt die Kostenschätzung vor. Im Januar, wenn wir die Kostenberechnung haben, gibt es eine Sondersitzung der Gemeindevertretung", kündigt Bürgermeister Arne Christiani an. Erst dann kann die Baugenehmigung für die Anbauten eingereicht, können die Bauleistungen ausgeschrieben werden. Der Zeitplan ist eng gestrickt, denn Himmelfahrt soll das "Hotel am Peetzsee" - das dann nicht mehr Hotel heißen darf - wiedereröffnen.

Carsten Goretzki freut sich schon darauf. Der 48-Jährige ist der neue Betreiber. "Ich habe das Haus gesehen und mich gleich verliebt", sagt der Gastronom. 1986 absolvierte er seine Ausbildung zum Restaurantfachmann, führte zuletzt von 2000 bis 2015 das Bistro-Restaurant "Marina Lanke". Goretzkis Schwester, die in Grünheide lebt, machte den Berliner darauf aufmerksam, dass dort ein neuer Betreiber gesucht wird. Und Goretzki überzeugte mit seinem Konzept den Ortsbeirat. Deutsche Küche mit französisch-italienischem Touch will er anbieten, sechs bis 20 Mitarbeiter beschäftigen.

2016 schloss das Hotel am Peetzsee. Eigentümerin Gabriele Kampschulte wollte es verkaufen. Es gab einen privaten Interessenten, der es abreißen und drei Stadtvillen errichten wollte. Bürgermeister Arne Christiani wollte das verhindern, regte den Kauf des Hotels mit dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück an - und die Gemeinde erwarb es Ende 2016 für 980 000 Euro. Himmelfahrt 2017 eröffnete bereits ein Bürgerpark mit Sitzmöglichkeiten und Sportgeräten auf einem Teil des Hotel-Grundstücks.

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