Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Maik Ringk hat Blutkrebs / Aktion an Uni

Hilfsaktion
Auf der Suche nach einem Lebensretter

Hoffen gemeinsam auf Heilung: Maik Ringk, seine Frau Kathleen und Sohn Collin.
Hoffen gemeinsam auf Heilung: Maik Ringk, seine Frau Kathleen und Sohn Collin. © Foto: Privat
Frauke Adesiyan / 11.01.2018, 19:32 Uhr - Aktualisiert 12.01.2018, 09:12
Frankfurt (Oder) (MOZ) Nach einem Leukämie-Rückfall kann Maik Ringk nur noch eine Stammzelltransplantation helfen. Seine Familie in Frankfurt und Eisenhüttenstadt bittet potenzielle Spender der Region sich registrieren zu lassen. Die Möglichkeit dazu wird es am 23. Januar an der Viadrina geben.

"Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie es Maik immer schlechter geht", sagt sein Schwager Sebastian Schumann. Am Nikolaustag vergangenen Jahres kam die Diagnose, bei dem 32-jährigen, gebürtigen Eisenhüttenstädter Maik Ringk ist der Blutkrebs zurückgekehrt. Fest steht: Dem Familienvater und Bundeswehrsoldaten kann nur noch eine Stammzelltransplantation helfen. Bisher konnte kein passender Spender gefunden werden. Aus diesem Grund wird am 23. Januar zwischen 11 und 19 Uhr eine Registrierungsaktion der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) im Gräfin-Dönhoff-Gebäude der Viadrina stattfinden.

Video

Maiks Lebensretter sein

Videothek öffnen

"Es kann jeden erwischen und jeder würde sich freuen, wenn dann andere diesen Schritt gehen", wirbt Bernd Ringk, der Vater des Erkrankten, für die Aktion. Dabei können alle gesunden Menschen mit Wohnsitz in Deutschland mitmachen, die zwischen 17 und 55 Jahre alt sind. Sie füllen eine Einverständniserklärung aus, anschließend wird mit einem Wattestäbchen ein Wangenabstrich vorgenommen. "Das alles dauert fünf bis zehn Minuten und ist nicht dramatisch", versichert Annika Schirmacher von der DKMS.

Für Maik Ringk birgt diese Suche in seiner Heimatregion besondere Chancen. Denn die Wahrscheinlichkeit hier einen Spender mit passenden Gewebemerkmalen zu finden ist größer, als anderswo.

Maik Ringk selbst liegt derzeit in einem Krankenhaus in Neubrandenburg, wo er mit seiner Frau Kathleen und seinem sechsjährigen Sohn Collin zu Hause ist. "Am Sonntag haben wir eine Nachricht bekommen, dass die Chemotherapie wieder losgeht. Es ist ein ständiges Auf und Ab", beschreibt Bernd Ringk den Gesundheitszustand seines Sohnes. Und wohl auch den Gemütszustand der Familie. Schon im März 2014 war bei Maik Ringk Blutkrebs festgestellt worden, die Therapie schien erfolgreich, bevor Ende 2017 die schockierende Nachricht des Rückfalls kam. "Unser Enkel Collin leidet sehr darunter, dass sein Papa jetzt wieder nicht zu Hause ist. Und im April kommt auch noch ein zweiter Sohn dazu", berichtet Bernd Ringk. "Maik will die beiden aufwachsen sehen."

Die Registrierungsaktion am 23. Januar im Gräfin-Dönhoff-Gebäude kommt nicht nur Maik Ringk zugute. Alle registrierten Gewebeproben landen in einer zentralen Datei. Passt eine zu einem Erkrankten weltweit, wird der Spender kontaktiert. "Im Fall eines Treffers gibt es zwei Möglichkeiten", erläutert Annika Schirmacher das weitere Vorgehen. In 80 Prozent der Fälle werde Blut aus den Armvenen entnommen, um Stammzellen zu gewinnen. Eine andere Möglichkeit, die vor allem bei Kinder-Patienten genutzt wird, ist die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm. "Dies geschieht unter Vollnarkose in einem 20-minütigen Eingriff."

In Frankfurt sind derzeit 1600 Menschen als potenzielle Spender registriert. Tatsächlich Stammzellen gespendet und damit Erkrankten geholfen, haben zehn von ihnen. Insgesamt sind 7,8 Millionen Menschen bei der DKMS registriert. "Das klingt erstmal viel. Man muss aber bedenken, dass alle 15 Minuten in Deutschland jemand an Blutkrebs erkrankt", macht Annika Schirmacher die Dimensionen deutlich.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG