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Neubau auf dem Gelände der Zentralen Ausländerbehörde kostet 6,2 Millionen Euro

Unterkunft
Zweites Familienhaus eröffnet

Fertiggestellt: Das zweite Familienhaus auf dem Gelände der Zentralen Ausländerbehörde kann nun genutzt werden. Es wird unter anderem über einen Zwischenbau erschlossen, der einen Fahrstuhl enthält. Das Land hat 6,2 Millionen Euro investiert.
Fertiggestellt: Das zweite Familienhaus auf dem Gelände der Zentralen Ausländerbehörde kann nun genutzt werden. Es wird unter anderem über einen Zwischenbau erschlossen, der einen Fahrstuhl enthält. Das Land hat 6,2 Millionen Euro investiert. © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Stefan Lötsch / 22.01.2018, 19:27 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Ohne große Eröffnungsfeier ist das zweite, sogenannte Familienhaus auf dem Gelände der Zentralen Ausländerbehörde in Betrieb gegangen. 6,2 Millionen Euro hat das Land investiert.

Die Unterbringungssituation auf dem Gelände der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH), der Landes-Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Eisenhüttenstädter Poststraße, hat sich weiter verbessert. Wie das Finanz- und das Innenministerium am Montag in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten, ist das zweite Familienhaus auf dem Gelände in Betrieb gegangen. Rund 6,2 Millionen Euro wurden dafür investiert.

Laut Pressemitteilung handelt es sich um einen viergeschossigen Kompaktbau "Es ist mit seinem quadratischen Grundriss mit dem ersten Familienhaus, das 2015 errichtet wurde, nahezu identisch", teilten die Ministerien mit. "Hier können Familien mit Kindern angemessen untergebracht werden. Um einen Lichthof gruppieren sich die Gemeinschaftsräume, Freizeit- und Fernsehräume, Teeküchen, ein Fitnessraum und ein Kinderspielzimmer. Die Wohnräume orientieren sich nach außen."

Die beiden neuen Gebäude sind nun auch durch einen Zwischenbau verbunden, der einen Fahrstuhl enthält. Dadurch können nun alle Etage barrierefrei erreicht werden. Das wird auch in der Pressemitteilung hervorgehoben. "Sämtliche Flure und Wohnräume in allen Geschossen sind auch mit dem Rollstuhl zu erreichen und zu nutzen." Piktogramme und ein Farbsystem sollen darüber hinaus helfen, die Orientierung im Gebäude zu erleichtern. So seien beispielsweise alle Türen von Wohnräumen gelb, die der Waschräume und Toiletten blau.

Der Neubau enthält 34 4-Bett-, 15 3-Bett sowie 19 2-Bettzimmer. Zusätzlich gibt es Lager- und Büroräume. Die Nutzfläche beträgt 1883 Quadratmeter. Mit den Bauarbeiten wurde im Februar 2016 begonnen. Die Neubauten ersetzten das alte Familienhaus. Der Plattenbau war stark sanierungsbedürftig. Schon vor der großen Flüchtlingswelle gab es immer wieder Politikerbesuche, die sich über die unhaltbaren Zustände informierten. Erst die Ereignisse 2015 machten es erforderlich, zu handeln.

"Mit dem zweiten Familienhaus verbessern wir die Bedingungen in der Einrichtung noch einmal deutlich. Familien mit Kindern bekommen mehr Raum und mehr Ruhe", erklärte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). "Familien mit Kindern bekommen mehr Raum und mehr Ruhe. Das trägt zu einem besseren Zusammenleben bei und ist ein Gewinn für alle, auch für die Beschäftigten am Standort", zeigte sich der Innenminister überzeugt.

"Mit diesem Neubau wurde erneut ein funktionales und auf die spezifischen Bedürfnisse seiner Bewohner ausgerichtetes Gebäude errichtet, das mit den Erfahrungen aus der bisherigen Nutzung des ersten Familienhauses noch besser auf die künftigen Bewohner zugeschnitten werden konnte", ergänzte Finanzminister Christian Görke (Die Linke). In Regie des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB), das dem Finanzministerium untersteht, wurde das Projekt realisiert. Das Innenministerium ist nun für den Betrieb der Liegenschaft zuständig.

Von dem ursprünglichen Vorhaben, das alten Familienhaus auf Vordermann zu bringen, wurde zwischenzeitlich Abstand genommen. Das Objekt wurde im vergangenen Jahr abgerissen. Was mit der freigewordenen Fläche passieren soll, ist noch offen. Durch die Neubauten können nun allerdings auch nach und die Containeranlagen verringert werden, die nicht unerheblich Geld in der Miete und im Unterhalt kosten.

Insgesamt stehen auf dem Gelände in der Poststraße 1000 Plätze zur Verfügung, fast die Hälfte davon in den Familienhäusern. Dazu kommt das "Männerhaus" sowie 400-Container-Plätze. Zum Ende des vergangenen Jahres war die ZABH zur Hälfte belegt.

Kommentar

Eigentlich lassen es sich Minister sonst nie entgehen, persönlich ein Bändchen durchzuschneiden, wenn eine Millionen-Investition abgeschlossen ist und zur Nutzung übergeben wird. Dass das bei dem neuen Familienhaus auf dem Gelände der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) in der Poststraße diesmal nicht so ist, hat sicherlich auch mit dem Stimmungswandel zu tun.Vor zwei Jahren, als die Investitionsentscheidung fiel, als nicht abschätzbar war, wie es mit den Flüchtlingszahlen weitergeht, spielte Geld keine Rolle. Millionen Euro wurden investiert und, wie man inzwischen sagen muss, teilweise auch zum Fenster rausgeschmissen, zum Beispiel bei dem Standort Unterschleuse. Im Nachhinein zu kritisieren ist leicht, in einer sich überschlagenden Situation die richtige Entscheidung zu treffen, allerdings sehr schwer.Nachdem die ZABH jahrelang vernachlässigt wurde, ein enormer Sanierungsrückstau abzuarbeiten war, entsprechen die Gebäude nun modernsten Standards. Auch wenn man das eine nicht mit dem anderen ausspielen sollte: Es gibt in Eisenhüttenstadt noch viele andere Baustellen. Stefan Lötsch

Noch viele andere Baustellen

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