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Die Zukunft des Planetariums im Wasserturm ist ungewiss. Investitionszuschüsse der Stadt stehen nicht zur Verfügung.

Planetarium
Der schwere Weg zu den Sternen

Nachdenklich: Michael Maaß vor dem Zeis-Projektor ZKP-2 aus dem Jahr 1982. Mit diesem Gerät wird der Sternenhimmel in die Kuppel des Raumes projiziert.
Nachdenklich: Michael Maaß vor dem Zeis-Projektor ZKP-2 aus dem Jahr 1982. Mit diesem Gerät wird der Sternenhimmel in die Kuppel des Raumes projiziert. © Foto: MOZ/Sonja Jenning
Sonja Jenning / 04.02.2018, 19:58 Uhr - Aktualisiert 05.02.2018, 14:46
Frankfurt (Oder) (MOZ) Mit einer Mischung aus Idealismus und Enthusiasmus wird das Planetarium bereits in der dritten Saison betrieben. Doch die Motivation der Ehrenamtler leidet, weil sie mit ihren Vorstellungen an die Grenzen der räumlichen und technischen Ausstattung des Wasserturms stoßen und städtische Investitionszuschüsse nicht in Sicht sind.

Manchmal schauen sich Besucher, nachdem sie die rund 80 Stufen der Wendeltreppe erklommen haben und unter der Kuppel des Vorführungsaales stehen, vergebens nach einem Fernrohr um. „Sie verwechseln das Planetarium mit einer Sternwarte“, sagt Michael Maaß. „Während man in einer Sternwarte die realen Himmelsobjekte beobachten kann, wird im Planetarium ein naturgetreuer Sternenhimmel an die Decke projiziert“, erklärt der Hobby-Astronom.

Er gehört zu den Enthusiasten, die seit Dezember 2015 dafür sorgen, dass im alten Wasserturm in Neuberesinchen öffentliche Veranstaltungen stattfinden. Bis dahin hatte Reinhard Ullrich, Lehrer am Gauß-Gymnasium, die Projektionseinrichtungen Schülern im Rahmen des Unterrichts zugänglich gemacht. Nachdem er in den Ruhestand gegangen war, drohte die Schließung. „Das wollten wir verhindern“, erinnert sich Michael Maaß. Sein Ziel: Menschen in Frankfurt für Astronomie und Naturwissenschaften begeistern.

Inzwischen bietet das Veranstaltungsprogramm eine erstaunlichen Bandbreite. Dazu gehören Filme für Kinder unterschiedlichen Alters, Shows für Erwachsene, astronomische und musikalische Programme. Rund 30000 Euro Eigenmittel haben die Betreiber in den Erwerb von Lizenzen, in eigene Filme und in moderne Projektionstechnik investiert. Letztere ermöglicht es den Zuschauern, sich mitten im Geschehen zu fühlen.

Jedoch bleiben Planetariumsveranstaltungen ein schwieriges Geschäft. Gut laufe es in der Vorweihnachtszeit, die Sommermonate hingegen seien schwierig. Dennoch versuchen Michael Maaß und seine Mitstreiter, der Berliner Andreas Jahn und der Frankfurter Ronald Sigg, regelmäßig Veranstaltungen an den Wochenenden und in der Ferienzeit anzubieten.

Für einen nachhaltigen Betrieb bedürfe es jedoch der finanziellen Unterstützung der Stadt. Das Treppenhaus, die sanitären Anlagen und die Aussichtsplattform müssten saniert werden. Der Sternenprojektor aus dem Hause Zeis (Baujahr 1982), der hauptsächlich für die schulischen Veranstaltungen, die inzwischen wieder durch einen Lehrer des Gauß-Gymnasiums betreut werden, verwendet wird, könne im Schadensfall nicht repariert werden. Und eine Neuanschaffung koste 400000 Euro.

„Das Angebot im Planetarium ist eine Bereicherung für die Stadt und wir achten das persönliche Engagement, das dahinter steckt, sehr“, sagt Ellen Otto, die Leiterin des Schulverwaltungsamtes, wo das Planetarium als Unterrichtsort betrachtet wird. Die Stadt unterstütze die Betreiber im Rahmen ihrer Möglichkeiten, indem sie ihnen die Räume zu äußerst günstigen Konditionen überlasse, mehr sei angesichts der Haushaltslage nicht möglich. 2016 habe es Überlegungen gegeben, EU–Fördermittel für das Planetarium zu beantragen, dies scheiterte jedoch, weil ein schlüssiges Konzept und ein polnischer Kooperationspartner fehlten.

www.planetarium-frankfurt.de.

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