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Islamfeindlich
Eklat um Twitter-Kommentare von AfD-Mann Fux

Twitter-Profil des AfD-Stadtpolitikers Matthias Fux: Seine islamfeindlichen Äußerungen sorgten in der SVV für einen Eklat.
Twitter-Profil des AfD-Stadtpolitikers Matthias Fux: Seine islamfeindlichen Äußerungen sorgten in der SVV für einen Eklat. © Foto: MOZ
Thomas Gutke / 15.02.2018, 21:26 Uhr - Aktualisiert 16.02.2018, 09:49
(MOZ) Nächster Aufreger um die AfD in der Stadtverordnetenversammlung. Am Donnerstag schlug Fraktionschef Wilko Möller seinen Parteikollegen Matthias Fux als sachkundigen Einwohner für den Sozialausschuss vor. Doch die Grünen legten Protest ein. Der Grund: islamfeindliche Äußerungen des Frankfurter AfD-Mitgliedes auf Twitter.

Normalerweise sind Berufungen sachkundiger Einwohner in Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung reine Formsache. Nicht so in der Sitzung am Donnerstag. Die AfD wollte nach dem Ausscheiden von Frank Witte und Mirko Lange neben Marcus Mittelstädt auch Matthias Fux in das Fachgremium für Bildung, Sport, Gleichstellung, Gesundheit und Soziales berufen. Dann trat Jörg Gleisenstein ans Rednerpult. „Bisher konnten wir Vorschlägen der AfD problemlos zustimmen. In diesem Fall verhält es sich leider anders“, erklärte der Grünen-Fraktionschef, denn: „Mit seinen nachzulesenden öffentlichen Äußerungen hat Matthias Fux ein Maß überschritten, das für uns nicht mehr akzeptabel und tragbar ist“. Er bewege sich nach Ansicht der Bündnisgrünen „außerhalb der Werte unseres Grundgesetzes, das Religionsfreiheit gewährt und keine Religion bevorzugt“.

Jörg Gleisenstein verwies beispielhaft auf zwei islam- und flüchtlingsfeindliche Kommentare von Matthias Fux beim Kurznachrichtendienst Twitter. Einmal vom 13. Oktober 2017, als er schrieb: „Der Islam passt nicht zu Deutschland. Als wolle man eine Ziege mit einer Eiche kreuzen. Geht auch nicht.“ Am 25. Januar kommentierte er: „Das Christentum mit dem Islam zu vergleichen ist wie einen Hirsch mit einem Skunk zu vergleichen!“ – Skunk ist ein Synonym für Stinktier. Gleisenstein wurde deutlich und nannte die Vergleiche „unerträglich. In ihrer Demagogie erinnern sie mich an Zeiten, die wir für überwunden hielten, in dem es dazugehörte, eine Religion und ihre Angehörigen durch Vergleiche mit Tieren zu diffamieren.“ Eine derartige Haltung sei für seine Fraktion nicht mit der Arbeit in einem Gremium der Stadtverordnetenversammlung vereinbar, zumal er sich außerdem im Rahmen der Metoo-Debatte auf Twitter auch sexistisch geäußert habe.

Matthias Fux war bei der Sitzung nicht anwesend. Der 32-Jahre alte IT-System-Kaufmann ist seit November 2017 Beisitzer im Vorstand des AfD-Stadtverbandes. Und Mitglied im Wahlkampfteam von Oberbürgermeister-Kandidat Wilko Möller. Tatsächlich sind auf dem Twitter-Profil von Fux zahlreiche weitere diffamierende Kommentare über Muslime und Flüchtlinge zu finden. Einige Äußerungen wurden zudem inzwischen entweder vom Kurznachrichtendienst oder ihm selbst gelöscht.

Wilko Möller reagierte gereizt auf die Vorwürfe, die er mit dem Wahlkampf in Verbindung brachte. „Wir wussten das ehrlich gesagt nicht. Das hätten sie mir auch vorher mal sagen können, anstatt jetzt hier einen großen Bohei zu machen!“, echauffierte sich der Frankfurter AfD-Vorsitzende. Dabei ist er sowohl mit dem Stadtverband als auch mit einem eigenen Profil auf Twitter vertreten. Um mit Marcus Mittelstädt wenigstens einen sachkundigen Einwohner zu berufen, ließ er Fux anschließend aus dem Antrag streichen. „Ich werde mir das jetzt in Ruhe auf Twitter angucken und ihn dann irgendwann wieder vorschlagen“, kündigte Möller an.

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Norbert Wesenberg 16.02.2018 - 16:43:43

Fragen an den OB Kandidaten der Frankfurter AfD

Auf Ihrer Homepage heißt es unter Fragen und Antworten zur Parteimitgliedschaft: "•Du musst dich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung bekennen. Rechtsextremistische und rassistische Überzeugungen haben keinen Platz in der Jungen Alternative." Warum also duldet die AfD Leute wie Poggenburg, Höcke in ihren Reihen die als Rassisten oder Nazis einzuordnen sind und eindeutig in die NPD gehören? Hat die AfD, wenn sie eine echte Alternative für Deutschland sein möchte, das nötig solchen Abschaum in ihren Reihen zu dulden ? Es sei denn, man möchte eine entsprechend geistig minderbemittelte Klientel bedienen . Kritikwürdig ist mehr als genug bei den so genannten Volksparteien denen die Wähler zunehmend die Gefolgschaft verweigern, aber nicht auf diesem Niveau und mit solchen Leuten.

Kurt Crampmeyer 16.02.2018 - 10:59:48

Gähn ...

Das ist also für Frankfurt (Oder) ein Eklat? Wenn Herr Gleisenstein keine weiteren Sorgen hat.

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