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Asylbewerber widersetzt sich Polizeikontrolle

Sonja Jenning / 16.02.2018, 07:30 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Ein Video sorgt seit dem Wochenende im Internet für Aufsehen. Es zeigt einen dunkelhäutigen Mann, der an der Bus- und Straßenbahnhaltestelle am Brunnenplatz auf den Schienen liegt. Zu sehen ist nur sein Oberkörper, seine Beine liegen unter einem Bus. Polizisten laufen durchs Bild. Die Bilder wurden offenbar aus dem Bus heraus aufgenommen.

Auf Nachfrage der MOZ erklärt Jens Schobranski, Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin, am Donnerstag, die Hintergründe des Vorfalls. Am Sonntag, gegen 13.45 Uhr, hatte eine Streife der Bundespolizei zunächst eine Personengruppe am Brunnenplatz kontrolliert. „Die Beamten wurden nicht alarmiert und es gab auch keinen Verdacht einer Straftat“, stellt Schobranski klar. Er verweist auf das Bundespolizeigesetz, dass sogenannte anlasslose Personenkontrollen im Grenzgebiet ermöglicht.

Ein Mann aus der Gruppe missachtete die Aufforderung der Beamten sich auszuweisen. „Er widersetzte sich, lief auf das Gleis und legte sich schließlich vor einen Bus, der gerade in die Haltestelle eingefahren war“, so der Bundespolizeisprecher. Trotz mehrfacher Aufforderung und der Androhung einfacher körperlicher Gewalt, weigerte sich der Mann aufzustehen. „Die Kollegen haben ihn schließlich unter dem Bus hervorgezogen und ihm, weil er sich wehrte, Handfesseln angelegt.“

Bei der Kontrolle seiner Ausweispapiere stellte sich heraus, dass es sich um einen 26-jährigen Kameruner handelte, der im Besitz einer gültigen Aufenthaltsgestattung, ausgestellt von der Frankfurter Ausländerbehörde, ist. Das bedeutet, der Mann hat einen Asylantrag gestellt, der zurzeit noch geprüft wird. Warum er sich der Kontrolle widersetzte, ist unklar. Möglicherweise habe er in seinem Heimatland oder auf der Flucht traumatische Erfahrungen mit Polizisten gemacht, die sich nicht an die Prinzipien des Rechtsstaates halten, vermutet Schobranski.

Weil der Kameruner sich weiterhin nicht beruhigte, wurde er von den Bundespolizisten mit dem Streifenwagen in die Dienststelle in der Nuhnenstraße gebracht. Unterwegs randalierte er im Fahrzeug, schrie und spuckte. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Nötigung – der Bus konnte erst mit Verspätung abfahren –, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Sachbeschädigung eingeleitet. Anschließend wurde der 26-Jährige zunächst in ein Krankenhaus gebracht, dort aber noch am selben Tag, nach einer Untersuchung, entlassen.

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Norbert Wesenberg 16.02.2018 - 12:13:55

@ Kurt Crampmeyer

Link unbekannt; das Video kursiert über WhatsApp.

Georg Harzer 16.02.2018 - 11:55:22

Und nun?

Was gibt es denn nun für Konsequenzen? Ab sofort Befreiung von Polizeikontrollen? Er kennt ja anscheinend nun sehr gut den Unterschied zwischen seinem Heimatland und Deutschland.

Kurt Crampmeyer 16.02.2018 - 11:05:11

Link?

Könnte mal jemand den Link zu besagtem Video einstellen?

Hans Aalbrunn 16.02.2018 - 10:29:14

Na,was denn sonst ?!

Weiße Sonnenbrille, entspannt auf dem Rücken liegend und die Arme bequem hinter dem Kopf verschränkt.... wie an einem sonnigen Tag am Strand vom Schlaraffenland! Für dieses Verhalten kann es ( natürlich ) nur eine Erklärung geben: „ Möglicherweise habe er in seinem Heimatland oder auf der Flucht traumatische Erfahrungen mit Polizisten gemacht, die sich nicht an die Prinzipien des Rechtsstaates halten ”. Das haben sich die Leute im Bus bestimmt auch gleich gedacht. Das ist halt das schöne an der Körpersprache. Sie benötigt keine Worte, denn man hört sie nur mit dem Herzen ! ;-)

Norbert Wesenberg 16.02.2018 - 08:33:58

Warum...

...taucht dieser Vorfall im in der MOZ veröffentlichten Polizeibericht nicht auf und muss erst auf Nachfrage der Zeitung nach einer Woche den Bürgern erklärt werden?

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