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Die Grundschule Neuberesinchen darf vorerst nicht MEKO-Grundschule heißen. Die Stadtverordneten verwiesen den Namensvorschlag in den Bildungsausschuss zurück.

Stadtverordnete
Namensstreit um Grundschule Neuberesinchen

Grundschule Neuberesinchen: Der Name Meko als Abkürzung für Medienkompetenz fiel am Donnerstag im ersten Anlauf in der Stadtverordnetenversammlung durch. Die Schule will trotzdem am Vorschlag festhalten.
Grundschule Neuberesinchen: Der Name Meko als Abkürzung für Medienkompetenz fiel am Donnerstag im ersten Anlauf in der Stadtverordnetenversammlung durch. Die Schule will trotzdem am Vorschlag festhalten. © Foto: René Matschkowiak
Thomas Gutke / 17.02.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 19.02.2018, 08:02
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Grundschule Neuberesinchen darf vorerst nicht MEKO-Grundschule heißen. Die Stadtverordneten verwiesen den Namensvorschlag am Donnerstag in den Bildungsausschuss zurück. Zuvor kritisierte Renate Berthold, dass MEKO auch für Kriegsschiffe von ThyssenKrupp stehe – und brüskierte damit den anwesenden Schulleiter.

Sebastian Obeth verstand die Welt nicht mehr. Bloßgestellt saß er nach der gescheiterten Namensgebung im Zuschauerbereich der Stadtverordnetenversammlung. Nicht einmal mehr verteidigen konnte er den Vorschlag seiner Schulkonferenz, weil ihm aus formellen Gründen kein Rederecht zustand. Fair sei das nicht gewesen, findet er. „Man hätte im Vorfeld ja wenigstens noch einmal mit uns sprechen können. Doch das kam für mich völlig überraschend“, erklärt der 32 Jahre junge Schulleiter am Freitag. Schließlich hatte der Bildungsausschuss bereits sein Okay zu dem Namen gegeben, mit dem die Schule abgekürzt ihre besondere Medienkompetenz zum Ausdruck bringen will. Was also sollte nach dem Votum des Fachgremiums noch in der SVV schief gehen?

Die finale Entscheidung zum Kippen brachte eine ausführliche Erklärung der Stadtverordneten Renate Berthold. „Es ist nicht nur die fehlende sprachliche Schönheit des Namens“, erklärte die Vertreterin des Bürgerbündnisses. Der Bezeichnung fehle es auch an Eindeutigkeit. Daher habe sie nach besagter Ausschusssitzung gründlich recherchiert und sei darauf gestoßen, dass MEKO, in Großbuchstaben geschrieben, als Marke für modular konstruierte Kriegsschiffe von ThyssenKrupp stehe. Tatsächlich bewirbt der Industriekonzern auf seiner Webseite das „Blohm+Voss MEKO-Flex-Konzept“ als „Inbegriff für Flexibilität im Marinebereich“. MEKO steht hier für Mehrzweck-Kombination. Die Schiffsreihe gibt es bereits seit den 1970er Jahren, MEKO-Schiffe wurden seitdem in alle Welt verkauft.

Zwar habe sie, so Renate Berthold, in der Variante mit drei kleinen Buchstaben nach dem großem M auch Meko-Kitas (also medienkompetente Kindergärten) in Nordrhein-Westfalen gefunden. Dennoch könne sie „als Germanistin“ dem Vorschlag nicht zustimmen. Denn es sei eben nicht so, dass sich Meko als Abkürzung für Medienkompetenz bereits durchgesetzt habe. Der Name könne also zu Missverständnissen führen. Nicht zuletzt legten auch andere Grundschulen in Frankfurt im Profil Wert auf Medienkompetenz ihrer Schüler, was aus der Vorlage jedoch so nicht hervorgehe, kritisierte sie. Überhaupt kreidete sie der Verwaltung an, sämtliche Fakten und Einwände nicht selbst recherchiert zu haben. „Das ist kein Zeichen von Medienkompetenz“, meinte Renate Berthold sarkastisch. Daraufhin stellte Thomas Wenzke (CDU) den Antrag, die Namensgebung noch einmal im Bildungsausschuss zu diskutieren. Ein Vorschlag dem die Stadtverordneten mehrheitlich folgten.

„Wir wollen trotzdem am Namen festhalten“, sagt Sebastian Obeth am Tag danach. Die Schulkonferenz sei sich darin einig, mit dem Namen das besondere Profil der Schule zum Ausdruck bringen zu wollen, „und keine geografische Besonderheit oder Persönlichkeit“. So sei die Arbeit mit Tabletts oder Minicomputern bereits jetzt fester Bestandteil des Unterrichts. Hinzu komme, dass der neu gegründete Förderverein der Schule ebenfalls den Namen Meko trägt. „Deshalb stehen wir zu dem Namen und werden hier nochmal das Gespräch mit dem Schulträger, der Stadt suchen.“ 

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