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Kleist Forum
MOZ-Talk mit grandiosen Aus- und privaten Einsichten

Frauke Adesiyan / 22.03.2018, 19:43 Uhr - Aktualisiert 23.03.2018, 06:15
Frankfurt (Oder) (MOZ) Es war ein MOZ-Talk, der für Gänsehaut sorgte, für Rührung und Lachtränen. Die Moderatorinnen Claudia Seiring und Lilo Wanders hatten ganz unterschiedliche Gesprächspartner vom Musical-Star Willemijn Verkaik über den Fernsehmoderator Reinhold Beckmann bis zum künftigen OB René Wilke und seiner Mutter Cevar.

Für einen unerwarteten Höhepunkt sorgte ausgerechnet der Gast, dessen Namen kaum jemand im ausverkauften Großen Saal des Kleist Forums vorher kannte. Patrick Gaertner plauderte über seine polnischen Eltern und den Weg von seiner Geburtsstadt Dortmund nach Frankfurt, wo er neben dem Jura-Studium an der Viadrina im höchsten Restaurant Brandenburgs kellnert, dem Turm 24. „Ich wusste, dass es noch ein zweites Frankfurt gibt“, erzählte der 26-Jährige über seine Kenntnisse vor dem Umzug. Inzwischen wisse er seinen neuen Wohnort vor allem aufgrund der Grenzlage zu schätzen. „Die Fahrt nach Polen war als Kind einzigartig. Heute  kann ich zu Fuß gehen und mir den Spaß, wenn ich will, zehn Mal am Tag gönnen“, schwärmte er und erhielt viel Beifall für seine Bemerkung, dass Frankfurt vor allem im Frühling und Sommer so viel mehr zu bieten habe als Berlin.

Auch Reinhold Beckmann, der später mit seinen Liedern den gefeierten musikalischen Schlusspunkt unter den 21. MOZ-Talk setzte, zeigte sich beeindruckt. „Ich habe einen glücklichen Dortmunder in Frankfurt kennengelernt. Das hätte ich nie vermutet“, scherzte der 62-Jährige. Der Sportmoderator redete weniger über seine Fernsehkarriere als über seine zweite, spät ausgelebte Leidenschaft: die Musik. Sie sei ein „alter Sehnsuchtstraum“, den er sich erst traute auszuleben, als ihn die Sängerin und Moderatorin Ina Müller 2007 dazu drängte. „Ich glaube nicht an fertige Pläne. Man fällt in etwas rein und dann greift man zu“, beschrieb er seine Sicht auf Lebenswege.

Ein Satz, den auch René Wilke hätte aussprechen können. Der am Sonntag zum künftigen Oberbürgermeister Frankfurts gewählte 33-Jährige betonte, dass er – obwohl schon 17 Jahre Parteimitglied  – kein Karriereziel in seiner politischen Laufbahn vor Augen hatte. Mit ihm auf der Bühne saß seine Mutter Cevar Wilke und sorgte für einen seltenes Aufblitzen des privaten René Wilke in der Öffentlichkeit. Schon zum Einstieg erklärte der Linken-Politiker: „Als ich meiner Mutti vor der Wahl gesagt habe, dass wir hierher gehen, war sie sich nicht mehr ganz sicher, ob sie will, dass ich gewählt werde.“ Natürlich war das übertrieben, hatte die gebürtige Russin ihren Sohn doch zu fast allen Wahlkampfterminen begleitet und ihn mit allen Kräften unterstützt. Auf der Talk-Bühne fühlte sie sich dennoch nicht ganz wohl. Trotz allem bekamen die Zuschauer einen kleinen Einblick, woher der künftige Verwaltungschef einige seiner Charakterzüge hat. Etwa wenn Cevar Wilke davon berichtete, dass sie Weihnachten für Bedürftige kocht oder Mittellose spontan zu einem Kaffee einlädt. „Ich habe für alle Menschen Gefühle, egal wie tief sie gesunken sind. Ich höre einfach nur zu. Das können viele nicht“, erzählte sie.

Besonders genießerisch hatte zuvor der ganze Saal der schönsten Stimme des Abends zugehört. Willelmijn Verkaik, die auf internationalen Bühnen und sogar am Broadway Musicals singt, gab ein Lied aus dem aktuellen Berliner Stück „Ghost“ zum Besten und sorgt mit ihrer klaren, kräftigen Stimme, die mühelos jede Höhe erklimmt und jedes Gefühl einfängt, für reihenweise Gänsehaut im Publikum. Daraufhin empfahl Moderatorin Claudia Seiring, man solle sich das ganze Musical im Berliner Stage Theater des Westens „mit der angemessenen Zahl Taschentücher“ ansehen.

Während sich die Journalistin  in ihrer Moderation auf gewohnt charmante Art darauf konzentrierte, Anekdoten aus den Gästen heraus zu kitzeln, war es für ihre Co-Moderatorin Lilo Wanders ein Abend der unverfrorenen Spitzen – sehr zur Unterhaltung des Publikum. So bedauerte sie, aufgrund von Höhenangst niemals im Turm 24 essen gehen zu können: „Ich fange schon an zu kotzen, wenn ich im zweiten Stock auf den Balkon gehe.“ Willemijn Verkaiks sensationellen Einsatz als Elsa-Stimme im deutschen „Eiskönigin“-Film kommentierte Lilo Wanders mit der Feststellung, dass sie bei diesem Film immer einschlafe. Und als René Wilke zugab, Polnisch zwar zu verstehen, aber nicht gern zu sprechen, tröstete sie ihn mit den Worten: „Ich kann auch nur besoffen Französisch.“

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