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Lebenshilfe eröffnet am 13. April Restaurant an Traditionsadresse neu / Ziel ist Inklusionsbetrieb

Traditionsadresse
Lebenshilfe eröffnet Café Nord neu

Jetzt ist es für alle sichtbar: Holger Welsch (rechts) und Robert Lamm von der Müllroser Firma Nowka-Forster haben kürzlich den Schriftzug des neuen Cafés angebracht. Obwohl es viele andere Vorschläge gegeben hatte, entschied sich die Lebenshilfe für den traditionellen Namen.
Jetzt ist es für alle sichtbar: Holger Welsch (rechts) und Robert Lamm von der Müllroser Firma Nowka-Forster haben kürzlich den Schriftzug des neuen Cafés angebracht. Obwohl es viele andere Vorschläge gegeben hatte, entschied sich die Lebenshilfe für den traditionellen Namen. © Foto: Heinz Köhler
Frauke Adesiyan / 26.03.2018, 19:34 Uhr - Aktualisiert 27.03.2018, 17:58
Frankfurt (Oder) (MOZ) In Nord wird eine Tradition neu belebt.  Die Lebenshilfe eröffnet an der Ecke Hansa-/Lennéstraße das Café Nord neu. Langfristig sollen hier Menschen mit Beeinträchtigungen eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt finden. Am 13. April wird Eröffnung gefeiert.

Noch wird gestrichen, werden Leuchten installiert und Bilder ausgesucht. Seit wenigen Tagen trägt das markante Eckhaus an der Hansa-/Lennéstraße den Schriftzug  Café Nord - und knüpft damit an eine lange Tradition an.  1975 wurde in ebendiesen Räumen das ursprüngliche Café Nord eröffnet. Auch wenn es die alte Gaststätte schon seit weit mehr als 20 Jahren nicht mehr gibt, verbinden viele Frankfurter etwas mit dem Namen. „Da kommt kein anderer in Frage“, erzählt Lebenshilfe-Geschäftsführerin Regina Griebel über das Ende eines Ideenwettbewerb zur Namensfindung.

Schon als die Lebenshilfe 2014 mit ihrer Geschäftsstelle, Wohnprojekten und anderen Angeboten für Menschen mit Beeinträchtigungen auf das weitläufige Gelände in Nord gezogen ist, stand fest, dass in dem Eckhaus wieder Gastronomie entstehen soll. Nun wird daraus Realität.  Am Ostersonntag werden erstmals Gäste in dem grundlegend sanierten und renovierten Gastraum speisen, offizielle Eröffnung für jedermann ist am 13. April ab 15 Uhr, am 15. April wird zu einem ersten Sonntagsbrunch geladen.

Das Konzept ist in mehrfacher Hinsicht besonders. Zum einen soll das Café Nord zu einem Inklusionsbetrieb werden, das heißt rund 40 Prozent der Mitarbeiter werden Menschen mit Beeinträchtigung sein. „Am Anfang sind es weniger, da wollte ich den Druck rausnehmen“, begründet Regina Griebel ihr Vorgehen. Doch noch in diesem Jahr sollen sowohl in der Küche als auch im Service Menschen mit Handicaps arbeiten. Das wurde auch schon in der Ausstattung berücksichtigt. So wurde ein Kassensystem angeschafft, das stark auf visuelle Effekte setzt und auch die Küchengeräte sind einfach zu bedienen. Die Ausstattung hat rund 230 000 Euro gekostet, die bauliche Vorbereitung war schon bei der Grundsanierung des Gebäudes ab 2013 getroffen worden.

Von Anfang an wird in der Küche eine Frau arbeiten, die schon länger von der Lebenshilfe unterstützt wird. In der begleiteten Elternschaft wird ihr mit ihrem Nachwuchs geholfen. Wieder zu arbeiten sei ihr ein Bedürfnis gewesen, berichtet Regina Griebel. Derzeit hilft sie als Hauswirtschafterin in der Lebenshilfe-Kita in Süd, nun wird sie in das Café wechseln. „Auf ähnliche Weise wollen wir noch mehr Menschen mit Beeinträchtigung eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt bieten“, unterstreicht Regina Griebel eines ihrer Anliegen.

Auch ansonsten ist das Café ein reines Lebenshilfe-Werk. So wurde kein Innenarchitekt engagiert, sondern ein Team von Mitarbeitern hat sich Gedanken über das Ambiente gemacht. Selbst die Bilder, die Regina Griebel gerade in ihrem Büro vorbereitet hat und die in Kürze eine der Wände zieren werden, hat ein Lebenshilfe-Mitglied gemalt. Und seit Wochen schon testen Mitarbeiter den Mittagstisch, den ein Team aus drei Köchen Tag für Tag zubereitet. Auch Kuchen und Torten für den Nachmittagsbetrieb werden aus dem eigenen Haus kommen. „Durch Zufall haben wir die eigentliche Profession einer Mitarbeiterin entdeckt“, berichtet Regina Griebel schmunzelnd. Diese sei gelernte Bäckerin und bringe tolle Hausrezepte mit.

Und so wird es ab dem 13. April täglich zwischen 11.30 und 22 Uhr kulinarisch einiges zu entdecken geben im Café Nord. Neben den 32 Plätzen im Gastraum werden - so es das Wetter zulässt - Terrassenplätze zur Verfügung stehen. Für Familien wird es langfristig auch eine Kinderbetreuung geben.

Die Eröffnung wird in der Nachbarschaft sehnlichst erwartet. Schon seit die Bauarbeiten sichtbar sind, trudeln Reservierungen  ein. Auch daran spürt Regina Griebel die Tradition, an die sie hier anknüpft.

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