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Siebtklässler der Hutten-Oberschule beenden Kleist-Projekt mit Poetry-Slam-Workshop

Poetry-Slam
Der Dichter und die Pickel

Frauke Adesiyan / 18.04.2018, 06:15 Uhr - Aktualisiert 18.04.2018, 09:45
Frankfurt (Oder) (MOZ) Gedichte schreiben und vortragen, das lernten rund 130 Schüler der Hutten-Oberschule am Dienstag im Kleist-Museum. Es war der Abschluss des dreistufigen Projekts „Lies mal Kleist“, das vom Bildungsministerium gefördert wird. Referent war der Berliner Poetry-Slamer Ken Yamamoto.

Siebtklässler der Hutten-Oberschule lernten im Kleist-Museum mit dem Berliner Ken Yamamoto Gedichte schreiben und vortragen. Der Workshop bildete den Schlusspunkt des dreistufigen Projektes "Lies mal Kleist".
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Kleist-Projekt mit Poetry-Slam-Workshop

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„Perfekt ist gar nichts in der Welt“, rief eine Schülerin in die Runde. Fortan war sie für Ken Yamamoto die „Dichterin in der zweiten Reihe“. Der Berliner Autor und Poetry Slamer gab am Dienstagvormittag im Kleist Museum Workshops für Hutten-Oberschüler. In drei Durchgängen redete er mit den Schülern über Dichtkunst, er ließ sie schreiben und ermunterte sie zum Vortragen. Mit dem Geräuschpegel und mancher Albernheit ging er dabei gelassen um. „Das ist halt die volle Pubertät“, sagte er schmunzelnd. Und wer genau hinhörte, der merkte, wie schnell die Runde trotz allen Gekichers an Tiefe gewann. Etwa als „Depri-Zeugs“ zum guten Geschichten-Stoff erklärt und deutlich wurde, wie viele Schüler sich über Selbstmord oder Selbstverletzungen Gedanken machen.

Ken Yamamoto war auf Einladung von Christina Dalchau ins Museum gekommen. Die Museumspädagogin koordiniert bereits zum zweiten Mal das Projekt „Lies mal Kleist“, in dessen Rahmen alle rund 130 Siebtklässler der Hutten-Oberschule ein dreistufiges Programm im Kleist-Museum durchlaufen. Mit dem Poetry-Slam-Workshop endete das Projekt am Dienstag. Die entstandenen Kurz-Gedichte handelten von Traurigkeit, Freunden, Fußball, aber auch von Mücken und Pickeln.

Deutschlehrerin Elke Bohn ist begeistert davon, wenn ihre Schüler mal fern vom Klassenzimmer lernen. „Ich liebe solche  Veranstaltungen“, schwärmte sie. Heinrich von Kleist kennen ihre Schüler ohnehin. Fast noch wichtiger findet sie an Workshops wie dem am Dienstag, dass der Unterricht hin und wieder an anderen Orten stattfindet. „Die Schüler müssen begreifen, dass man nicht nur in der Schule lernt, sondern überall in der Stadt“, ist ihre Überzeugung.

„Viel besser als normale Schule“, fand den Workshop die zwölfjährige Schülerin Janina Töpffer. Bei zwei Terminen zuvor hatte sie mit ihren Mitschülern schon das Museum erkundet und Kleist-Texte gelesen. Doch konventionell geht es bei Christina Dalchau selten zu. „Einmal mussten wir einen ganz langen Satz lesen ohne Luft zu holen“, berichtete Janina. Ein anderes Mal haben sie bestimmte Texte in verschiedenen vorgegebenen Stimmungen gelesen.

Dass die Lektüre von Literatur für die Jugendlichen alles andere als selbstverständlich ist, wurde schon zu Beginn des Workshops deutlich, als Ken Yamamoto in die Runde fragte, wer denn überhaupt freiwillig Bücher lese. Nur wenige Hände gingen hoch; Mangas, Gregs Tagebuch und Harry Potter wurden genannt. Bei der Frage nach Computer- und Konsolenspielen schnellten mehr Finger in die Luft.

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