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Zum zehnten Mal beginnt der Viadrina-Masterstudiengang Mediation / Teilnehmer studieren berufsbegleitend und haben teils lange Wege

Europa-Universität
Mit dem Nachtzug zum Seminar

Von Musikerin zu Musiker: Opernsängerin und Absolventin Susanne Kreusch übergibt den Staffelstab des Studiengangs an den Orchestermusiker Hans-Peter Achberger aus Zürich.
Von Musikerin zu Musiker: Opernsängerin und Absolventin Susanne Kreusch übergibt den Staffelstab des Studiengangs an den Orchestermusiker Hans-Peter Achberger aus Zürich. © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 22.04.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 22.04.2018, 13:43
Frankfurt (Oder) (Freier Autor) In dieser Woche starteten rund 50 neue Teilnehmer in den zehnten Jahrgang des Studiengangs Mediation und Konfliktmanagement an der Viadrina. Die Erfolgsgeschichte konnte zu Beginn niemand absehen.

Es ist eine illustere Runde die sich da zum Start des zehnten Jahrgangs im Studiengang Mediation und Konflikmanagement im Logensaal zusammengefunden hat. Normalerweise kommen die neu immatrikulierten Studenten frisch vom Abitur, vielleicht haben sie noch ein Backpacker-Jahr in Australien eingeschoben. Bei vielen Teilnehmern des Masterstudiengangs würde man sich vom Alter her hingegen nicht wundern, wenn sie aus dem Büro der Lehrkräfte der Universität kämen.

Genau das macht für Professorin Ulla Gläßer auch den Reiz aus. Der Studiengang ist zum Erfolgsmodell geworden, das über Landes- und Bundesgrenzen hinaus strahlt. Stefan Graf Finck von Finckenstein ist einer der Absolventen des letzten Studiengangs und zur Begrüßung der Neuen gekommen. Er arbeitet unter anderem als ehrenamtlicher Handelsrichter in Berlin. Es war der gute Ruf des Frankfurter Studiengangs, der ihn an die Viadrina führte. Seine Senatsvorsitzende am Handelsgericht, die auch am Brandenburger Verfassungsgericht arbeitet, habe ihn als das „Stanford der Mediationswissenschaften“ beschrieben.

Abgeschlossen hat ihr Studium auch Opernsängerin Susanne Kreusch, die regelmäßig an der Komischen Oper Berlin auftritt. „Ich habe mich dafür interessiert“, erzählt sie. So ein Ensemble wie an der Oper sei auch eine explosive Mischung, was aber nicht der einzige Grund für ihr Studium an der Viadrina gewesen sei. Inspiriert, sich einzuschreiben, wurde sie auch durch Dirigent Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra, das sich für die Aussöhnung im Nahostkonflikt einsetzt. „Jeder sollte das lernen“, findet sie.

Obwohl sie sich nicht kennen, übergab sie den symbolischen Staffelstab der Studierenden ausgerechnet an Hans-Peter Achberger, Orchestervorstand der Philharmonia Zürich vom Opernhaus der Schweizer Großstadt. Er erhofft sich vom Studiengang eine noch bessere musikalische Qualität seines Klangkörpers. „Die Qualität ist sehr abhängig vom Zusammenhalt und dem Umgang der Musiker untereinander“, findet er. In Frankfurt ist der Schlagzeuger zum ersten Mal, allerdings kennt er Howard Griffiths, den Dirigenten des Brandenburgischen Staatsorchesters, wie er erzählt. Ein Nachtzug wird ihn zukünftig regelmäßig von Zürich nach Berlin bringen. „Das ist schon komfortabel“, sagt er.

Die gute Verkehrsanbindung der Uni war auch für Dieter Heine ein Grund, sich für den Studiengang zum Mediator an der Frankfurter Uni einzuschreiben. Er arbeitet als Anwalt in Wien, fliegt von dort eine Stunde nach Berlin. Nach einer weiteren Stunde ist er in Frankfurt. „In München wäre ich nicht schneller“, sagt er. „Wir müssen unseren Mandaten auch alternative Lösungswege aufzeigen“, ist er überzeugt. „Viele verstehen beispielsweise nicht, warum Gerichte so lange brauchen. Ein guter Anwalt wird aber Probleme lösen wollen“, findet er. Eben auch mit Hilfe der Mediation. Dass der Studiengang erfolgreich wird, war beim Start 2003 nicht ausgemacht, sagte Viadrina-Vizepräsidentin Janine Nuyken. „Es ist aber toll zu sehen, was aus einer Graswurzelbewegung werden kann“, sagte sie zum Start des zehnten Studiengangs.

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